Disclosure Day

Der Tag der Wahrheit

10.06.2026

Um Steven Spielbergs neuesten Film DISCLOSURE DAY gab es unzählige Gerüchte, schließlich wurde vom Verleih vorab alles geheim gehalten. Jetzt startet die große Enthüllung in unseren Kinos…

Täglich präsentiert Margaret Fairchild (Emily Blunt) beim örtlichen TV-Sender in Kansas City den Zuschauern das Wetter, obwohl sie sich eigentlich zu höheren journalistischen Aufgaben berufen fühlt. Doch am heutigen Tag ist das irrelevant, denn plötzlich erleidet sie vor laufender Kamera eine Art Anfall, bei dem sie in unverständliche Schnalzlaute verfällt, bevor sie zusammenbricht. Während die Behörden verzweifelt versuchen, den Vorfall unter den Teppich zu kehren, glaubt Fairchild selbst, dass womöglich mehr dahinter steckt.

Der Cybersicherheits-Experte Dr. Daniel Kellner (Josh O‘Connor) ist da schon ein Stückchen weiter, hat er doch bei seinem letzten Job in einer Regierungsbehörde jede Menge Daten gestohlen, mit denen er jetzt die NGO „Wardex“ unterstützt, die sich die Suche nach außerirdischem Leben auf unserem Planeten zur Aufgabe gemacht hat. Doch sein Chef Noah Scanlon (Colin Firth) scheint inzwischen anderes mit den Daten vor zu haben und will sie auch weiterhin vor der Welt geheim halten…

Kaum ein Film wurde von so vielen Geheimnissen umgeben, wie DISCLOSURE DAY. Nichts, wirklich absolut nichts drang über den Film zu uns hervor. Nur der Hinweis, dass am 10.06.2026 (also dem Kinostart) alles ans Tageslicht kommen wird. Ein solche Geheimhaltung ist sonst nur von J.J. Abrams und seiner Cloverfield-Reihe bekannt, die z.T. unter falschem Namen gedreht wurden und von denen Zuschauer im Fall von „10, Cloverfield Lane“ (2016) erst zwei Monate vor Kinostart erfuhren. Auf die Spitze trieb es Abrams aber mit „Cloverfield Paradox“ (2018): Nach der Ausstrahlung des ersten Trailer beim Super Bowl stand der Film direkt danach weltweit zum Streaming bereit.

Steven Spielberg scheint das gefallen zu haben, denn auch er gab keinerlei Informationen heraus. Dass es um Aliens gehen würde, wurde schnell klar, aber mehr erfuhr man im gesamten Internet nicht. Jetzt ist die Bombe geplatzt, und DISCLOSURE DAY startet weltweit in den Kinos. Herausgekommen ist ein klassischer Spielberg-Film, nostalgisch im besten Sinne des Wortes. Der Meisterregisseur versucht nach seinem autobiographisch geprägten Werk „Die Fabelmans“ (2022) gar nicht erst, die Filmwelt zu verändern, sondern hält an alten Mustern fest. Das kann man kritisieren – oder feiern, wenn man diese Art des Filmemachens mag.

Steven Spielberg hat schon immer Filme für die Masse gemacht. Er wusste wie kein anderer Regisseur, was das Publikum sehen möchte und wie man es auch bei einer längeren Spielzeit emotional dran bleiben lässt. Das bemängeln einige Kollegen, aber mich hat das noch nie gestört. Zugegeben, die 145 Minuten Lauflänge hätte DISCLOSURE DAY nicht zwingend gebraucht. Und im Laufe des Films häufen sich kleine Ungereimtheiten immer wieder. Kleines Beispiel: Als die Figuren von Josh O‘Connor und Eve Hewson mit einem gekaperten Fahrzeug der Regierung auf der Flucht sind, reden sie noch darüber, den vermutlich trackbaren Wagen schnellstmöglich loszuwerden, um ihn dann direkt vor der Tür ihres Verstecks zu parken.

Dafür stimmt jedoch der Rest des Films. Die Sets sehen eindrucksvoll aus, die Special Effects sind auf höchstem Niveau und die Darsteller wissen allesamt zu überzeugen. Und die Geschichte zieht uns Zuschauer immer mehr in ihren Bann, sodass man die gerade erwähnten Plotholes durchaus ignorieren kann.

DISCLOSURE DAY ist ein Film, über den man man vorab möglichst nicht mehr wissen sollte, als die eingangs erwähnten inhaltlichen Stichpunkte. Wer bislang mit den Filmen von Steven Spielberg nicht allzu viel anfangen konnte, der dürfte mit DISCLOSURE DAY auch nicht warm werden. Aber wer Filme wie „E.T., der Außerirdische“ und „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ mochte, der wird sich hier im Kinosaal mehr als wohlfühlen.

Trailer

ab12

Originaltitel

Disclosure Day (USA 2026)

Länge

145 Minuten

Genre

Science-Fiction

Regie

Steven Spielberg

Drehbuch

David Koepp

Story

Steven Spielberg

Kamera / Bildgestaltung

Janusz Kaminski

Darsteller

Emily Blunt, Josh O'Connor, Colin Firth, Eve Hewson, Colman Domingo, Wyatt Russell, Henry Lloyd-Hughes, Courtney Grace, Jeremy Shamos, Elizabeth Marvel

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Filmwebsite

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