Die zwei Päpste

Kinostart: 05.12.2019

ab12 OT: The Two Popes (Großbritannien / Italien / Argentinien / USA)
Länge: 125 Minuten
Genre: Drama
Regie: Fernando Meirelles
Drehbuch: Anthony McCarten
Darsteller: Jonathan Pryce, Anthony Hopkins, Juan Minujín, Sidney Cole, Thomas D. Williams, Federico Torre, Papblo Trimarchi
Verleih: Filmwelt Verleihagentur GmbH / Netflix

Frustriert von der Richtung, den die katholische Kirche eingeschlagen hat, bittet Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) den Papst Benedikt XVI. (Anthony Hopkins) darum, in den Ruhestand versetzt zu werden. Doch stattdessen ruft der introvertierte Papst Benedikt im Angesicht von Selbstzweifeln und Missbrauchsskandalen seinen größten Kritiker und späteren Nachfolger nach Rom, um ihm ein Geheimnis anzuvertrauen, das die Fundamente der katholischen Kirche erschüttern wird. Hinter den Mauern des Vatikans entwickelt sich ein Kampf zwischen Tradition und Fortschritt, sowie Schuld und Vergebung, als sich diese beiden grundverschiedenen Männer Elementen ihrer Vergangenheit stellen, um eine gemeinsame Basis zu schaffen, und eine Zukunft für eine Milliarde Anhänger auf der ganzen Welt… 

Kritik

Fernando Meirelles erzählt die Geschichte vor der Abdankung von Papst Benedikt XVI – warum DIE ZWEI PÄPSTE auch für Nicht-Katholiken interessant ist…

Vor sechs Jahren trat der damals amtierene Papst Benedikt XVI. von seinem Amt zurück und Kardinal Bergoglio aus Argentinien wurde als Papst Franziskus sein Nachfolger. Soviel sollte bekannt sein und auch keinesfalls mit einer Spoilerwarnung versehen werden müssen. Weit unbekannter ist jedoch, dass es vor diesem Ereignis ein Zusammentreffen dieser beiden Männer gab. Kardinal Bergoglio, der bei Benedikts Ernennung 2005 bereits an zweiter Stelle lag, war mit seiner Kirche unzufrieden und wollte eigentlich bei Papst Benedikt um die Versetzung in den Ruhestand bitten. 

DIE ZWEI PÄPSTE erzählt nun von dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Herren und Regisseur Fernando Meirelles zeigt das in relativ unspektakulären Bildern. Das heißt nicht, dass der Film uninteressant ist – nein, davon ist er tatsächlich meilenweit entfernt. Man sollte nur als Zuschauer von einem Aufeinandertreffen zweier alter Männer keine große Action erwarten. Meirelles beginnt seinen Film mit einem Portrait Bergoglios und zeigt, dass dieser in seinem Amt als Kardinal viel verbundener mit seinen Gläubigern ist und sich nur ungerne in großen, prachtvollen Gebäuden sieht, sondern eher auf der Straße im direkten Kontakt. Das macht ihn natürlich auch für nichtgläubige Zuschauer interessant, da er auf den ersten Blick eine neue Variante der Kirche darstellt. Eingebettet in Nachrichtenbeiträge über Missbrauchsvorfälle und andere Skandale der Kirche macht Meirelles deutlich, wo seine Präferenzen liegen.

Beim Zusammentreffen der beiden Männer in der Sommerresidenz des Papstes Castel Gandolfo entwickelt sich der Film dann zu einem Zwei-Personen-Stück erster Güte, schließlich haben wir es mit Anthony Hopkins und Jonathan Pryce mit zwei der größten Schauspiellegenden zu tun, die noch einmal ihr ganzes Können darbieten. Es wird schnell deutlich, dass beide völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie eine Kirche zu führen ist. „Ich bin in sämtlichen Punkten anderer Meinung als Sie“, so Bergoglio in einer Szene, aber trotzdem unterhalten sie sich sachlich und akzeptieren die abweichenden Sichtweisen des jeweils anderen. Eine Tugend, die vielen von uns – besonders in der heutigen Zeit – abhanden gekommen zu sein scheint. Man merkt in der gesamten Konversation, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Bergoglios Wunsch, eine moralische Instanz in der Diskussion um den Klimawandel oder soziale Ungerechtigkeit zu werden steht im krassen Gegensatz zu Benedikts Streben nach Tradition und Werten. Bergolios Wunsch, die Grundmauern einzureissen, entgegnet Benedikt mit den Worten, dass ein Haus letztendlich Mauern benötige. 

Dieses intellektuell äußerst ansprechende Gespräch zwischen den beiden Männern ist erstklassiges Schauspielkino auf höchstem Niveau, wobei besonders Anthony Hopkins sein womöglich beste Arbeit seit langer Zeit abliefert. Auch wenn Bergoglio mit Sicherheit die sympathischere Figur ist, bleibt trotzdem und vor allem Benedikt als fast schon tragische Figur im Gedächtnis zurück.

DIE ZWEI PÄPSTE ist ab dem 05.12.2019 in ausgewählten Kinos zu sehen und steht ab dem 20.12.2019 bei Netflix zum Abruf bereit.

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