Der König der Löwen

Kinostart: 18.07.2019

ab6 OT: The Lion King (USA 2019)
Länge: 118 Minuten
Genre: Animation
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Jeff Nathanson, auf Basis des 1994er-Skripts von Irene Mecchi, Jonathan Roberts und Linda Woolverton
Darsteller: Original Stimmen: Donald Glover, Beyoncé Knowles-Carter, James Earl Jones, Chiwetel Ejiofor, Seth Rogen, Billy Eichner, Florence Kasumba
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

In den unendlichen Weiten Afrikas wird ein künftiger König geboren: Simba, das lebhafte Löwenjunge, vergöttert seinen Vater, König Mufasa, und kann es kaum erwarten, selbst König zu werden. Doch sein Onkel Scar hegt eigene Pläne, den Thron zu besteigen und zwingt Simba, das Königreich zu verlassen und ins Exil zu gehen. Mit Hilfe eines ausgelassenen Erdmännchens namens Timon und seines warmherzigen Freundes, des Warzenschweins Pumbaa, lernt Simba erwachsen zu werden, die Verantwortung anzunehmen und in das Land seines Vaters zurückzukehren, um seinen Platz auf dem Königsfelsen einzufordern.

Kritik

Mit DER KÖNIG DER LÖWEN setzt Disney seine Reihe fort, in der man beliebte Animationsfilme möglichst realitätsgetreu neu verfilmt. Nur warum das?

Bereits bei der Neuauflage des Dschungelbuchs kam die Frage auf, wozu man diese Klassiker unbedingt neu verfilmen muss. Nur weil man es aufgrund der fortgeschrittenen Technik inzwischen kann? Nun, diese Begründung halte ich persönlich für nicht ausreichend. Mit der Neuverfilmung von ALADDIN wurde dann klar, dass dieser Wahnsinn schnell zu einem seelenlosen Werk führen kann, das niemand wirklich braucht. 

Mit dem KÖNIG DER LÖWEN verhält es sich durchaus ähnlich. Auch hier sieht alles täuschend echt aus, ja vielleicht sogar ein wenig zu echt. Denn genau diese realitätsgetreue Abbildung führt zu unerwarteten Nebenwirkungen. Da die Geschichte – die sich hier nicht einen Deut verändert hat – ziemlich düster ist, ist die Neuverfilmung überhaupt nicht mehr geeignet für Kinder. Im Gegenteil, vermutlich müsste man die ganz Kleinen im Anschluss erst einmal zum Psychiater schicken, um bleibende Schäden zu vermeiden. Die FSK-Freigabe ab sechs Jahren verwundert mich da schon sehr. Sei es die bedrohliche Szenerie, in die der machthungrige Scar den kleinen Simba lockt, oder der von Flammen umringte Showdown-Kampf. Während die gezeichneten Bilder aus dem Jahre 1994 noch für eine gewisse Distanz sorgten, fehlt diese hier vollkommen. 

Aber trotzdem muss man sagen, dass die gezeigten Bilder wirklich phänomenal aussehen und deutlich zeigen, wozu die heutige Tricktechnik in der Lage ist. Aber ich wiederhole mich: Das reicht mir als Begründung einfach nicht aus.

Ein weiterer Negativpunkt, der mir bei der Sichtung aufgefallen ist, ist die Besetzung von Mega-Superstar Beyoncé als Simbas Mutter. Wenn sie gemeinsam mit Donald Glover den bekannten Song „Can You Feel the Love Tonight“ singt, dann liegen zwischen ihr und Donald Glover Welten. Nicht dass der gute Mann nicht singen könnte, aber wenn Beyoncé phrasiert, als ginge es um Leben und Tod, bleibt vom eigentlichen Song nicht mehr viel über. 

Der Original Zeichentrick Film aus dem Jahre 1994 bleibt auch heute in seiner Wirkung unerreicht und wird es sicherlich auch noch lange Zeit bleiben. Wem phänomenale Bilder reichen und wer den Film nicht als Abenteuer für die ganze Familie sieht, der wird vermutlich seinen Spaß haben, aber wer seinen Kindern etwas von der Magie zeigen will, die ein Film verbreiten kann, der sollte beim Klassiker bleiben. 

Bildergalerie

Trailer

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Filmplakat

Neustarts am 18.07.2019

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