Eine postapokalyptische Reise durch Colorado, ein melancholischer Pilot und die Frage, wie viel Menschlichkeit nach dem Untergang noch übrig bleibt: DAS ENDE DER STERNE setzt weniger auf Action als auf große Gefühle und große Bilder.
Im Jahre 2035 hat ein tödlicher Grippevirus einen Großteil der Menschheit dahingerafft. Diejenigen, die sich retten konnten, kämpfen jeden Tag ums Überleben. So auch der junge Pilot Hig (Jacob Elordi), der sich zusammen mit dem militärischen Überlebensexperten Bangley (Josh Brolin) in der Wildnis der Front Range nahe der Stadt Erie im US-Bundesstaat Colorado ein funktionales Zuhause geschaffen hat. Immer mal wieder fliegt er mit seinem treuen Schäferhund Jasper in seiner kleinen Cessna nach Denver, um Vorräte, Medikamente und Benzin zu besorgen. Bei einem dieser Flüge hört er einen Funkspruch aus Grand Junction. Sollte es etwa noch andere Überlebende geben?
So begibt sich Hig mit seinem Flugzeug auf die Reise, um mögliche Überlebende zu finden. Auf dem Weg dorthin trifft er auf Cima (Margaret Qualley), eine junge Frau, die sich mit ihrem störrischen, gnadenlosen Vater (Guy Pearce) ebenfalls eine Art Refugium in der Wildnis geschaffen hat. Doch auch hier zeigt sich schnell, dass nicht nur Krankheit und Einsamkeit den Alltag bestimmen: Misstrauen, Gewalt und der unerbittliche Wille zum Überleben können Menschen mindestens ebenso gefährlich machen. Und so befinden sich die drei irgendwann gemeinsam auf dem Weg nach Grand Junction. Doch was werden sie dort finden?
Mit DAS ENDE DER STERNE liefert Meisterregisseur Ridley Scott ein durchaus sehenswertes postapokalytisches Drama ab, das zwar in Bezug auf die Geschichte relativ wenig zu erzählen hat, dafür aber mit einem tollen Cast und sensationellen Bildern aufwarten kann. Natürlich gilt auch hier das Motto, dass nur die Starken am Ende überleben, aber Scott legt seinen Fokus viel mehr auf das Zwischenmenschliche. Sein Held Hig ist inmitten all der Konflikte bemüht, sein Herz nicht versteinern zu lassen. Im Gegensatz zu seinem „Mitbewohner“, dem von Josh Brolin verkörperten Bangley. Ihn zieht absolut nichts zu anderen Überlebenden, und er verteidigt lieber bis zum letzten Gefecht sein Refugium.
Frischen Wind in die Handlung bringt die Begegnung mit Cima, eindrucksvoll gespielt von Margaret Qualley, die mit Hig auf einer Wellenlänge liegt und sich nicht sehnlicher wünscht, als der Einöde mit ihrem Vater zu entfliehen.
Während andere postapokalyptische Filme mit zerstörten Welten arbeiten, zeigt uns Kameramann Erik Messerschmidt in DAS ENDE DER STERNE die wunderschöne Natur Colorados mit ihren Bergen und den scheinbar endlosen Wäldern und fängt diese in fast schon epischen Aufnahmen ein. Gerade der Kontrast zwischen dieser majestätischen Schönheit und dem unerbittlichen Überlebenskampf der Figuren verleiht den Bildern eine besondere Kraft. Dass dann in der von der Natur zurückeroberten Stadt Denver gleich zu Beginn ein riesiges Video-Billboard noch läuft, wirkt da eher seltsam, und man fragt sich, woher der Strom denn wohl kommen mag. Aber zum Glück vergisst man solche Fragen auch ganz schnell wieder.
Dazu trägt auch der großartige Soundtrack bei, der mit seinen Country-angehauchten Songs perfekt zur Atmosphäre passt. Songs wie „Like Real People Do“ von Hozier, „By and By“ von Caamp oder „Tupelo Honey“ von Van Morrison untermalen vor allem die ruhigen Momente voller Hoffnung und Wärme.
DAS ENDE DER STERNE ist ein Film, der fragt, wie viel Menschlichkeit man sich in einer solchen Welt noch erlauben kann. Eine Frage, die den Film über sein postapokalyptisches Szenario hinaus relevant macht.
The Dog Stars (USA 2026)
119 Minuten
Abenteuer / Drama / Thriller
Ridley Scott
Mark L. Smith, Christopher Wilkinson, basierend auf dem Roman von Peter Heller
Erik Messerschmidt
Jacob Elordi, Josh Brolin, Margaret Qualley, Guy Pearce, Benedict Wong, Allison Janney, Alara-Star Khan, Sebastian Rokison-Woodall
Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH