Schon einmal stand ein Streichquartett-Ensemble im Mittelpunkt eines Spielfilms: In Yaron Zilbermans „Saiten des Lebens“ (2012) griff eine hochkarätige Besetzung zu den Instrumenten. Jetzt führt uns Regisseur Grégory Magne mit seiner melancholischen Komödie DER KLANG DER STRADIVARI in die wunderbare Welt der klassischen Musik.
Astrid Carlson (Valérie Donzelli) möchte einen lang gehegten Wunsch ihres verstorbenen Vaters realisieren, indem sie für ein Konzert vier Stradivari-Instrumente zusammenbringt. Als Leiter einer Kulturstiftung hatten sie und ihr Vater über Jahre vier Streichinstrumente des wohl bedeutendsten Geigenbauers der Musikgeschichte, Antonio Stradivari, bei Auktionen für horrend hohe Preise erworben. Angeblich stammt das Holz aller vier Instrumente vom selben Baumstamm. Die beiden Violinen, die Viola und das Violoncello lagern nun gemeinsam in einem klimatisierten Tresor.
Gleich zu Beginn des Projekts hatte Astrids Vater den Komponisten Charlie Beaumont (Frédéric Pierrot) beauftragt, zu diesem Anlass ein Streichquartett zu komponieren, das am Tag des großen Ereignisses live vor laufenden TV-Kameras uraufgeführt werden soll. Jetzt liegt das fertige Streichquartett schon seit Jahrzehnten unaufgeführt in der Schublade – und Beaumont hat sich längst von dem Musikstück distanziert. Kein guter Start für das Konzert!
Mit großem Hallo werden die Musiker auf dem prächtigen Château, wo die Proben stattfinden sollen, begrüßt: die Weltstars George Massaro (1. Violine, Mathieu Spinosi), Peter Nicolescu (2. Violine, Daniel Garlitsky) und Lise Carvalho (Violoncello, Marie Vialle) sowie die blutjunge Influencerin Apolline Dessartre (Viola, Emma Ravier). Zu dumm: Lise und Peter waren früher einmal liiert.
Wie zu erwarten, prallen während der Proben auf dem abgeschiedenen Château Eitelkeiten, alte Rivalitäten und künstlerische Differenzen aufeinander. Um das Jahrhundertprojekt vor dem Aus zu retten, bittet Astrid den exzentrischen Beaumont um Hilfe. Eher widerwillig reist der Komponist an und leitet die Proben. Doch dann geht bei einem heftigen Streit eine Geige zu Bruch…
Ein weiser Satz fällt im Laufe der Proben: Aus vier Starsolisten kann man kein Ensemble erzwingen; alle berühmten und erfolgreichen Streichquartette sind eingespielte Teams – über Jahre gereift. Am Ende dürfen wir dann doch noch den Klang der Stradivari genießen.
Die vier Streicher sind übrigens allesamt echte Musiker und hier nur nebenbei auch Schauspieler. Alle Achtung!
Noch ein Wort zur Musik: Filmkomponist Grégoire Hetzel schrieb dieses Streichquartett gezielt für diesen Film. Dabei nimmt die Komposition unüberhörbar Anleihen vor allem bei Philip Glass und dem Spätwerk von Ludwig van Beethoven. Dadurch wirkt das Ganze doch sehr eklektisch.
Les Musiciens (Frankreich 2024)
102 Minuten
Tragikomödie
Grégory Magne
Grégory Magne, Haroun
Pierre Cottereau
Valérie Donzelli, Frédéric Pierrot, Mathieu Spinosi, Emma Ravier, Daniel Garlitsky, Marie Vialle, Valentin Pradier, Nicolas Bridet, François Ettori
Weltkino Filmverleih GmbH