Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel

Kinostart: 25.08.2016

OT: Mother's Day (USA 2016)
Länge: 119 Minuten
Genre: Komödie
Regie: Garry Marshall
Drehbuch: Anya Kochoff Romano, Matt Walker, Tom Hines, Lily Hollander, Garry Marshall
Darsteller: Jennifer Aniston, Kate Hudson, Julia Roberts, Jason Sudeikis, Britt Robertson, Timothy Olyphant, Hector Elizondo, Jack Whitehall, Shy Mitchell, Sarah Chalke, Cameron Esposito, Aasif Mandvi
Verleih: NFP Marketing & Distribution GmbH

Was wären wir ohne die Liebe? Mal verzaubert sie uns, mal lässt sie uns verrückt spielen, mal bringt sie uns zum Lachen und dann wieder zum Weinen. Sie macht uns stark und manchmal ganz schwach, doch eigentlich tun wir alles für sie – denn ohne sie wäre alles nichts. So wie für Sandy (Jennifer Aniston), die seit Jahren von Henry (Timothy Olyphant) geschieden ist, aber irgendwie immer noch hofft, dass er zu ihr zurück findet. Wäre da nicht Henrys Neue, Tina (Shay Mitchell), die mit ihren gefühlten Anfang 20 selbst Sandys Söhne auf dumme Gedanken bringt.

Oder Jesse (Kate Hudson) und Gabi (Sarah Chalke), die ihren Eltern schon seit Jahren verheimlichen, dass Jesses Mann Russell (Aasif Mandvi) Inder und Gabis Frau Max (Cameron Esposito) gar kein Mann ist. Bis die Eltern nach Jahren plötzlich vollkommen überraschend vor der Tür stehen – und durch eine kunstvolle Scharade der Schwestern endlich verstehen lernen, dass die Liebe viele verschiedene Wege gehen kann.

Bradley (Jason Sudeikis) wiederum versucht, seit dem Tod seiner Frau als „Mister Mom“ bei seinen Teenie-Töchtern zu punkten – stolpert aber von einem Fettnapf in den nächsten. Auch Kristin (Britt Robertson) und Zack (Jack Whitehall) lieben sich über alles. So oft schon hat Zack um ihre Hand angehalten, doch Kristin kann ihr Ja-Wort erst geben, wenn sie ihre leibliche Mutter gefunden hat.

Aus Mirandas (Julia Roberts) Leben dagegen scheint die Liebe vollkommen verschwunden. Als Jugendliche hat sie ihr Herz hoffnungslos verloren, heute verkauft sie als Star des lokalen Home-Shopping-Kanals magische Steine. Nur die Magie in ihrem eigenen Leben, die scheint sie nicht mehr zu finden…

Kritik

Er brachte uns Filme wie PRETTY WOMAN und DIE BRAUT, DIE SICH NICHT TRAUT. Jetzt kommt mit MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL der letzte Film von Gary Marshall in die deutschen Kinos, gut einen Monat nach dem Tod des Regisseurs.

Wie verhält man sich, wenn man den Film eines gerade erst verstorbenen Regisseurs sieht, über den man eigentlich lachen sollte. Ist man in seiner Wertung automatisch ein wenig milder gestimmt, lässt Fehler durchgehen und übersieht Dinge, über die man sich sonst aufregen würde? Eine schwierige Frage, doch mit ein wenig Abstand lässt sie sich durchaus beantworten: Nein, nein und nein. Auch wenn der Abstand nicht so groß ist, wie bei anderen Filmen, denn schließlich wird der Film der Presse gerade mal zwei Tage vor Kinostart gezeigt.

Wenn ich ehrlich bin, dann haben mir bereits die letzten beiden Film von Marshall nicht wirklich gefallen. Ob nun VALENTINSTAG oder HAPPY NEW YEAR, keiner der Filme reichte auch nur ansatzweise an seine unbestrittenen Klassiker heran. Das ist mit MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL jetzt nicht anders. Eigentlich ist der Film vielmehr ein Marshall in der Light-Version. Ob er es allen recht machen wollte? Ob er altersmüde war (mit 81 Jahren nicht wirklich verwunderlich)? Wir werden es vermutlich nie erfahren.

Doch was ist das Problem des Films? Nun, seine Darsteller sind es auf jeden Fall nicht, denn Marshall ist es noch einmal gelungen, eine eindrucksvolle Schauspielerriege zusammen zu bekommen. Es sind die Geschichten, die lediglich an der Oberfläche kratzen und so kaum Sympathien beim Zuschauer erwecken.

Nehmen wir als Beispiel Julia Roberts, eigentlich der ungekrönte Star des Films. Durch ihre absurd aussehende Perücke und die gestelzte Rolle ist es am Ende ihr Happy-End, das am allerwenigsten berührt. Oder Margo Martindale – die hier weit unter ihren Möglichkeiten bleibt: Wenn sie ihre Hasstiraden gegenüber Schwulen und Farbigen und sonstigen Minderheiten loslässt, ist Fremdschämen angesagt. Schließlich ist ihre Wandlung im Laufe des Films absolut unglaubwürdig.

Es sind aber auch die kleinen, handwerklichen Fehler, die Schnitzer im Drehbuch, die den Genuss stören. So sagt Jennifer Aniston in einer Szene im Krankenhaus zu Jason Sudeikis nach der Frage, ob sie ihn mit nach Hause nehmen soll, dass das ja nicht ginge, da sie mit ihrem Ex-Mann, seiner neuen Frau und ihren beiden Söhnen dort sei. Kurz zuvor wurde aber groß und breit erzählt, dass sie, sowie ihre Kinder mit dem Ex und seiner neuen Frau, getrennt angereist sind. Das ist ärgerlich, zumal der Film eine ganze Reihe solcher Fauxpas bietet.

Nun, trotz all der Kritik ist MOTHER’S DAY – LIEBE IST KEIN KINDERSPIEL keine Vollkatastrophe geworden. Aber eben auch kein Film, den man unbedingt gesehen habe sollte. Immerhin bleiben uns noch die alten Filme von Gary Marshall. Und PRETTY WOMAN kann man schließlich immer wieder anschauen. Ohne sich zu ärgern.

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Filmplakat

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