A Ghost Story

Kinostart: 07.12.2017

OT: A Ghost Story (USA 2016)
Länge: 93 Minuten
Genre: Drama
Regie: David Lowery
Drehbuch: David Lowery
Darsteller: Rooney Mara, Casey Affleck, Will Oldham
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH
Mathias Wagner gefällt dieser Artikel

Es geschieht plötzlich und unerwartet. C (Casey Affleck) kommt bei einem Autounfall ums Leben. Doch kurz darauf kehrt sein Geist zurück. Der Illusion verschrieben, seiner Frau M (Rooney Mara) bei ihrem Verlust beizustehen, muss er feststellen, dass er in seiner neuen Gestalt losgelöst von jeglicher Zeit existiert. Als passiver Beobachter ist er gezwungen, schmerzlich dabei zuzusehen, wie ihm das Leben, das er kannte, entgleitet und die Frau, die er liebte, in eine neue Zukunft entschwindet. 

Unfähig seine Situation zu akzeptieren, vergehen Tage, Wochen und sogar Jahre, bis C verzweifelt erkennt, dass er womöglich für immer an dieses Dasein gefesselt sein wird. Während sich die Welt um ihn drastisch verändert, verblassen Stück für Stück die Konturen seiner eigenen Existenz.

Kritik

Mit A GHOST STORY kommt ein poetischer Film in unsere Kinos, der, wenn man sich einmal auf ihn einlässt, noch lange nachhallt…

Regisseur David Lowery hat einen Film geschaffen, der sich extrem reduziert mit dem beschäftigt, was von uns bleibt, wenn wir einmal nicht mehr da sind. Ruhige, ja fast schon elegische Bilder bilden den Schwerpunkt dieses außergewöhnlichen Werks. Allerdings muss man sich auf diesen Film einlassen und ich kann durchaus verstehen, wenn es Menschen gibt, denen das nicht gelingt. Es geschieht nun mal so gut wie gar nichts in diesem Film, denn die eigentliche Handlung findet im Kopf des Zuschauers statt. 

Je weiter der Film fortschreitet, desto mehr fühlt man mit den Figuren mit, möchte ihnen einen Ausweg aus dem Dilemma aufzeigen. Doch gibt es diesen Ausweg überhaupt?

Die Zeit wartet auf niemanden. Je eher man diese Tatsache begreift, desto leichter fällt uns der Umgang mit dem unausweichlichen Tod. Lowery stellt mit A GHOST STORY die Frage, was wäre, wenn unsere Taten im Leben irgendwie eine größere Bedeutung hätten. Die Last des Seins ist hier das zentrale Thema, sowohl unter den Lebenden, als auch unter den Toten. Es gibt einen Punkt, an dem wir einfach loslassen müssen, egal wie schwer er uns auch fällt. Verpassen wir diesen Moment, kann es sein, dass wir für immer in unserer Trauer gefangen sind. Denn die Uhr dreht sich immer weiter, egal ob  es einem gefällt oder nicht. 

A GHOST STORY ist vielleicht gerade deswegen so wunderbar, weil er mit extrem einfachen Mitteln, ohne aufwendige Special Effects, ja fast schon ohne eine große Handlung eine Geschichte erzählt, die ihre eindrucksvolle Wirkung erst dann entwickelt, wenn man sich darauf einlässt und es überhaupt zulässt. Genau diese kleinen, poetischen Filme sind es, für die das Medium Kino gemacht wurde. 

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Filmplakat

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