The Dinner

Kinostart: 08.06.2017

ab12 OT: The Dinner (USA 2017)
Länge: 121 Minuten
Genre: Drama
Regie: Oren Moverman
Drehbuch: Oren Moverman, nach dem Roman "Angerichtet" von Herman Koch
Darsteller: Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Cloe Sevigny, Charlie Plummer, Seamus Davey-Fitzpatrick, Miles J. Harvey, Adepero Oduye, Joel Bissonnette
Verleih: Tobis Film GmbH & Co. KG

Als Stan Lohman (Richard Gere), einflussreicher Abgeordneter mit Ambitionen auf den Posten des Gouverneurs, seinen Bruder Paul (Steve Coogan) und dessen Frau Claire (Laura Linney) einlädt, den Abend mit ihm und seiner Frau Katelyn (Rebecca Hall) im feinsten Nobelrestaurant der Stadt zu verbringen, wissen alle Beteiligten, dass dies kein gemütlicher Abend werden wird. Das Verhältnis von Stan und Paul ist seit eh und je konfliktbeladen, doch nun wird es ernsthaft auf die Probe gestellt. Ihre beiden 16-jährigen Söhne haben ein schreckliches Verbrechen begangen, sind aber als Täter noch nicht identifiziert worden. Mit etwas Glück könnten sie also ungestraft davonkommen, doch für die Eltern stellt sich jetzt die Frage, ob Vertuschen und Verdrängen hier wirklich die beste Lösung wäre. Der Abend entwickelt sich zu einem nervenaufreibenden Psychoduell, bei dem so manch lang gehütetes Familiengeheimnis und weitere unangenehme Überraschungen ans Licht kommen…

Kritik

Zwischen Aperitif und Digestif entfaltet THE DINNER ein eindrucksvolles Psychodrama, das in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken lässt.

Der Film beginnt mit dem Widerwillen der von Steve Coogan gespielten Figur, das geplante Abendessen mit seinem Bruder und dessen Frau überhaupt wahrzunehmen. Damit versucht der Regisseur Oren Moverman, den Zuschauer kurzzeitig auf eine falsche Fährte zu lenken. Das gelingt jedoch nicht, denn jedem Filmliebhaber ist schnell klar, dass dieses Essen so unwichtig nicht sein kann, schließlich ist der gesamte Film danach benannt. Aber das trübt den Genuss keinesfalls. 

Wenn im weiteren Verlauf nach und nach die beteiligten Personen ihre Masken abwerfen, wird dem Zuschauer klar, worum es hier eigentlich geht. Wie verhält man sich, wenn die eigenen Kinder den Pfad der Tugend verlassen haben und es dabei um weitaus mehr geht, als um einen harmlosen Streich von Jugendlichen? 

Moverman spielt geschickt mit der Moral oder mit dem, was wir für Moral halten. Immer wieder gibt er dem Zuschauer, die Möglichkeit, durchzuatmen und das gerade Gesehene emotional zu verarbeiten. Vielleicht ist THE DINNER nicht ganz so clever wie DER GOTT DES GEMETZELS, sehenswert ist dieser Film aber allemal. 

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Filmplakat

Neustarts am 08.06.2017

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