Sieben Minuten nach Mitternacht

Kinostart: 04.05.2017

ab12 OT: A Monster Calls (USA / Spanien 2016)
Länge: 109 Minuten
Genre: Fantasy
Regie: J. A. Bayona
Drehbuch: Patrick Ness
Darsteller: Lewis MacDougall, Felicity Jones, Sigourney Weaver, Toby Kebbell, Ben Moor, James Melville, Oliver Steer, Dominic Boyle, Jennifer Lim, Max Gabbay, Morgan Symes, Max Golds, Frida Palsson, Wanda Opalinska, Patrick Taggart, Lily Rose Aslandogdu
Verleih: Studiocanal GmbH

Das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) ist alles andere als sorglos: Seine Mutter (Felicity Jones) ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner unnahbaren Großmutter (Sigourney Weaver) wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet – um Punkt sieben Minuten nach Mitternacht – aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum – oder ist es Realität? Das weise Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit… 

Kritik

Es gibt Filme, die sind so wunderschön, dass man sie immer und immer wieder sehen muss. Filme, die ihren Weg direkt ins Herz des Zuschauers finden und sich dort verankern. So wie SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT…

Bereits im Dezember letzten Jahres kam ich in den Genuss der ersten Vorführung des Films. Völlig überwältigt von dem gerade Gesehenen wollte ich meine Begeisterung am liebsten sofort mit der ganzen Welt teilen, doch leider gab es ein Embargo des Filmverleihs, der mir das nicht erlaubte. Hatte man den Film dort nicht gesehen? Wusste man nichts von seiner unbändigen Schönheit? Hatte man ernsthaft Angst vor Verrissen? 

Dann wurde der Film aus bislang nicht bekannten Gründen um zwei Monate verschoben, was für mich wiederum den Vorteil hatte, dass es kurz vor dem Kinostart noch eine weitere Pressevorführung gab. Und was soll ich sagen… auch beim zweiten Mal hat mich SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT wieder auf voller Breitseite erwischt. Allerdings mit dem Unterschied, dass ich es jetzt auch endlich in die Welt schreien kann!

Beeindruckend ist zuerst einmal die visuelle und akustische Umsetzung. J.A. Bayona findet für die Geschichte exakt die richtigen Bilder, zeigt aber auch sehr schnell, dass die Optik hier nicht alles ist. Schließlich ist es die Geschichte, die am Meisten berührt. Ein Junge – brillant gespielt von Lewis MacDougall – der sich in seiner Wut auf die in seinen Augen ungerechte Welt allein gelassen fühlt und sich daher das Monster herbei wünscht. Dabei ist ihm eingangs nicht wirklich klar, warum dieses Wesen auf einmal vor seinem Fenster steht. Doch für seinen Weg des Erwachsenwerdens und der Konfrontation mit seinen Ängsten ist es unerlässlich, ja sogar (über-) lebenswichtig. 

SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT zeigt extrem vielschichtig, was es bedeutet, unter einem beinahe alles erstickendem Leid heranzuwachsen. Und wie wichtig es dabei ist, seinen Weg zu gehen, ohne dabei andere durch die eigene Wut zu verletzen oder gar zu zerstören. Denn am Ende des Tages sind wir alle bloß Menschen, die sich nach ein wenig Wärme und Beständigkeit sehnen und sie auch bekommen, wenn wir es nur zulassen. 

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Filmplakat

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