Der Film der Woche

Robot Dreams

09.05.2024

Skurril, herzlich und zutiefst menschlich – das sind die Adjektive, die Pablo Bergers Animationsfilm ROBOT DREAMS in erster Linie beschreiben. Und das, obwohl diese Welt ausschließlich von Tieren und Robotern bevölkert wird…

Hund lebt allein in Manhattan und wünscht sich nichts sehnlicher, als einen Freund an seiner Seite. Daher kauft er sich kurzentschlossen einen Roboter, um nicht mehr allein sein zu müssen. Von der ersten Sekunde an sind die beiden unzertrennlich und erleben einen Sommer voller Spaß und Freude. Doch dann muss Hund seinen Roboter am Strand zurücklassen, als dessen Batterie komplett entladen ist. Alle Versuche, ihn zu retten, schlagen fehl, und so muss sich Hund fragen, ob er seinen Freund jemals wiedersehen wird…

Der spanische Autor und Regisseur Pablo Berger wurde 2012 einem größeren Publikum durch seinen sensationellen Film „Blancanieves – Ein Märchen von Schwarz und Weiß“ bekannt. ROBOT DREAMS ist nun sein erster Animationsfilm, der auf der Graphic Novel der US-Illustratorin Sara Varon basiert. Eine Konstante in ihren Werken ist die anthropomorphe Welt von Tieren in New York, die ein menschliches Verhalten an den Tag legen. Ihre ausdrucksstarke Farbgebung, sowie ihr unverkennbarer Stil machen sie zu einer außergewöhnlichen Künstlerin.

Berger ist es nun gelungen, genau diesen Stil eindrucksvoll für die Leinwand zu adaptieren. Dass er dabei komplett ohne Worte auskommt, ist wirklich phänomenal. Zudem ist der Film auch – oder vielleicht sogar besonders – für Erwachsene eine absolute Freude. Bereits die ersten Blicke zwischen Hund und Roboter machen klar, wie tief diese Verbundenheit ist.

Berger stellt in ROBOT DREAMS die existenzielle Frage, was Freundschaft wirklich bedeutet und warum wir unsere Beziehungen ständig aufs Spiel setzen. Eine äußerst kluge Reflexion über dieses wichtige Thema und zudem ein Plädoyer für die Menschlichkeit.

Um die Freundschaft dieser beiden auf den ersten Blick so ungleichen Protagonisten zu schärfen, setzt Berger zudem auf die Kraft der Musik. „September“ von Earth, Wind & Fire fungiert dabei als so etwas wie der Herzenssong der beiden. Auch der 80er-Jahre-Hit „Let’s Go“ von The Feelies passt perfekt zur Szenerie, die sich auch ohne Jahresangabe im Jahrzehnt von MTV und Kassettenspielern verorten lässt.

Wenn man nach 102 Minuten den Kinosaal wieder verlässt, dann ist eines ganz besonders deutlich geworden: ROBOT DREAMS hat das Herz am rechten Fleck!

Trailer

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Originaltitel

Robot Dreams (Spanien 2023)

Länge

102 Minuten

Genre

Animation / Komödie

Regie

Pablo Berger

Drehbuch

Pablo Berger, basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Sara Varon

Weitere Neustarts am 09.05.2024