Mommy

Kinostart: 13.11.2014

ab12 OT: Mommy (Kanada / Frankreich 2014)
Länge: 138 Minuten
Genre: Drama
Regie: Xavier Dolan
Drehbuch: Xavier Dolan
Darsteller: Anne Dorval, Antoine Olivier Pilon, Suzanne Clément, Alexandre Goyette, Patrick Huard
Verleih: Weltkino Filmverleih GmbH

Die resolute Diane (Anne Dorval) liebt ihren 15-jährigen Sohn Steve (Antoine Olivier Pilon) über alles, obwohl er sie mit seinen extremen Wut- und Gewaltausbrüchen in den Wahnsinn und in den Ruin treibt. Seit dem Tod seines Vaters hat Steve eine Reihe von Heimen für schwer erziehbare Kinder durchlaufen. Nun kommt er zurück zu seiner Mutter, weil niemand sonst mit ihm fertig wird. Mit seinem fordernden Anspruch auf die Rolle des Mannes im Haus und seiner überbordenden Liebe zu ihr stellt er seine Mutter auf die Probe. Dabei ist Diane auch ohne ihren unbändigen Sohn längst überfordert mit sich und der Welt. In ihrem Bemühen, ihr Schicksal zu meistern, bekommt sie unverhofft Hilfe von der schweigsamen Nachbarin Kyla, der es gelingt, eine Balance in der Mutter-Sohn-Beziehung zu schaffen und eine zarte Hoffnung auf eine vielleicht doch noch glückliche Zukunft aufkeimen zu lassen. 

Kritik

Xavier Dolan immer noch als „Wunderkind“ zu bezeichnen, ist vielleicht nicht mehr unbedingt zutreffend, schließlich ist der Mann bereits 25. Allerdings legt er mit MOMMY auch bereits seinen fünften Film vor, bei dem er wieder einmal alles in Personalunion verantwortet hat: Drehbuch, Regie, Schnitt, Kostüme – Dolan ist eben ein unglaublich talentierter Typ.

MOMMY ist vielleicht sogar Dolans bester Film bislang, denn das hier ist ein Brett von einem Film. Die Emotionen, die Dolan einfängt, sind sondergleichen und als Zuschauer blickt man mit einer innerlich geballten Faust auf die Leinwand, die ihren Protagonisten nur einen rechteckigen Rahmen gewährt. Dolan setzt hier ganz bewusst auf das Format 1:1, um den Figuren mehr Präsenz zu verleihen, denn kaum ein Format bietet so wenig Ablenkung. Zudem erweckt es den Eindruck, dass dieser eingeschränkte Raum auch die eingeschränkte Entfaltungsmöglichkeit der Figuren betont, doch Dolan ließ beim Filmfest Hamburg ganz klar verlauten, dass das nicht sein Grund für die außergewöhnliche Formatwahl war.

Natürlich lebt MOMMY von seinen eindrucksvollen Darstellern, allen voran Antoine Olivier Pilon als gewalttätiger Sohn. Pilon spielt mit einer solchen Inbrunst, das einem als Zuschauer mitunter Angst und Bange wird. So war MOMMY einer der eindrucksvollsten Höhepunkte des diesjährigen Filmfests Hamburg – ein Film, der noch lange nachwirkt und den niemand verpassen sollte.

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