Iron Maiden: Burning Ambition

14.05.2026

Dokumentarfilmer Malcom Venville (der u. a. die von Leonardo DiCaprio produzierte Umweltdoku „And We Go Green“ inszeniert hat) zeigt in IRON MAIDEN: BURNING AMBITION die gesamte Karriere des Flaggschiffes der New Wave Of British Metal, bebildert durch exklusives Archivmaterial, mit Statements namhafter Zeitzeugen (u.a. Hollywood-Star Javier Bardem). Auch die Fans kommen natürlich zu Wort.

Steve Harris gründete 1975 als Bandleader und Bassist Iron Maiden. Die Jungs aus dem bescheidenen Londoner Arbeiterviertel East End hatten es zunächst aber wirklich nicht leicht: Harte Rockmusik war eigentlich nicht gerade angesagt – und die absurd bunten Klamotten der Band schreckten auch eher ab. Doch Anfang der 1980er startete die britische Metal-Band mit ihrem ersten Sänger Paul Di‘Anno langsam durch (der übrigens auch in seinem letzten Interview aus dem Jahr 2024 zu sehen und hören ist). Erstaunlich, dass die Karriere der Heavy-Metal-Legenden bereits mehr als 50 Jahren andauert.

Schicksalsschläge gab es nämlich zuhauf: Zunächst musste Di‘Anno als Sänger ersetzt werden, die Gründe dafür werden in IRON MAIDEN: BURNING AMBITION geschildert. Doch mit Bruce Dickinson wurde schnell ein würdiger Ersatz gefunden, der über vier Oktaven Gesangsvolumen verfügt. Irgendwann hatte dieser jedoch Solo-Ambitionen und wurde zudem noch schwer krank. Bevor Dickinson 1999 zurück zur Band kam, gab es ein relativ erfolgloses Intermezzo des in Vergessenheit geratenen Sängers Blaze Bayleyam am Mikro. In dieser Zeit spielte Iron Maiden teilweise Konzerte vor nicht einmal 500 Zuschauern.

Schon das Debütalbum „Iron Maiden“ wurde geschmückt vom totem-artigen Antlitz Eddies, der als Band-Maskottchen seine ganz eigene Karriere auf Plattencovern, T-Shirts und in Musikvideos machen sollte. Der schaurige und dabei doch unbestreitbar attraktive wie rätselhafte Charakter von Eddie ist sicherlich eine wichtige Komponente des Erfolges der britischen Metal-Institution. Doch erst mit „The Number Of The Beast“ von 1982 erreichte die Karriere dank des Einstiegs des ehemaligen Samson-Frontmannes Bruce Dickinson erste Höhenflüge.

1984 brachen Iron Maiden schließlich zu ihrer „World Slavery“-Tour auf, einem Marathon aus 192 Auftritten, spielten auf dem wegweisenden und nachhaltig prägenden Festival Rock in Rio 1985 und lieferten einen außergewöhnlichen Auftritt auf dem größten Monsters-Of-Rock-Festival aller Zeiten ab, 1988 in Donington mit 107.000 anwesenden Fans. Das war allerdings auch ziemlich kräftezehrend, wie wir in IRON MAIDEN: BURNING AMBITION eindrücklich erfahren.

Vor allem die mutige Entschlossenheit von Iron Maiden, die immer wieder Grenzen überschreitet, macht ihre Karriere so erstaunlich und besonders. Mit historischen Auftritten wie auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges 1984 hinter dem Eisernen Vorhang in Polen, 1991 in Südamerika, 2007 im Nahen Osten und in Indien sowie 2011 in Indonesien hat die unermüdlich vorwärtstreibende Wucht der Band auf der ganzen Welt einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen. Weitere Besonderheiten der britischen Metal-Institution sind: zwei Harmoniegitarren und Texte, die von Weltliteratur und Historie inspiriert sind.

Der Dokumentarfilmer Malcom Venville lässt in IRON MAIDEN: BURNING AMBITION neben „die hard“-Fan Javier Bardem auch Größen anderer legendärer Bands zu Wort kommen: Gene Simmons von Kiss, Schlagzeuglegende Lars Ulrich von Metallica, Rap-Ikone Chuck D von Public Enemy und Tom Morello von Rage Against The Machine. Doch auch die „normalen“ Fans sind fester ein Bestandteil dessen, was den Erfolg der Heavy-Metal-Legenden ausmacht. „Das Iron-Maiden-Publikum ist weitaus komplexer als die Klischees, die das Genre Heavy Metal umgeben. Maiden-Fans kommen aus jeder Bevölkerungsschicht, von Straßenverkäufern bis zu Politikerinnen. Sowohl der kanadische Premier als auch die japanische Premierministerin haben sich öffentlich als Maiden-Fans geoutet. Einer unserer Interviewpartner ist gar der Meinung, es gäbe eine geteilte ‚Maiden-DNA‘, die die Menschen unabhängig von Geografie, Status und Kultur miteinander verbindet.“, äußert sich Venville dazu.

Die Doku IRON MAIDEN: BURNING AMBITION gewährt erstmalig Zugang zum offiziellen Archiv der Band und zu intimsten Erinnerungen der aktuellen und ehemaligen Mitglieder. Dass Frontmann Bruce Dickinson als Pilot die Band auch um die Welt fliegt, dürfte noch zu den bekannteren Tatsachen gehören. Für Musikinteressierte, die nicht beinharte Maiden-Fans sind, liefert die Dokumentation durchaus einen Erkenntnisgewinn. Als Filmkunst ist das neueste Werk von Malcom Venville zwar keine Offenbarung, aber neben einem Überblick über 50 Jahre Bandgeschichte kredenzt der Filmemacher brandneue Animationssequenzen mit dem berühmten Maskottchen Eddie. Also: durchaus sehenswert!

Trailer

ab12

Originaltitel

Iron Maiden: Burning Ambition (USA 2026)

Länge

105 Minuten

Genre

Dokumentation

Regie

Malcom Venville

Drehbuch

David Teague

Kamera / Bildgestaltung

Matt Gormly, Jaimie Gramston, Stuart Luck

Verleih

Universal Pictures International Germany GmbH

Filmwebsite

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