Ice Cream Man

06.08.2026

Der Film bietet alles, was das Herz begehrt: abgehackte Köpfe, zermanschte Gesichter, Blutfontänen und herausgerissene menschliche Eingeweide. Hartgesottene Slasher-Fans werden an dem brutalen Horrorfilm ICE CREAM MAN von Eli Roth ihre helle Freude haben. Aber die anderen?

„I Scream, You Scream, We All Scream for Ice Cream“: Das Wortspiel im Jazz-Klassiker „Ice Cream“ von 1927 deutet an, dass Eisverkäufer nicht unbedingt die nettesten Menschen sein müssen und sich schon mal in einen Horrorfilm verirren können. Genau das passiert in der idyllischen US-Kleinstadt Bayleen Bay. Regisseur Eli Roth zeigt uns zu einlullender, schwülstiger Musik einen Ort, der friedlicher nicht sein kann. Nach einem Baseballspiel zweier Schulmannschaften im Kindesalter rennen Sieger und Verlierer zum Eiswagen, der kurz zuvor neben dem Sportplatz angehalten hatte.

Keines der Kinder lässt sich von den bizarren Namen der Eissorten davon abhalten, seine Hand dem freundlich lächelnden Eisverkäufer (Ari Millen) entgegenzustrecken. Denn die Namen erinnern eher an die Giftküche einer Hexe. Bald laufen alle mit bunt beschmierten Mündern selig von dannen – denn natürlich hatten alle Kinder sofort an ihren Eistüten geleckt. Das hätten sie besser bleiben lassen…

Das Eis verwandelt die Kinder in kleine Monster, die Bayleen Bay in ein blutiges Chaos stürzen. Die Monster, die wie Zombies durch den Ort stromern, machen Jagd auf alle Erwachsenen und verschonen nicht einmal die eigenen Eltern. So rennt ein Mädchen mit dem Kopf seiner Mutter durch den Ort, während der Schuldirektor von seinen Schüler:innen gefoltert, aufgeschlitzt und ausgeweidet wird. Am Ende spielen drei Mädchen mit dem Darm des Mannes Seilspringen. Widerlicher geht’s ja wohl kaum!

Auf der Flucht vor der mordenden Meute verstecken sich drei Kinder, die nicht vom Eis genascht hatten, in der Krypta einer Kirche. Dort treffen sie auf einen alten Priester (Benjamin Byron Davis), der ihnen das Geheimnis um den Eisverkäufer verrät. Ich persönlich hätte gerne darauf verzichten können…

Als mitten im Film unvermutet das Kinderlied „Risselty Rosselty“ erklingt, zuckt wohl jeder Filmklassiker-Experte zusammen: Da kommt wohl noch was! Und genau: Wenig später sitzt ein nicht infizierter Teenager vor einem Klettergerüst, während nebenan das Kinderlied gesungen wird. Bei der schier endlosen Litanei versammeln sich immer mehr Kinder-Monster vor dem Klettergerüst, bis der junge Mann sich umdreht und panisch davonläuft. Hier hat Eli Roth ziemlich dreist eine der berühmtesten Szenen aus „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock parodiert. Frech!

Slasher-Fans sei gesagt: ICE CREAM MAN ist ein solider Beitrag dieses Genres – mehr aber auch nicht. Und ein sehr ekliger, zudem extrem zynischer! Kinder als mordende Bestien – muss das sein?

Trailer

ab18

Originaltitel

Ice Cream Man (Kanada 2026)

Länge

87 Minuten

Genre

Horror

Regie

Eli Roth

Drehbuch

Noah Belson, Eli Roth

Kamera / Bildgestaltung

Simon Shohet

Darsteller

Ari Millen, Benjamin Byron Davis, Karen Cliche, Dylan Hawco, Sarah Abbott, Shiloh O’Reilly, Charlie Storey

Verleih

Studiocanal GmbH

Filmwebsite

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