Die Verlegerin

Kinostart: 22.02.2018

ab6 OT: The Post (USA 2017)
Länge: 116 Minuten
Genre: Drama / Thriller
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Liz Hannah, Josh Singer
Darsteller: Meryl Streep, Tom Hanks, Sarah Poulson, Bob Odenkirk, Tracy Letts, Bradley Whitford, Bruce Greenwood, Matthew Rhys, Alison Brie, Carrie Coon, David Cross, Jesse Plemons, Michael Stuhlbarg, Zack Woods
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

1971 steht mit Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) eine Frau an der Spitze des Verlags, der die renommierte „Washington Post“ herausbringt. Als erste weibliche Zeitungsverlegerin der USA hat Kay ohnehin keinen leichten Stand, außerdem steht die Zeitung kurz vor dem Börsengang – brisant wird es, als Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) über einen gigantischen Vertuschungsskandal im Weißen Haus berichten will, in den allein vier US-Präsidenten verwickelt sind. 

In einem nervenzerreißenden Kampf für die Pressefreiheit riskieren Kay und Ben ihre Karrieren und die Zukunft der Zeitung – ihr mächtigster Gegner ist dabei die US-Regierung…

Kritik

In Zeiten von „Fake News“ oder „Lügenpresse“ kommt mit DIE VERLEGERIN ein Film daher, der eindrucksvoll zeigt, welch wichtige Rolle die Presse in einer Demokratie spielt. 

Als vierte Macht im Staat neben der Legislative, der Judikative und der Exekutive wird die Presse oftmals bezeichnet. Ein Kontrollgremium, dass dafür sorgt, dass keine der Gewalten außer Kontrolle gerät. Gerade in der heutigen Zeit kommt der Presse eine immer größer werdende Aufgabe zu, die aber durch immer neuer Sparmaßnahmen oder durch den Mangel an Bereitschaft, für guten Journalismus zu bezahlen, in Gefahr gerät. 

Steven Spielberg zeigt in seinem Film DIE VERLEGERIN, wie der Presse gelingt, durch Recherche und Veröffentlichungen dem Handeln der Regierung einen Riegel vorzuschieben. Ohne die Reporter der Washington Post und der New York Times wäre ein Skandal wie der der Pentagon Papers vermutlich niemals aufgedeckt worden. Und wer weiß, wie lange die USA noch am Krieg in Vietnam festgehalten hätten, wäre durch die Veröffentlichungen nicht klar geworden, dass dieser bereits verloren war und man lediglich daran festgehalten hat, um nicht als Verlierer dazustehen. 

Spielbergs Darstellung der Ereignisse mag etwas altertümlich oder gar altbacken wirken, aber ich persönlich finde nicht, dass das stört. Im Gegenteil: Der wichtige Punkt dieses Films ist die Geschichte und die muss hier einfach im Vordergrund stehen. Außerdem gelingt es Spielberg auf brillante Art und Weise einen aktuellen Bezug herzustellen. Er bindet den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon ausschließlich über Telefongespräche ein. Das lässt ihn zum einen wie eine gefährliche Krake erscheinen, die – zumindest ist Nixon davon überzeugt – über allem zu stehen scheint. Dabei entstehen beim Zuschauer unweigerlich Assoziationen zum aktuellen US-Präsidenten, der mit Begriffen wie „Fake-News“ oder „Alternativen Fakten“ ein ähnlich gefährliches Spiel betreibt.

Der Film zeigt aber noch etwas: Nämlich dass eine freie Presse nur funktionieren kann, wenn auch die Gerichte unabhängig sind. Was passiert, wenn das nicht der Fall ist, können wir aktuell sehr deutlich in der Türkei sehen. 

DIE VERLEGERIN mag ein Film sein, der in den 1970er Jahren spielt, er könnte aber (leider) nicht aktueller sein. Ein wichtiger Film, der uns hoffentlich dazu bringt, den Wert einer freien Presse wieder mehr zu schätzen. Denn wir diesen Zustand verlieren, ist das der Anfang vom Ende. Und das kann nun wirklich niemand wollen.

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