Die Frau des Nobelpreisträgers

Kinostart: 03.01.2019

ab6 OT: The Wife (Großbritannien / Schweden / USA 2017)
Länge: 101 Minuten
Genre: Drama
Regie: Björn Runge
Drehbuch: Jane Anderson
Darsteller: Glenn Close, Jonathan Pryce, Christian Slater, Max Irons, Annie Starke, Harry Lloyd
Verleih: SquareOne Entertainment GmbH

Joan (Glenn Close) und Joe Castleman (Jonathan Pryce) sind seit fast 40 Jahren verheiratet. Joe gefällt sich als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Er genießt in vollen Zügen die Aufmerksamkeit, die ihm zu Teil wird, diverse Affären inklusive. Seine Frau Joan scheint dabei mit viel Charme, einem scharfen Sinn für Humor und intelligenter Diplomatie die perfekte Unterstützung im Hintergrund. Als Joe für sein literarisches Oeuvre mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden soll, reisen sie gemeinsam nach Schweden. Begleitet werden sie dabei von ihrem Sohn David (Max Irons) – selbst angehender Schriftsteller ohne Vaters Segen. Zwischen hochoffiziellen Empfängen, Ehrfurchtsgebaren und Damenprogramm werden die Risse der Ehe sichtbar und eine unruhige Unzufriedenheit beginnt durch Joans stoische Fassade zu brechen. Zu allem Überfluss werden die Castlemans auch noch von Journalist und Möchtegern-Biograph Nathaniel Bone (Christian Slater) verfolgt, der unnachgiebig versucht, ein dunkles Geheimnis aufzudecken.

Kritik

In DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS zeigen Glenn Close und Jonathan Pryce fein nuanciert vom Zusammenbruch einer Beziehung. 

Bereits vor 35 Jahren erhielt Glenn Close ihre erste Oscar-Nominierung für ihre Nebenrolle in „Garp und wie er die Welt sah“. Bereits im Jahr darauf wurde sie erneut nominiert, dieses Mal für das Sport-Drama „Der Unbeugsame“. Es folgten weitere Nominierungen, ab sofort aber als Hauptdarstellerin, u.a. 1988 für „Eine verhängnisvolle Affäre“, 1989 für „Gefährliche Liebschaften“ und 2012 für „Albert Nobbs“. Gewonnen hat sie jedoch bislang nie. Mit ihrer Darstellung in DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS könnte sich das aber hoffentlich endlich einmal ändern. Zuerst aber müssen wir darauf hoffen, dass sie überhaupt nominiert wird, die Bekanntgabe erfolgt am 22. Januar 2019. 

Mit ihrer Darstellung in THE WIFE, wie der Film im Original schlichtweg heißt, gelingt es ihr, die innere Zerrissenheit auf wundersame Weise für den Zuschauer sichtbar zu machen. Je weiter der Film voranschreitet, desto deutlicher wird klar, warum der von Jonathan Pryce gespielte Nobelpreisträgers unbedingt verhindern will, dass Nathaniel Bone (Christian Slater) eine Biographie über ihn verfasst. Zu groß ist seine Angst, dass die Risse in der Beziehung zu seiner Frau ans Tageslicht kommen und womöglich zum endgültigen Bruch führen. 

Wenn der Film zum Ende hin mit einer großen Überraschung daherkommt – die an dieser Stelle keinesfalls verraten werden soll – dann gewinnt der Film damit zusätzliche Tiefe, die uns noch einmal bewusst macht, welch großartige Leistungen wir gerade auf der Leinwand gesehen haben. Ein starker Film, der zu Recht voll und ganz auf seinen beiden Hauptdarsteller setzt. 

Bildergalerie

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Filmplakat

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