Border

Kinostart: 11.04.2019

ab16 OT: Graens (Schweder 2018)
Länge: 110 Minuten
Genre: Fantasy / Drama
Regie: Ali Abbasi
Drehbuch: Ali Abbasi, Isabella Eklöf, John Ajvide Lindqvist, nach dem Roman von John Ajvide Lindqvist
Darsteller: Eva Melander, Eero Milonoff, Jörgen Thorsson, Ann Petrén, Sten Ljunggren, Kjell Wilhelmsen, Rakel Wärmländer, Andreas Kundler, Matti Boustedt
Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Die Grenzbeamtin Tina (Eva Melander) ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau etwas Animalisches. Tina hat zudem eine besondere Fähigkeit: Sie kann Angst, Scham und Wut anderer Menschen wittern. Ihr Talent macht sich der schwedische Grenzschutz erfolgreich zunutze, um Kriminelle aufzuspüren. Dennoch fühlt sich Tina seltsam fremd unter ihren Mitmenschen und lebt einsam und naturverbunden als Außenseiterin in den Wäldern. 

Doch dann begegnet sie Vore (Eero Milonoff), der ihr auffallend ähnlich sieht und bei dem ihre Begabung an ihre Grenzen stößt. Tina ahnt, dass Vore etwas zu verbergen hat. Und doch, unbefangen, wild und erstaunlich frei, wirkt Vore ungemein anziehend auf sie. Tina spürt bei ihm eine Vertrautheit, die ihr bisher fremd war. Als die beiden sich näher kommen, offenbart Vore ihre mystische Herkunft. Aber dieses Wissen bringt nicht nur neue Freiheiten, sondern auch unbequeme Herausforderungen mit sich, denen sich Tina stellen muss.

Kritik

Mit BORDER kommt ein feiner, kleiner Film aus Schweden, dem es mühelos gelingt, Genregrenzen zu sprengen…

Als BORDER vor kurzem beim Fantasy Filmfest gezeigt wurde, war auf den ersten Blick klar, welches Genre hier bedient wird. Doch während der Sichtung folgte dann die große Überraschung, denn so einfach lässt sich dieser Film gar nicht verorten.

Klar, er beginnt wie ein klassischer Mystery-Film, schließlich haben wir es mit einer genetisch entstellten Frau zu tun – grandios gespielt von Eva Melander – die aufgrund ihrer übersinnlichen Fähigkeiten in der Lage ist, Gefühle wie Angst, Scham oder Wut zu riechen. Dadurch ist sie für die Arbeit als Grenzbeamtin mehr als geeignet, schließlich erkennt sie Dinge, die ihre Kollegen womöglich übersehen hätten. 

Durch ihr äußeres Antlitz wird sie jedoch von der Bevölkerung gemieden und so lebt sie in einer Art Zweckgemeinschaft in einer kleinen Hütte im Wald. Ihr Mitbewohner ist jedoch ausschließlich an einem Platz interessiert, an dem er ungestört seiner Alkoholsucht frönen darf, ohne das zu viele Fragen gestellt werden. Tina hingegen blüht in der Natur erst richtig auf und genießt es, barfuss durch den Wald zu laufen. Vermutlich, weil sie dort von ihren ständigen Sinneseindrücken verschont bleibt.

Als sie bei einer Grenzkontrolle jedoch Vore trifft, der ihr nicht nur äußerlich zu ähneln scheint, beginnt für Tina ein neuer Abschnitt ihres Lebens. Neugierig lässt sie sich auf eine Abenteuer ein, denn zum ersten Mal hat sie einen Menschen vor sich, der für sie rätselhaft bleibt. 

Und an dieser Stelle beginnt der Film dann auch, seine eingeschlagenen Pfade zu verlassen und den Zuschauer mitzunehmen auf eine Reise in die Ungewissheit. Dass der Film am Ende dann auch noch mit einer gewissen Sozialkritik daherkommt, macht ihn so unberechenbar – und somit auch einzigartig. 

Sicherlich wird BORDER nicht das Interesse jedes Kinobesuchers finden, aber wer sich auf dieses faszinierende Abenteuer einlässt, wird dafür mit einem ganz besonderen Film belohnt.

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Filmplakat

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