Wilma will mehr

31.07.2025

Von der Lausitzer Tristesse im Nach-Wende-Ostdeutschland zum Wiener Schmäh! WILMA WILL MEHR – aber gleich das? In ihrem dritten Spielfilm zeigt uns die Regisseurin Maren-Kea Freese die Selbstfindung einer energischen Frau Mitte 40 als „Culture Clash“-Tragikomödie. Trotz einer aufopfernd agierenden Fritzi Haberlandt in der Hauptrolle wirkt dabei leider vieles nur arg gequält.

Brandenburg, Lausitzer Braunkohlerevier, Ende der 1990er-Jahre: Hier arbeitete die technisch versierte Wilma (Fritzi Haberlandt) als Führungskraft im Kraftwerk Sonne – bis zu dessen Schließung. Sie findet einen Job im Baumarkt, wird aber wenig später entlassen. Da sie früher als gedacht nach Hause kommt, erwischt sie ihren Mann Alex (Thomas Gerber) dabei, wie er mit ihrer Freundin Doris (Xenia Snagowski) splitterfasernackt Spaghetti kocht.

In der DDR war Wilma als starke Frau, die sich vor allem mit Maschinen und Elektrik bestens auskannte, unentbehrlich und ein lokaler Star – jetzt steht sie vor einem Scherbenhaufen. Nach der Wende und beim Niedergang der Neuen Länder sieht sie für sich keine Zukunft mehr in Deutschland. Kurzerhand setzt sich sich in einen Fernbus und fährt nach Wien, um ihren früheren Kollegen Martin (Stephan Grossmann) zu besuchen.

Sie zieht in eine linke Bohemian-WG und landet auf dem „Handwerkerstrich“. Jeden Morgen steht sie an der Straße und wartet auf Tages-Aufträge von Privatkunden. Bald schon repariert sie sich durch den Wiener Speckgürtel und wird als Expertin anerkannt. Bei einer Auftragsarbeit in einer Tanzschule beobachtet sie, wie ein Tanzlehrer chinesischen Touristen den Wiener Walzer beizubringen versucht. Ihr Interesse ist geweckt, sie fragt nach – und schon hat sie noch einen Job. Kann sie am Ende ihr Leben in den Griff bekommen?

WILMA WILL MEHR hangelt sich von einer Episode zur nächsten – manche sind bizarr, viele nur kauzig und verkrampft komisch. Man spürt, dass Fritzi Haberlandt von Hause aus Theaterschauspielerin ist. In meinen Augen fühlte sie sich nicht unbedingt wohl in dieser Rolle. So bleibt in diesem Selbstfindungsfilm ein schaler Nachgeschmack. Und unter uns: Der Wiener Dialekt kann schon richtig nerven!

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
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Originaltitel

Wilma will mehr (Deutschland 2025)

Länge

112 Minuten

Genre

Tragikomödie

Regie

Maren-Kea Freese

Drehbuch

Maren-Kea Freese

Kamera / Bildgestaltung

Michael Kotschi

Darsteller

Fritzi Haberlandt, Thomas Gerber, Stephan Grossmann, Meret Engelhardt, Valentin Postlmayr, Simon Steinhorst, Xenia Snagowski

Verleih

Neue Visionen Filmverleih GmbH

Filmwebsite

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