Whether the Weather is Fine

Jahrelang war beim Filmfest Hamburg die Sektion „Asia Express“ gleichbedeutend mit Filmen aus China und Südkorea. Inzwischen haben andere Länder aufgeholt. Diesmal gab es den Locarno-Gewinner „Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar“ aus Indonesien, einen Film aus Thailand zudem zwei Werke von den Philippinen – „On the Job: The Missing 8“ (Darstellerpreis in Venedig) und mein persönlicher Liebling WHETHER THE WEATHER IS FINE von Carlo Francisco Manatad. Hier zeigt ein junger Regisseur (Jahrgang 1987) mit seinem Spielfilmdebüt viel Mut zu radikaler Ästhetik, der sich nicht um Stilfragen und Genre-Klassifizierungen kümmert. 

Nach einem verheerenden Taifun erwacht der junge Miguel in einem Trümmerfeld – seine Stadt existiert nicht mehr. Immerhin haben auch seine (noch platonische) Freundin Andrea und seine Mutter Norma überlebt. Zu dumm, dass sich die beiden Frauen nicht ausstehen können. Was folgt, ist eine tagelange Odyssee durch ein geschundenes Land. Miguel will zum nächsten Hafen, wo angeblich ein Schiff in die Hauptstadt Manila fahren soll. Er legt sich mit gesetzlosen religiösen Fanatikern an, Andrea wird gegen ihren Willen als angebliche Heilige verehrt, Norma versucht verzweifelt, in eine hermetisch abgesperrte Klinik zu gelangen, wo sie ihren verletzten Mann vermutet.

Christliche Symbolik, verblüffende Musicaleinlagen und realistische Katastrophenszenen ergeben einen frechen Stilmix, der jeden begeistern wird, der sich von herkömmlichen Konventionen befreien will. Eine Entdeckung!

Trailer

Filmgespräch mit Regisseur Carlo Francisco Manatad

Im Rahmen der Berichterstattung
FSK noch unbekannt

Originaltitel

Kun maupay man it panahon (Frankreich / Deutschland / Philippinen / Singapur / Indonesien / Katar 2021)

Länge

104 Minuten

Genre

Drama

Regie

Carlo Francisco Manata

Drehbuch

Giancarlo Abrahan V, Carlo Francisco Manatad, Jeremie Dubois

Darsteller

Charo Santos-Concio, Daniel Padilla, Rans Rifol

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