Was werden die Leute sagen?

Kinostart: 10.05.2018

OT: Hva Vil Folk Si (Norwegen / Deutschland / Schweden 2017)
Länge: 107 Minuten
Genre: Drama
Regie: Iram Haq
Drehbuch: Iram Haq
Darsteller: Maria Mozhdah, Adil Hussain, Rohit Saraf, Ekavali Khanna, Ali Arfan, Sheeba Chaddha, Lalit Parimoo, Jannat Zubair Rehmani, Isak Lie Harr, Nokokure Dahl
Verleih: Pandora Film GmbH & Co. Verleih KG

Die fünfzehnjährige Nisha lebt ein Doppelleben. Zuhause gehorcht sie strikt den Traditionen und Werten ihrer pakistanischen Familie. Draußen mit ihren Freunden verhält sie sich wie ein ganz normaler norwegischer Teenager. Doch als ihr Vater sie mit ihrem Freund erwischt, kollidieren ihre beiden Welten brutal. Nisha wird von ihren Eltern gekidnappt und nach Pakistan gebracht. Sie hat Angst und fühlt sich allein in der Fremde. Aber Stück für Stück entdeckt sie das Land und die Kultur ihrer Familie. 

Kritik

Mit WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN legt die Regisseurin Iram Haq einen beeindruckenden Film vor, der ein wichtiges Problem an der Wurzel packt…

Mit 14 wurde Iram Haq von ihren Eltern nach Pakistan verschleppt und durfte erst anderthalb Jahre später zurückkehren. Ein Trauma, das sie jetzt eindrucksvoll in Szene gesetzt hat. Der Titel WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN ist Sinnbild für viele Konflikte in pakistanischen Familien. Denn dieser Gedanke tritt in dieser Bevölkerungsgruppe oftmals so sehr in den Vordergrund, dass er das Leben der Menschen bestimmt. 

Iram Haq sagt in einem Statement, dass sie sich irgendwann dazu entschieden hat, ihr Leben nur für sich selbst zu leben und nicht in erster Linie für andere. Denn die Angst davor, was die Leute wohl denken oder sagen würden, führt irgendwann zu solch irrationalen Handlungen wie im Film.

Haq macht das an diversen Stellen immer wieder deutlich, in dem sie den Ausspruch WAS WERDEN DIE LEUTE SAGEN in direktem Kontrast zur Realität bringt. Sie zeigt damit, wie weit sich die Menschen damit von der Realität entfernen. Denn den Mitmenschen in ihrer norwegischen Heimatstadt ist es so ziemlich egal, ob die Tochter sich gerade mit einem gleichaltrigen Jungen amüsiert hat. 

Ich muss zugeben, dass mich der Film im ersten Moment enttäuscht hat, weil er mit einer Großaufnahme des Gesichts des Vaters endet und nicht mit Mädchen. Doch Iram Haq war es wichtig, dass die Eltern nicht ausschließlich als Täter und die Tochter ausschließlich als Opfer dastehen. Und so kann man im letzten Blick des Vaters auch so etwas wie Veränderung wahrnehmen. Er beginnt, seine Taten zu überdenken und genau das wünschen wir uns auch für alle anderen Menschen, die sich fragen, was denn wohl die Leute sagen werden… 

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Filmplakat

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