Waren einmal Revoluzzer

Kinostart: 09.09.2021

ab12 OT: Waren einmal Revoluzzer (Österreich 2019)
Länge: 108 Minuten
Genre: Drama
Regie: Johanna Moder
Drehbuch: Johanna Moder
Darsteller: Julia Jentsch, Manuel Rubey, Aenne Schwarz, Marcel Mohab, Lena Tronina, Tambet Tuisk
Verleih: jip film & verleih GbR

Zwei gut situierte Paare in Wien – inzwischen sind sie längt im Establishment verankert, denn die wilden Jahre sind vorbei. Der Titel des Films von Johanna Moder könnte nicht besser sein: WAREN EINMAL REVOLUZZER. Der Traum von damals ist ausgeträumt – hier hat man sich mit der ziemlich langweiligen Gegenwart arrangiert. Helene (Julia Jentsch) ist Richterin, hat zwei Kinder, ein Wochenendhaus im Waldviertel (sprich: österreichische Provinz) und einen erschreckend erfolglosen Ehemann. Seit Jahren versucht Jakob (Manuel Rubey), eine Karriere als Singer/Songwriter zu starten – leider vergebens. Doch Helene verdient genug Geld.

Als ihr schnöseliger Yuppie-Freund Volker (Marcel Mohab), der gerade mit seiner neuen Freundin, der Künstlerin Tina (Aenne Schwarz), einen zweiten Frühling erlebt und beruflich nach Moskau reist, kommt Helene auf eine verwegene Idee – schließlich war sie mal „Revoluzzerin“: Sie bittet Volker, ihrem Ex-Freund Pavel (Tambet Tuisk), einem russischen Dissidenten, mit gefälschtem Pass zur Flucht zu verhelfen. Kurze Zeit später steht Pavel auf einem österreichischen Bahnhof – mit seiner Frau Eugenia (Lena Tronina) und Kind. Das war so nicht geplant.

Wie die drei Paare sich notgedrungen zusammenraufen müssen, macht den Reiz dieses Kammerspiels aus. Alle Sechs müssen trotz guten Willens an ihre Grenzen gehen. Ein bisschen Liebeskarussell, ein bisschen Weltschmerz, ein bisschen Eifersucht. Schade, dass Regisseurin Johanna Moder viele ihrer guten Ansätze verschenkt – der Film zerbröselt irgendwann nach der Hälfte. Tolle Schauspieler – allen voran Julia Jentsch -, eine gute Idee (das Thema Flüchtlinge liegt ja wirklich der Luft!), aber Johanna Moder hält das Timing nicht ganz durch. 

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 09.09.2021

Stillwater – Gegen jeden Verdacht

Einen realen Mordfall als Vorlage für einen spektakulären Action-Thriller zu nehmen und ihn so ganz anders sich entwickeln zu lassen, kann heikel werden. Doch Regisseur Tom McCarthy umschifft mit STILLWATER – GEGEN JEDEN VERDACHT alle Gefahren – der Film geht wegen seiner Intensität wohl jedem Zuschauer an die Nieren.

Beckenrand Sheriff

Deutsche Komödien haben ein Problem. Sie können gern mal den Bach runtergehen – in diesem Fall: die Schwimmbahn. Von Regisseur Marcus H. Rosenmüller kennen wir so überzeugende Filme wie „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und „Trautmann“. Mit BECKENRAND SHERIFF versuchte er sich jetzt an einer bayerischen Posse. Na ja! 

Der Rosengarten von Madame Vernet

Ganze neun Jahre hat sich der französische Regisseur Pierre Pinaud Zeit genommen, um uns seinen zweiten Spielfilm zu präsentieren. In DER ROSENGARTEN DER MADAME VERNET entführt er uns in die Welt der stacheligen, aber dennoch wunderschönen Blumen.  

Curveball – Wir machen die Wahrheit

Eine gelungene Polit-Satire aus Deutschland: Geht das überhaupt? Und ob! In CURVEBALL – WIR MACHEN DIE WAHRHEIT ist Arndt Wolf (Sebastian Blomberg) Biowaffen-Experte beim BND – Schwerpunkt Naher Osten. In den 90er-Jahren erhält er von seinem Vorgesetzten Schatz (Thorsten Merten) den Auftrag, den irakischen Asylbewerber Rafid Alwan (Dar Salim) auszuhorchen, der behauptet, am geheimen Biowaffen-Programm Weiterlesen