Unsane – Ausgeliefert

Kinostart: 29.03.2018

OT: Unsane (USA 2018)
Länge: 97 Minuten
Genre: Drama / Thriller
Regie: Steven Soderbergh
Drehbuch: Jonathan Berstein, James Greer
Darsteller: Claire Foy, Joshua Leonard, Sarah Stiles, Marc Kudisch, Amy Irving, Colin Woodell, Myra Lucretia Taylor, Lynda Mauze, Zach Cherry, Polly McKie, Jay Pharoah, Raul Castillo, Juno Temple, Mike Mihm, Robert Kelly,
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Eine junge Frau (Claire Foy) verlässt ihre Heimatstadt, um ihrer belastenden Vergangenheit zu entfliehen und beginnt einen neuen Job. Als sie jedoch unfreiwillig in einer psychiatrischen Einrichtung festgehalten wird, wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert – aber ist sie real oder nur ihre Einbildung? Da anscheinend niemand bereit ist, ihr zu glauben und die Behörden ihr nicht helfen können oder wollen, muss sie sich mit ihren Ängsten direkt auseinandersetzen. 

Kritik

Für UNSANE – AUSGELIEFERT greift Steven Soderbergh auf eine recht ungewöhnliche Filmkamera zurück – ein iPhone. Nur warum?

Bereits Sean Baker hat seinen Film TANGERINE auf dem iPhone gedreht, um beim Dreh sowohl flexibel zu sein, als auch Schwenks zu ermöglichen, die mit gängigen Kameras nicht möglich gewesen wären. Warum Soderbergh jetzt allerdings UNSANE – AUSGELIEFERT auf dem Mobiltelefon gedreht hat, hat sich mir bei der Sichtung leider nicht erschlossen. Die Kamera war weder besonders nah an den Schauspielern, noch befand man sich in Räumlichkeiten, die zu klein für ein normales Kameraequipment gewesen wären. Daher hat sich mir der Grund für diese Entscheidung leider nicht erschlossen, denn auch dramaturgisch gabe es dafür keinerlei Gründe. Sollte Soderbergh das iPhone nur genutzt haben, weil man es eben kann, wäre das in meinen Augen keine adäquate Begründung, denn die Grobkörnigkeit stört doch irgendwie.

Ärgerlich ist an UNSANE – AUSGELIEFERT aber auch, dass gerade Soderbergh, der durchaus für seine cleveren Handlungsstränge bekannt ist, hier wirklich eklatante Logiklöcher an den Tag legt. Nur ein Beispiel: In einer Szene ist Claire Foy mit einem Mitarbeiter der psychiatrischen Anstalt in einer Gummizelle. Sie überwältigt ihn, kann fliehen und lässt ihn darin zurück. Kurze Zeit später hat er sie bereits wieder eingeholt. Das ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, denn zur Flucht benötigt sie seinen Schlüssel. Ohne diesen kann er dann aber den Raum nicht mehr verlassen und ihr auch nicht folgen. Wie man einen solchen Fauxpas übersehen kann, ist mir schleierhaft. 

Auch die Spannung nimmt rapide ab, wenn dem Zuschauer mitten im Film die entscheidende Frage beantwortet wird, die er sich die ganze Zeit gestellt hat. Ab diesem Zeitpunkt ist eigentlich klar, wohin die Reise gehen wird. 

UNSANE – AUSGELIEFERT ist ein klassischer Thriller, der ohne große Überraschungen auskommt und seinen wichtigsten Plottwist viel zu früh verfeuert. Das ist ist schade, vor allem wenn man weiß, zu wie viel mehr Soderbergh eigentlich in der Lage ist. 

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Filmplakat

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