Und täglich grüßt die Liebe

Kinostart: 08.07.2021

ab6 OT: Long Story Short (Australien 2021)
Länge: 94 Minuten
Genre: Komödie / Romanze
Regie: Josh Lawson
Drehbuch: Josh Lawson
Darsteller: Rafe Spall, Zahra Newman, Ronny Chieng, Dena Kaplan, Josh Lawson, Noni Hazlehurst
Verleih: Studiocanal GmbH

Wieder einmal kommt mit UND TÄGLICH GRÜSST DIE LIEBE ein Groundhog-Day-Film um die Ecke. Was damit gemeint ist? Nun, zuerst einmal hat der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (im Original „Groundhog Day“) das Genre eingeläutet, in dem die Protagonisten einen Tag immer und immer wieder aufs Neue erleben, verdammt dazu, irgendetwas in ihrem Leben zu verändern. Im Kino wird dieses Thema immer mal wieder gerne aufgegriffen, so nun auch hier. 

Als Teddy (Rafe Spall) nach der Hochzeitsnacht aufwacht, merkt er sofort, dass irgendetwas anders ist. Ein ganzes Jahr ist vergangen, ohne dass er davon auch nur eine Sekunde mitbekommen hat. Schnell muss er feststellen, dass die Geschichte damit noch nicht vorbei ist, denn alle paar Minuten springt er ein weiteres Jahr in die Zukunft und muss feststellen, dass die Ehe mit seiner Frau Leanne (Zahra Newman) immer mehr Risse erhält. Mit Hilfe seines besten Freundes Sam (Ronny Chieng) versucht er nun herauszufinden, was in all den verpassten Jahren schief gelaufen ist, um die Beziehung doch noch retten zu können.

Nicht immer gelingen die Filme zu diesem Thema, das Kino hat hier auch bereits diverse Rohrkrepierer hervor gebracht. Umso skeptischer war ich zu Beginn des Films. Nach kurzer Zeit wurde aber schnell klar, dass Regisseur und Drehbuchautor Josh Lawson hier ein gutes Händchen hatte. Er wiederholt nichts (nun gut, Teddy erlebt ja auch nicht denselben Tag immer neu, sondern springt in die Zukunft) und es gelingt ihm, beim Zuschauer ein ganz besonderes Gefühl hervorzubringen. Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir uns doch alle schon mal in ähnlichen Situationen gefragt, wie es dazu kommen konnte, dass sich Menschen entfremden. Vermutlich weil uns Veränderungen im Umgang mit anderen Menschen nicht wirklich bewusst werden, da sie schleichend und langsam entstehen. In derselben Situation befindet sich Teddy, allerdings mit dem Unterschied, dass er die Veränderungen wirklich nicht mitbekommen hat. 

Josh Lawson hat mit UND TÄGLICH GRÜSST DIE LIEBE aber auch deshalb einen wunderbaren Film gemacht, weil er seine Protagonisten und ihre Probleme ernst nimmt. Er macht keine Gags auf ihre Kosten, sondern lacht und weint MIT ihnen. Ein wesentlicher Unterschied! Und wenn am Ende des Films vielleicht der Eine oder die Andere über ihr eigenes Verhalten nachdenkt, dann kann der Film vielleicht sogar noch etwas Gutes bewirken. Wer weiß… 

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