Tomb Raider

Kinostart: 15.03.2018

OT: Tomb Raider (USA 2018)
Länge: 118 Minuten
Genre: Abenteuer / Action
Regie: Roar Uthaug
Drehbuch: Geneva Robertson-Dworet, Alastair Siddons, nach einer Story von Evan Daugherty und Robertson-Dworet
Darsteller: Alicia Vikander, Dominic West, Walton Goggins, Daniel Wu, Kristin Scott Thomas
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Lara Croft (Alicia Vikander) ist die leidenschaftlich emanzipierte Tochter eines exzentrischen Abenteurers, der spurlos verschwand, als sie noch ein kleines Mädchen war. Inzwischen ist Lara erwachsen, aber ihr fehlt ein klares Lebensziel. Eher unmotiviert brettert sie als Fahrradkurierin durch die Straßen der Trendviertel von East London – zum Leben reicht das kaum. Sie will sich ihren eigenen Weg suchen und lehnt daher auch die Leitung des globalen Konzerns ihres Vaters ebenso strikt ab, wie sie sich weigert, an seinen Tod zu glauben. Mittlerweile sind allerdings sieben Jahre vergangen, und man legt Lara nahe, sich allmählich mit der Realität abzufinden. Doch irgendetwas – Lara begreift es selbst nicht – treibt sie dazu, endlich herauszufinden, was ihrem Vater eigentlich passiert ist. 

Als Lara alle Brücken hinter sich abbricht, handelt sie bewusst auch gegen den letzten Willen ihres Vaters. Ihre Suche beginnt dort, wo er zuletzt gesehen wurde: in dem legendären Grabmal auf einer mythischen Insel, die sich irgendwo vor der japanischen Küste befinden könnte. Doch Lara hat sich keine einfache Aufgabe vorgenommen: Allein schon die Reise in diese Region erweist sich als extrem gefährlich. Unversehens muss sie alles aufs Spiel setzen – sogar ihr Leben. Von einer Minute zur anderen verfügt sie über nichts außer ihrem scharfen Verstand, ihrem unverbrüchlichen Glauben und ihrem angeborenen Starrsinn. Doch reicht das, um auf dieser Reise ins Ungewisse über sich selbst hinauszuwachsen? Falls sie dieses haarsträubende Abenteuer überlebt, dann könnte sie mit einem Schlag berühmt werden. Denn nicht jeder darf sich Tomb Raider nennen.

Kritik

Kann Alicia Vikander als TOMB RAIDER das Trauma vergessen machen, das wir alle mit den Angelina-Jolie-Verfilmungen erlitten haben? Was taugt der neue Abenteuerfilm?

Wer Alicia Vikander bislang weder verfallen noch erlegen ist, muss in den vergangenen Jahren jenseits von allen cineastischen Veröffentlichungen verbracht haben. Egal in welche Rolle sich die Schwedin verwandelt hat, als Zuschauer konnte man gar nicht umhin kommen, vor ihr nieder zu knien. Zum Glück ändert sich das auch mit TOMB RAIDER nicht wirklich. Als kämpfende Amazonin ist sie schlichtweg eine Naturgewalt, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Vikander überzeugt in jeder einzelnen Minute, in der sie zu sehen ist – und es gibt tatsächlich nur ganz wenige ohne sie. 

Origin-Stories sind in den letzten Jahren ja immer beliebter geworden. Ausgelöst wurde dieser Trend einst durch BATMAN BEGINS und folglich nutzt auch TOMB RAIDER diesen Neustart, um die Ursprünge seiner Figur zu erzählen. Das ist auch extrem gut gelungen, denn Lara Croft wird hier zwar als toughe, aber auch verletzliche Figur dargestellt. Das zusammen mit ein paar atemberaubenden Action-Szenen in der Fahrradkurier-Szene ergibt eine schlüssige und interessante Vorgeschichte. 

Je weiter sich der Film jedoch fortentwickelt, desto mehr wünscht man sich ein besseres Drehbuch und vor allem bessere Nebendarsteller. Stellenweise wirkt Alicia Vikander leider wie eine erstklassige Schauspielerin inmitten einer Reihe von drittklassigen B-Movie-Darstellern. Das ist deshalb so schade, weil es genauso unnötig ist. 

Wenn dann Rätsel gelöst werden müssen, sich dabei der Fußboden auflöst und schwere Geschütze von Oben herab stürzen, die übersprungen werden müssen, dann fühlt man sich unweigerlich an eine 1:1-Kopie der ersten Indiana-Jones-Filme erinnert. Warum man hier so offensichtlich und dreist kopieren musste, ist mir ein absolutes Rätsel. 

Aber nichtsdestotrotz kann TOMB RAIDER überzeugen, wenn auch mit Abstrichen. Doch die macht Alicia Vikander mit ihrer imposanten, aber gleichzeitig auch zurückhaltenden Spielweise wieder wett. Kein Vergleich also zu den bisherigen Verfilmungen der Reihe. So ist der Film vielleicht nicht der ganz große Wurf, der er hätte sein können, aber er hält, was er verspricht und sorgt für einen eindrucksvollen Kinobesuch. 

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Filmplakat

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