Tides

Kinostart: 26.08.2021

ab12 OT: Tides (Deutschland 2020)
Länge: 104 Minuten
Genre: Science-Fiction / Drama
Regie: Tim Fehlbaum
Drehbuch: Tim Fehlbaum, Mariko Minoguchi
Darsteller: Nora Arnezeder, Iain Glen, Sarah-Sofie Boussnina, Sope Dirisu, Sebastian Roché, Joel Basman, Kotti Yun, Bella Bading, Chloé Heinrich, Eden Gough
Verleih: Constantin Film Verleih GmbH

Da hat ein deutscher Regisseur richtig Mut bewiesen. Mit wenig Geld dem internationalen Science-Fiction-Kino erfolgreich Konkurrenz zu bieten – dazu gehört schon einiges! Mit offensichtlichen Anleihen beim nassen Spektakel „Waterworld“ (1995) von Kevin Reynolds (mit Kevin Costner in der Hauptrolle) hat Tim Fehlbaum (nach eigenem Drehbuch gemeinsam mit Mariko Minoguchi) mit TIDES einen eigenwilligen, auch ästhetisch eindrucksvollen Dystopie-Film vorgelegt. 

Die Welt in der Zukunft: Nach Kriegen und Naturkatastrophen ist die Erde praktisch unbewohnbar geworden. Doch in Randzonen haben Menschen überlebt- so auch in einer unwirtlichen Gegend, die sehr an das norddeutsche Watt erinnert. Als der Kollaps drohte, war die herrschende Elite mit Raumschiffen zum fernen Planeten Kepler 209 umgesiedelt. Doch die dortige Atmosphäre machte die Menschen unfruchtbar. Um die Zukunft des Spezies zu retten, wird die Astronautin Blake (Nora Arnezeder) zurück auf die Erde geschickt, um zu testen, ob die restlichen Einwohner noch zeugungsfähig sind. Beim Landeanflug stürzt ihre Raumkapsel ab – sie ist die einzige Überlebende, die sich mit einer Horde gewalttätiger Wilder herumplagen muss. Nur ein junges Mädchen (Bella Bading) zeigt einen Hauch von Empathie. Auf der Flucht landet Blake in einem Schiffswrack, wo sich ihr Schicksal erfüllt. Denn eine frühere Kepler-Weltraum-Mission war vor Jahren ebenfalls auf der Erde gelandet… 

Zu weiten Teilen im Watt rund um Neuwerk gedreht, gelingt Regisseur Tim Fehlbaum mit TIDES ein atemberaubendes Werk, das auch visuell komplett überzeugt. Die unwirtlichen Nebelschwaden suggerieren eine fast surrealistische Atmosphäre, bei der man schnell vergisst: Teuer war der Film nicht. Geld ist nicht alles!

Ein toller, kleiner Film mit einer grandiosen Hauptdarstellerin: der Französin Nora Arnezeder!

Trailer

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Filmplakat

Neustarts am 26.08.2021

Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie

Die Drehbuchautorin Lisa Joy (verantwortlich für die TV-Serie „Westworld“) hatte für ihr Regiedebüt viel Zeit und viel Geld zur Verfügung, um mit REMINISCENCE: DIE ERINNERUNG STIRBT NIE einen außergewöhnlichen Endzeit-Film zu drehen, der die Geschichte der Cinematographie mit einbezieht.

Coup

Wenn ein Film seinen komplett eigenen Stil mitbringt und dann noch mit einer typisch norddeutschen Kodderschnauze um die Ecke kommt, bin ich an Bord. So wie COUP von Sven O. Hill, der gleich mehrfach zu überzeugen weiß. 

The Father

Über THE FATHER gab es im Vorfeld viel zu hören. Es sei die stärkste Performance von Anthony Hopkins seit Jahren oder gar der beste Film, wie einige Medien vermeldeten. Sie sollten Recht behalten. Hopkins hat für seine Darstellung seinen zweiten Oscar erhalten.

The Virtuoso

Auch für Regisseur Nick Stagliano ist der Neo-Noir-Thriller „Der eiskalte Engel“ (1967) von Jean-Pierre Melville offensichtlich das Maß aller Dinge. Der düstere, extrem stilisierte Film über einen von Alain Delon gespielten Auftragskiller, der an seinem Job verzweifelt, ist der Prototyp dieses Action-Genres. In Staglianos THE VIRTUOSO ist praktisch jede Szene eine Verbeugung vor diesem französischem Weiterlesen

Killer’s Bodyguard 2

Im Jahr 2017 kämpfte sich Ryan Reynolds als überforderter Bodyguard Michael Bryce des Auftragskillers Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) durch eine total absurde Actionkomödie. Der Film war weltweit ein Erfolg – was sprach dagegen, vier Jahre später einen zweiten Teil nachzulegen. KILLER’S BODYGUARD 2 entpuppt sich als ein würdiger Nachfolger – noch krasser, noch schräger: Weiterlesen

Martin Eden

Die Geschichte Italiens quer durch ein Jahrhundert zu bebildern, hat ein Regisseur vor Jahren genial gemeistert: „Novecento“ („1900“) von Bernardo Bertolucci ist ein Geniestreich des epischen Kinos. Der italienische Regisseur Pietro Marcello hatte den Ehrgeiz, diesen Erfolg zu wiederholen. Leider wählte er als Vorlage den US-amerikanischen Roman „Martin Eden“ von Jack London. 

Die Unbeugsamen

Bevor in der „Berliner“ Republik eine Frau Bundeskanzlerin der BRD wurde, gab es schon in der „Bonner“ Republik eine Zeit, in der Frauen das Sagen hatten. Der Dokumentarfilm DIE UNBEUGSAMEN von Torsten Körner zeigt eine Reihe von tapferen Politikerinnen, die sie sich in „Westdeutschland“ in den 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahren erfolgreich gegen die Männerwelt Weiterlesen

Der Hochzeitsschneider von Athen

Manchmal geschieht ein Wunder, und eine kleine Perle landet unverhofft auf der Leinwand des heimischen Kinos. Das Langfilm-Debüt der Deutsch-Griechin Sonja Liza Kenterman ist so eine Perle: DER HOCHZEITSSCHNEIDER VON ATHEN entpuppt sich als ein herzerwärmendes, poetisches Melodram aus dem Südosten Europas.