The Smashing Machine

02.10.2025

Mit einem Dwayne Johnson in Höchstform erzählt Benny Safdies THE SMASHING MACHINE von einem Mixed-Martial-Arts-Kämpfer am Abgrund – bleibt dabei aber überraschend distanziert…

Der in Toledo im US-Bundesstaat aufgewachsene Mark Kerr (Dwayne Johnson) ist ein Star der Mixed-Martial-Arts-Szene in den 1990er-Jahren. Zwar absolviert er bereits Kämpfe in der noch recht neuen UFC (Ultimate Fighting Championship), doch wirklichen Erfolg hat er im fernen Japan bei den MMA-Turnieren der Pride Fighting Championship. Die Kämpfe sind brutal und führen letztendlich dazu, dass Kerr abhängig von Schmerzmitteln wird. Mark Coleman (Ryan Bader), Kerrs Konkurrent, aber gleichzeitig auch bester Freund und Wegbegleiter, unterstützt ihn, wo immer er kann, während seine Frau Dawn Staples (Emily Blunt) ihm nicht immer eine Hilfe ist. So bleibt die Frage, ob es Kerr gelingen wird, seine Probleme trotz der Widrigkeiten in den Griff zu bekommen…

Irgendwann 2008/2009 sah Dwayne Johnson die Doku „The Smashing Machine: The Life and Times of Extreme Fighter Mark Kerr“, die ihn zutiefst bewegte. 2012 sicherte er sich mit seiner eigenen Produktionsfirma die Rechte, doch es sollten noch etliche Jahre ins Land ziehen, bevor der Film entstehen konnte. Erst 2019 fragte Johnson Benny Safdie für die Regie an, nachdem er seinen Film „Der schwarze Diamant“ gesehen hatte. Doch dann kam Corona, und die Produktion wurde heruntergefahren. Doch Safdie war als begeisterter Kampfsportfan Feuer und Flamme, und so sprach er Emily Blunt während der Dreharbeiten zu „Oppenheimer“ an, in dem Safdie eine kleine Rolle übernahm.

Die bisherigen Filme von Benny Safdie, die er zusammen mit seinem Bruder Josh inszeniert hatte, kann man durchaus als außergewöhnlich bezeichnen. Sowohl „Good Time“ als auch „Der schwarze Diamant“ spalten die Filmfans weltweit, wobei ich mich leider zu denjenigen zählen muss, die dazu keinen Zugang finden konnten. Entsprechend niedrig war meine Erwartungshaltung bei THE SMASHING MACHINE.

Beeindruckt hat mich aber von der ersten Sekunde an Dwayne Johnson. Kaum wiederzuerkennen spielt er die Hauptfigur mit einem solchen Einsatz, wie es ihm vermutlich niemand zugetraut hätte. Wie er den Gegensatz zwischen muskelbepacktem Kämpfer und innerlicher Verletzlichkeit ausbalanciert, ist tatsächlich schwer beeindruckend. Trotzdem fühlte ich mich seiner Figur nie wirklich nah und fragte mich zwischendurch immer wieder, ob es daran lag, dass ich diesem Sport bislang überhaupt nichts abgewinnen konnte, oder ob es schlichtweg am Drehbuch oder der Inszenierung lag. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass THE SMASHING MACHINE zwar allerlei Behauptungen aufstellte, diese aber für meine Begriffe zu wenig unterfütterte. Teile des Films blieben dadurch eindimensional und nicht wirklich greifbar.

THE SMASHING MACHINE ist keine typische Sportlerbiografie, die den Protagonisten auf ein hohes Podest stellt und in sämtlichen Aspekten verehrt. Dwayne Johnson war es auch wichtig, Mark Kerr nicht nur mit all seinen Erfolgen zu zeigen, sondern auch mit seinen Fehlern und Problemen. Das finde ich vom Grundsatz her auch bewundernswert, in der Ausführung hier aber dann doch ungenügend. Ich bin mir sicher, dass die Fans des Mixed-Martial-Arts den Film feiern werden und mit ihrer Liebe zum Sport über die Schwächen hinwegsehen können. Mir ist das leider nicht gelungen.

Trailer

FSK noch unbekannt

Originaltitel

The Smashing Machine (USA 2025)

Länge

123 Minuten

Genre

Biographie / Drama

Regie

Benny Safdie

Drehbuch

Benny Safdie

Kamera / Bildgestaltung

Maceo Bishop

Darsteller

Dwayne Johnson, Emily Blunt, Ryan Bader, Bas Rutten, Oleksandr Usyk, Lyndsey Gavin

Verleih

Leonine Distribution GmbH

Filmwebsite

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