The Forever Purge

Kinostart: 12.08.2021

ab16 OT: The Forever Purge (USA 2021)
Länge: 104 Minuten
Genre: Action / Thriller / Horror
Regie: Everardo Valerio Gout
Drehbuch: James DeMonaco
Darsteller: Ana De La Reguera, Tenoch Huerta, Cassidy Freeman, Leven Rambin, Alejandro Edda, Zahn McClarnon, Sammi Rotibi, Josh Lucas, Will Patton
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Mit THE FOREVER PURGE kommt jetzt der fünfte Teil der Reihe in die Kinos – und wird nicht der letzte sein… 

Bislang war ich eigentlich ein Fan der Reihe, die meines Erachtens eine eindrucksvolle Steigerung von Film zu Film vorgelegt hat. War der erste Teil noch ein reiner Home-Invasion-Thriller, der sich beinahe ausschließlich in einem einzigen Haus abgespielt hat, ging es in Teil zwei auf die Straße. In der dritten Ausgabe hat man die Handlung dann auf die politische Ebene ausgeweitet. Der vierte Teil ist mir bislang leider entgangen und die aktuelle fünfte Ausgabe lässt das System nun aus dem Ruder laufen.

Wir befinden uns in den USA der nahen Zukunft. Die Mauer an der Grenze nach Mexiko wurde erfolgreich errichtet und noch immer findet alljährlich die Purge statt, auch „Säuberung“ genannt. Für eine Nacht sind alle Verbrechen erlaubt, selbst Mord. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Nach den 12 Stunden ist die Purge keinesfalls zu Ende. Nein, eine radikale Bürgerwehr ruft die „Forever Purge“ aus, die das Ziel hat, die Vereinigten Staaten von allen Mexikanern, Schwarzen und Illegalen zu befreien. Sie wollen nicht weniger als die Regierung stürzen und die Purge als Dauerzustand einrichten. 

Mittendrin befindet sich das mexikanische Pärchen Adela (Ana de la Reguera) und Juan (Tennoch Huerta), die gerade erst erfolgreich den Kartellen in ihrem Heimatland entkommen sind. Juan verdingt sich als Rancharbeiter für die wohlhabende Familie Tucker und beeindruckt den Familienpatriarchen Caleb Tucker (Will Patton). Das schürt den eifersüchtigen Zorn von Calebs Sohn Dylan (Josh Lucas). Nach einem Angriff auf die Ranch, sind die beiden Familien gezwungen, gemeinsam zu flüchten. Derweil öffnen Mexiko und Kanada für kurze Zeit die Grenzen für US-Bürger, aber werden sie die sichere Grenze rechtzeitig erreichen?

THE FOREVER PURGE hat ein paar gute Ansätze. Der immer wieder aufkeimende Hass auf Fremde in den USA ist durchaus ein bekanntes Problem und so spinnt der Film eine Zukunft auf, die gar nicht allzu weit hergeholt klingt. Leider verlässt der Film dann diese vielversprechende Prämisse und konzentriert sich ausschließlich auf die Flucht der beiden Familien von Texas zur mexikanischen Grenze. Fortan geht es nur noch ums nackte Überleben, die politische Brisanz der Rahmenhandlung wird erst wieder gegen Ende aufgegriffen, wenn der Film anhand von News-Fetzen den weiteren Verlauf der Geschichte andeutet. 

Diese Flucht hätte auch in jedem anderen Horror-Thiller spielen können, hier verspielt Regisseur Everardo Valerio Gout, der die Regie von Purge-Schöpfer James DeMonaco (der aber das Drehbuch verfasst hat) übernommen hat, sein Zielwasser. So ist THE FOREVER PURGE leider nur ein beliebiger, austauschbarer Thriller, der sich seines Potentials nie wirklich bewusst ist.

Die Macher haben aber bereits angekündigt, dass die Reihe noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Warten wir mal ab, was da als Nächstes kommen mag. Es kann nur besser werden…

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