The Fantastic Four: First Steps

24.07.2025

„Family First“ könnte der Untertitel von THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS lauten. Das sind zumindest Werte, die vertretbar sind. Mister Fantastic, die Unsichtbare, das Ding und die menschliche Fackel haben es in wunderschöner retro-futuristischer Sixties-Optik mit Weltraumgott Galactus und seiner geheimnisvollen Vorbotin Silver Surfer zu tun.

Stan Lee und Jack Kirby ließen ihre Superhelden „The Fantastic Four“ 1961 debütieren. Ihnen ging es darum, dass diese in erster Linie Menschen sind – und dann erst Superhelden. Auch waren sie Marvels erste Superheldenfamilie. THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS lässt sich so auch viel Zeit, die Figuren einzuführen. Die Astronauten Reed Richards, seine Frau Sue Storm, ihr jüngerer Bruder Johnny Storm und Reeds bester Freund Ben Grimm flogen zusammen ins Weltall. Dort lief es nicht ganz rund: Die „Fantastischen Vier“ kamen mit kosmischer Strahlung in Berührung und mit Superkräften auf die Erde zurück.

Wir steigen zu dem Zeitpunkt in die Geschichte ein, als die Superheldentruppe ihr fünfjähriges Jubiläum feiert. Funk und Fernsehen berichten natürlich. Das retro-futuristische Alternativ-Universum Earth-828 bietet dabei viel Sixties-Charme, der bereits in zahlreichen Trailern Lust auf THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS gemacht hat. Sue ist plötzlich schwanger, womit Reed und sie gar nicht mehr gerechnet haben. Das hat auch Einfluss auf das WG-Leben der Vier, in das wir eingeführt werden. Roboter-Butler H.E.R.B.I.E. ist ebenso am Start. Es beginnt also wie eine Daily Soap.

Reed Richards (Pedro Pascal) ist ein hochintelligenter Wissenschaftler, und er kann jeden Teil seines Körpers unendlich in die Länge ziehen. Als Mister Fantastic ist er das Familienoberhaupt. Seine Frau Sue Storm (Vanessa Kirby) kann sich unsichtbar machen und gefährliche Energiestrahlen aussenden („The Invisible Woman“ war die erste weibliche Marvel-Superheldin im Silver Age der Comic-Bücher).

Johnny Storm (Joseph Quinn) ist ebenso wissenschaftlich interessiert, hat aber auch die praktische Eigenschaft, bei Stromausfall als menschliche Fackel zu dienen. Er kann Feuer kontrollieren und fliegen. Ben Grimm (Ebon Moss-Bachrach) ist nun das Ding, was etwas Grobklotzigkeit mit sich bringt. Das lässt seine Flirtversuche bei Rachel Rozman (Natasha Lyonne) etwas ungelenk wirken. Dafür hat er aber übermenschliche Kräfte und eine starke Ausdauer.

Fünf Jahre nach ihrem Marvel-Comics-Debüt (1961) bekommen es die Fantastic Four erstmals mit dem Silver Surfer und Galactus zu tun. Die Galactus-Trilogie gilt als Storybogen-Highlight und liefert die Geschichte zu THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS. Der interstellare Herold Silver Surfer (erstmals weiblich: Julia Garner) kündigt an, dass es der gottgleiche Weltenverschlinger Galactus (Ralph Ineson) auf die Erde abgesehen hat. Gezwungen, ihre Rolle als Helden und den Zusammenhalt ihrer Familie in Einklang zu bringen, müssen die „Fantastischen Vier“ nun mit ihren gebündelten Kräften die Erde verteidigen. Das Action-Abenteuer kann also beginnen.

Nach den eher missglückten Versuchen von Constantin Film Mitte der 2000er und der Neuauflage mit jüngeren Helden 2015 sind die Rechte 2019 wieder beim Marvel-Mutterkonzern Disney gelandet – und wurden von Regisseur Matt Shakman („WandaVision“) ins Marvel Cinematic Universe (MCU) integriert. Neben viel gelungenem Superheldenspektakel im All und auf der Erde kann Shakman auch mit ruhigen Momenten punkten, vor allem zwischen dem gebürtigen Chilenen Pedro Pascal („The Great Wall“, „Kingsman: The Golden Circle“, „The Mandalorian“) und der britischen Schauspielerin Vanessa Kirby („Pieces of a Woman“, „Mission: Impossible“-Reihe, „Eden“). Ungewöhnlich für Marvel dürfen die beiden hier mit Mimik glänzen (allein in ihre Gesichter zu schauen, lohnt sich schon).

Die Geschichte ist wirklich straff, auf den Punkt und ohne zu viele Figuren erzählt. Eigentlich sollte John Malkovich als ikonischer Bösewicht Ivan Kragoff (Red Ghost) in einer actiongeladenen Eröffnungsszene auftreten, begleitet von seinen Super-Affen. Doch wie Regisseur Matt Shakman bestätigte, fiel die gesamte Sequenz der Schere zum Opfer. „Es war herzzerreißend, ihn nicht in der finalen Version zu haben. Er ist einer meiner Lieblingsmenschen und eine meiner größten Inspirationen“, erklärte Shakman traurig gegenüber Variety. Das ist zwar schade, aber THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS funktioniert so als Familiendrama mit einem großen Gegenspieler tatsächlich besser.

Die Fantastic Four eröffnen Phase sechs des Marvel Cinematic Universe (MCU) und machen gespannt auf „Avengers: Doomsday“ (2026). Shakman gibt den Staffelstab weiter an die Russo-Brüder. Und wie üblich gibt es eine Licht ins Dunkel bringende Mid-Credit- und außerdem eine schöne End-Credit-Szene.

Trailer

ab12

Originaltitel

The Fantasic Four: First Steps (USA 2025)

Länge

115 Minuten

Genre

Action / Fantasy

Regie

Matt Shakman

Drehbuch

Josh Friedman, Eric Pearson, Jeff Kaplan, Ian Springer

Story

Eric Pearson, Jeff Kaplan, Ian Springer, Kat Wood

Kamera / Bildgestaltung

Jess Hall

Darsteller

Pedro Pascal, Vanessa Kirby, Joseph Quinn, Ebon Moss-Bachrach, Ralph Ineson, Julia Garner, Paul Walter Hauser, Natasha Lyonne, Sarah Niles, Mark Gatiss, Matthew Wood, Brandon Burke

Verleih

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Filmwebsite

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