Das Superheldenkino hatte seine Geburtsstunde mit Christopher Reeve als Mann aus Stahl in Richard Donners „Superman“ (1978). Einen Legendenstatus wie dieser hat seitdem nie wieder ein Darsteller mit dem roten Cape erreicht. Nun wagt sich der neue DC-Chef James Gunn an ein Reboot von SUPERMAN mit David Corenswet in der Hauptrolle.
Wir steigen bei SUPERMAN diesmal schnell in die Geschichte ein, driften eine fantastische Eislandschaft entlang (in Norwegen gedreht) und steuern direkt auf Supermans Festung zu, die von außen einem Eispalast gleicht. Auf dem Weg dahin erfahren wir in Textform die Vorgeschichte: Der auf dem fernen Planeten Krypton lebende Wissenschaftler Jor-El entdeckt, dass die Zivilisation der Kryptonier durch eine nahende Katastrophe dem Untergang geweiht ist. Um seinen dreijährigen Sohn Kal-El zu retten, schickt er ihn mit einem Raumschiff zur Erde…
SUPERMAN hat eine Schlacht verloren und wird von Krypto, dem etwas widerspenstigen Superhund, im ewigen Eis gerettet – und zu Supermans Festung gezogen, die nur mit seiner DNA geöffnet werden kann. Im Innern sieht alles hochmodern aus: Eine Horde Roboter empfängt Superman und päppelt ihn mit gelben Sonnenlicht wieder auf, so dass er zurück in den Kampf ziehen kann.
Superman gerät in die Kritik, weil er dafür gesorgt hat, dass das Land Boravia militärisch nicht ins Nachbarland einfallen konnte. Er hat einen Krieg verhindert, die US-Regierung sieht das jedoch anders, zumal Boravia ein Verbündeter ist. Zudem erhält Lex Luthor (Nicholas Hoult) in den höchsten Kreisen Gehör, denn er will, dass der Kryptonier verschwindet. Luthor bricht in Supermans Festung ein und findet dort eine Botschaft von Supermans Eltern, die zunächst unvollständig ist. Aber seine Expertin Angela Spica / The Engineer (María Gabriela de Faría) kann sie vervollständigen.
Währenddessen kämpft SUPERMAN mit einem Monster, das Metropolis zu verwüsten droht. Hier merken wir schon, das ihm das Wohl von Menschen und Tieren, ja sogar Monstern am Herzen liegt. Selbst Eichhörnchen rettet er! Nun kommt ihm die Justice Gang zur Hilfe: Green Lantern (Nathan Fillion), Hawkgirl (Isabela Merced) und Mister Terrific (Edi Gathegi). Doch Lex Luthor streut über die News den Inhalt der wiederhergestellten Nachricht von Supermans Eltern (Bradley Cooper als Jor-El und Angela Sarafyan als Lara Lor-Van): Superman ist nicht der gute Superheld!
Wir sehen Clark Kent ins Gebäude des Daily Planet gehen, in seiner menschlichen Identität wirkt SUPERMAN eher tolpatschig und unsicher. Aber gerade erst hat er eine Titelstory gelandet, da er bisher der einzige ist, dem ein Interview mit Superman gelungen ist. Seine Liebste, die Reporterin Lois Lane (Rachel Brosnahan), weiß Bescheid, dass er selber der Träger des roten Capes ist und das Superhelden-S auf der Brust trägt. Nur: Sie darf sich das nicht anmerken lassen. Lois ermittelt also investigativ, was für einen Dreck Lex Luthor am Stecken hat.
Der neue DC-Impresario James Gunn (gemeinsam mit Produzent Peter Safran) entwickelt scheinbar auch Superheldenkräfte: Als Drehbuchautor und Regisseur stemmt er vieles bei diesem Reboot. Sogar sein eigener Hund Ozu (nach dem japanischen Meisterregisseur), den er selbst als „schlimmsten Hund der Welt“ bezeichnet, ist jetzt als Krypto in SUPERMAN verewigt worden. Die eigene Handschrift, die Gunn schon bei „Guardians Of The Galaxy“ und „The Suicide Squad“ zeigte, kommt auch hier zum Vorschein: Ein einzigartiger Humor, der dem Superheldenkino wirklich gut tut.
Auch gelingt es, zwischen Action und ruhigen Momenten eine gute Balance zu finden: Das CGI-Gewitter wird immer wieder durch Momente aufgebrochen, in denen Lois und Clark Gespräche führen und sich als Liebende annähern. Ein Zwischenstopp in Smallville (im Bundesstaat Kansas), der Supermans Regeneration dient, lässt zudem durchatmen: Krypto spielt mit den Kühen auf der Wiese und wir lernen Clarks irdisches Elternhaus samt Vater Jonathan (mit Glatze kaum zu erkennen: Pruitt Taylor Vince) und Mutter Martha (mit einem ganz fiesen Akzent: Neva Howell) kennen.
James Gunn suchte als SUPERMAN jemanden, der die Menschlichkeit, Freundlichkeit und das Mitgefühl der Figur besaß – und „jemand war, den man umarmen möchte“. All das hat er in David Corenswet („Pearl“, „Twisters“) gefunden, der seinen Job wirklich gut macht als Mann aus Stahl – wofür er auch hart trainiert hat. Aber auch als Mensch, der Gefühle zeigen kann. Nicholas Hoult besitzt glatzköpfig als Lex Luthor durchaus ein düsteres Charisma. Und Rachel Brosnahan (hat im Casting Emma Mackey ausgestochen) kann als ehrgeizige Journalistin und Love Interest überzeugen. Ein bisschen Punkrock ist sie auch, darf Edi Gathegi als Mister Terrific tatkräftig bei der Superheldenaction unterstützen.
Der Startschuss für das neue DC-Universum ist also geglückt – und einiges, was noch kommen mag, wird schon angedeutet. James Gunn liefert als Einstieg einen Film wie aus einem Guss – und das ist doch auch schonmal was wert. Die Serien „Smallville“ und „Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark“ scheinen vom Vibe her diesen SUPERMAN inspiriert zu haben.
Superman (USA 2025)
130 Minuten
Action / Abenteuer / Science-Fiction
James Gunn
James Gunn
Henry Braham
David Corenswet, Rachel Brosnahan, Nicholas Hoult, Edi Gathegi, Anthony Carrigan, Nathan Fillion, Isabela Merced, Skyler Gisondo, Sara Sampaio, María Gabriela de Faría, Wendell Pierce, Alan Tudyk, Pruitt Taylor Vince, Neva Howell
Warner Bros. Entertainment GmbH