Styx

Kinostart: 13.09.2018

ab12 OT: Styx (Deutschland / Österreich 2018)
Länge: 95 Minuten
Genre: Drama
Regie: Wolfgang Fischer
Drehbuch: Wolfgang Fischer, Ika Künzel
Darsteller: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa
Verleih: Zorro Film GmbH

Rike – Ärztin aus Europa, 40 Jahre alt – verkörpert eine westliche Vorstellung von Glück und Erfolg. Sie ist gebildet, selbstbewusst, zielstrebig und engagiert. In Köln bestreitet sie als Notärztin ihren Alltag, bevor sie ihren Urlaub in Gibraltar antritt. Dort sticht sie alleine mit ihrem Segelboot in See. Ziel ihrer Reise ist die Atlantikinsel Ascension Island. Ihr Urlaub wird abrupt beendet, als sie sich nach einem Sturm auf hoher See in unmittelbarer Nachbarschaft eines überladenen, havarierten Fischerbootes wiederfindet, auf dem mehrere Dutzend Menschen zu ertrinken drohen. Rike folgt zunächst der gängigen Rettungskette und fordert per Funk Unterstützung an. Als ihre Hilfsgesuche unbeantwortet bleiben, die Zeit drängt und sich eine Rettung durch Dritte als unwahrscheinlich herausstellt, wird Rike gezwungen zu handeln. 

Kritik

Mit seinem Film STYX beschäftigt sich der österreichische Regisseur Wolfgang Fischer mit einem viel diskutierten Horrorszenario, das in letzter Zeit immer häufiger Realität wird… 

Immer wieder erreichen uns in den Nachrichten Bilder von Menschen, die auf dem Seeweg in hoffnungslos überfüllten Booten versuchen, das für sie rettende europäische Festland zu erreichen. Doch wie so etwas im Detail aussieht und wie sich ein einzelner Mensch verhält, wenn er einmal auf ein solches Schiff trifft, all das zeigt der Film auf eine eindrucksvolle Art und Weise. 

Dabei bleiben wir auch hier größtenteils Beobachter aus der Ferne, nehmen aber sehr stark Anteil an der Hilflosigkeit einer einzelnen Frau, die verzweifelt versucht, etwas zu bewegen, dabei aber von allen Seiten im Stich gelassen wird. 

STYX zeigt in ruhigen und sachlichen Bildern, was passiert, wenn wirtschaftliche mit humanitären Interessen kollidieren. In gewisser Weite ist der Film auch eine Art Suche nach der eigenen Identität, denn die Frage, wer wir sind oder wer wir sein möchten, kreist die ganze Zeit über der Handlung auf dem offenen Meer. Wie ein einzelner Mensch damit umgeht, wenn er einfach nicht die Möglichkeit hat, einzugreifen, fängt Fischer in starken Bildern ein. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt… 

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