Stans

ab 07.08.2025 nur für ein Wochenende im Kino

Der vor 25 Jahren veröffentlichte Song „Stan“ über einen besessenen und psychisch labilen Fan ist heute ein absoluter Klassiker. Die von Eminem selbst produzierte Doku STANS wirft nun einen Blick auf das Phänomen, wenn die Verehrung einer Berühmtheit etwas zu weit geht…

Was passiert, wenn ein Fan zu einem Stalker wird? Im Jahr 2000 schrieb der US-Rapper Eminem darüber den Song „Stan“. Der Begriff, eine Mischung aus „Fan“ und „Stalker“, hat es 2017 sogar offiziell ins „Oxford English Dictionary“ geschafft. Dort heißt es als Erklärung, ein „Stan“ sei ein „übereifriger oder besessener Fan einer bestimmten Berühmtheit“.

Für den Gesangspart schnappte sich Eminem die bis dahin noch unbekannte Sängerin Dido und machte eine Strophe ihres kurz zuvor veröffentlichten Songs „Thank You“ zum Refrain. In dem Song schreibt die Titelfigur immer wieder emotionale Briefe an sein Idol, die sich in Wortwahl und Aggressivität immer weiter steigern.

Der Dokumentarfilm STANS lässt in Gesprächen nun einige Hardcore-Fans zu Wort kommen, die ausführlich erzählen, wie sehr sich ihr Leben um ihr Idol dreht. Die eine hält den Rekord für die meisten Tattoos eines einzelnen Künstlers, der andere glaubt, nur dann glücklich zu sein, wenn er sämtliche Orte aufsucht, an denen Eminem aufgewachsen ist. Manchmal ist es nur eine einfache Verehrung, doch hin und wieder merkt man als Zuschauer, dass das vereinzelt auch in eine Art Obsession umschlägt – oder umschlagen könnte. Untermalt werden diese Interviews mit stilisierten Nachstellungen oder Archivmaterial.

Natürlich haben solche STANS auch einen Einfluss auf das Leben eines Künstlers. Wie viel Fanliebe kann man ertragen, bevor sich das Ganze in Angst verwandelt? Auch Eminem selbst kommt zu Wort, lässt die Kamera hingegen nicht allzu dicht an sich heran. Das ist durchaus positiv zu werten, schließlich hätte dieser Film auch zur absoluten Ego-Show werden können. Stattdessen zeigt STANS, dass sich übertriebene Fanliebe auch auf das Werk eines Künstlers auswirken kann. Regisseur Steven Leckart macht das deutlich, indem er immer wieder entsprechende Fragmente der Lyrics aus Eminems Songs einblendet. Dazu hätte ich gerne ein wenig mehr Erläuterungen aus dem Mund des Künstlers gehört, um die einzelnen Songs vielleicht auch besser verstehen und deuten zu können. Im Endeffekt geht es hier schließlich nicht um den Rapper und sein Werk, sondern um die Fans.

Dazu passt auch, dass der Film zwar ein Stück weit den Lebensweg von Eminem beschreibt, dieses hingegen ausschließlich durch die STANS des Films erzählen lässt. Ein wirklich cleverer Schachzug, der denjenigen, die mit dem in Detroit aufgewachsenen Musiker sonst nichts am Hut haben, einen Einblick gibt, gleichzeitig den Zuschauern vor Augen führt, wie viel diese Leute über das Leben ihres Idols wissen.

Zu Wort kommen auch andere Prominente wie Ed Sheeran oder Adam Sandler, die sich selbst als Eminem-Fans outen. Aber auch Wegbegleiter wie beispielsweise Dr. Dre, der Eminem damals entdeckt und gepusht hatte, liefern ihren Blick auf das Thema.

Vielleicht vermittelt STANS keine wirklich neuen Infos über Eminem, das ist allerdings auch nicht das Ziel des Films. Wer jedoch einmal wissen möchte, wie diese Hardcore-Fans ticken, der sollte sich STANS unbedingt anschauen.

Trailer

FSK noch unbekannt

Originaltitel

Stans (USA 2025)

Länge

102 Minuten

Genre

Dokumentation

Regie

Steven Leckart

Kamera / Bildgestaltung

Graham Willoughby

Darsteller

Eminem

Verleih

Luftkind Filmverleih GmbH

Filmwebsite

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Weitere Neustarts am 07.08.2025