Space Jam: A New Legacy

Kinostart: 15.07.2021

ab6 OT: Space Jam 2 (USA 2021)
Länge: 116 Minuten
Genre: Animation / Komödie / Familie
Regie: Malcolm D. Lee
Drehbuch: Juel Taylor, Tony Rettenmaier, Keenan Coogler, Terence Nance, Jesse Gordon, Celeste Ballard
Darsteller: LeBron James, Don Cheadle, Khris Davis, Sonequa Martin-Green, Cedric Joe, Jeff Bergman, Eric Bauza, Zendaya
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Stolze 25 Jahre ist es her, dass in SPACE JAM der Basketball-Superstar Michael Jordan zusammen mit den Looney Tunes in einem intergalaktischen Spiel antreten musste. Jetzt wiederholt sich die Geschichte im Aufguss SPACE JAM: A NEW LEGACY. 

Manche Filme werden auch mit der Zeit nicht besser. Schaut man sich heute ein Vierteljahrhundert später das Basketball/Looney-Toons-Crossover an, dann ist dieser Film nicht wirklich gut gealtert. Warum man dann auf die Idee kommt, nach so langer Zeit würde die Menschheit auf eine Fortsetzung warten, ist mir absolut schleierhaft. Aber vielleicht geht es auch gar nicht um die Geschichte selbst, denn die klingt ähnlich wie der Vorgänger, nur mit einem Spritzer Digitalisierung.

Die künstliche Intelligenz Al G. Rhythm (Don Cheadle) lechzt nach nichts geringerem als der Weltherrschaft im Bereich der Entertainment-Netzwerke. Sein „Warner 3000“ genanntes System soll es den Usern erlauben, ganz tief in diverse Warner-Klassiker eintauchen zu können. Und wer wäre dafür besser als Werbefigur geeignet als LeBron James. Als dieser jedoch absagt, wird der böse Algorithmus sauer und zieht ihn mitsamt seiner Familie in das sogenannte „Serverversum“. Die Bedingung: Nur wenn LeBron ein Basketballspiel gegen Al G. Rhythms „Goon Team“ gewinnt, dürfen er und seine Familie wieder nach Hause.

Klingt an den Haaren herbeigezogen? Ist es auch. Die Geschichte ist so dermaßen unglaubwürdig, dass man bereits nach kurzer Zeit als Zuschauer das Interesse verliert. Alle Figuren, besonders die von Don Cheadle als allmächtiger Algorithmus, sind extrem überzeichnet, alles ist ständig laut und grell und sowieso viel zu lang. Knapp zwei Stunden hätten hier bei der dünnen Geschichte wirklich nicht Not getan. 

Bleibt am Ende nur die Frage nach dem „Warum“. Der Lösung könnte man ein wenig näher kommen, wenn man sich die aktuelle Situation der Streamingdienste anschaut. Netflix dominiert und gemeinsam mit Amazon Prime Video und Disney+ scheint der Markt einigermaßen gesättigt zu sein. Warner hat seinen eigenen Streamingdienst lange vor sich hergeschoben und gerade erst in den USA unter dem Titel „HBO Max“ gestartet. Europa soll folgen, doch hier ist man beispielsweise in Deutschland noch an Verträge mit Sky gebunden. Außerdem sind viele Konsumenten nicht wirklich bereit, noch einen weiteren Dienst zu abonnieren. Und so ist SPACE JAM: A NEW LEGACY eigentlich viel mehr eine Art Selbtbeweihräucherung Warners, um zu zeigen, wie groß die eigene Bibliothek doch eigentlich ist. Kein Wunder also, dass der Film unfassbar viele Warner-Titel zeigt (bzw. deren Figuren) und es nicht unterlässt, immer und immer wieder den Namen „Warner“ fallen zu lassen. Aber für einen überdimensionalen Werbetrailer muss ich im Kino keinen Eintritt bezahlen… 

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Filmplakat

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