Für alle, denen die besinnliche Weihnachtszeit am Arsch vorbeigeht, haben wir was: Regisseur und Drehbuchautor Mike P. Nelson liefert mit SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT ein Reboot des Horror-Kultfilms von 1984. Ein Killer im Weihnachtsmann-Kostüm metzelt munter drauf los!
Es fängt an wie im Original: Der fünfjährige Billy besucht seinen katatonischen Großvater im Pflegeheim. Als seine Eltern kurz das Zimmer verlassen, erwacht der alte Mann aus seiner Starre, packt ihn und sagt: „Unartige Jungs werden bestraft!“. Dann sehen wir, wie Billy Chapman als kleiner Junge auf einer verschneiten Straße mitansehen muss, wie seine Eltern brutal von einem Mann im Weihnachtsmann-Kostüm ermordet werden. Seine Mutter kämpft zwar aufopferungsvoll, doch nur Billy überlebt. Aber das Innenleben des Killers geht auf ihn über.
Das Trauma seiner Kindheit und sein ganz eigener Sinn für Gerechtigkeit lässt Billy (nun: Rohan Campbell) selbst zum Schlächter mutieren. Sein Adventskalender wird nach jeder neuen Nacht des Schreckens mit blutigen Fingerabdrücken beschmiert. Billy kommt schließlich in einer Kleinstadt unter, die zum Schauplatz seiner Abrechnung wird. In „Ida’s Trinket Tree Shop“ findet er eine Anstellung als Lagerist. Von Pamela „Pam“ Varo (Ruby Modine), der Tochter des Chefs, ist Billy ziemlich angetan. Im weihnachtlich geschmückten Laden kommen sich die beiden Außenseiter näher. Das Paar im Zentrum von SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT kämpft mit inneren Dämonen.
Reboot-Experte Mike P. Nelson („Wrong Turn“ von 2021) hat die Hauptrollen wirklich exquisit besetzt: Die US-amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin Ruby Modine (“Shameless”, „Happy Death Day“) sang bereits am Ende von „Wrong Turn“ eine Version von “This Land Is Your Land“ und war die erste Wahl für den verletzlichen Charakter von Pam, die von einer Sekunde auf die andere auch explodieren kann. Modine kommt aus einer Kino-Dynastie: Mutter Caridad Rivera ist eine Make-up- und Kleider-Stylistin, ihr Vater ist der mehrfach ausgezeichnete Schauspieler Matthew Modine („Birdy“, „Full Metal Jacket“). Bruder Boman arbeitet als Regieassistent und der Opa leitete Drive-in-Kinos. Auch der Kanadier Rohan Campbell („The Monkey“, „Halloween Ends“) kann überzeugen, seine Auseinandersetzung mit dem Killer im Kopf („Dexter“ lässt grüssen) und den netten Jungen von Nebenan nimmt man ihm ab.
Horror-Fachmann Mike P. Nelson (der auch zwei Segmente von „V/H/S/85“ inszenierte) wählte für SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT einen ungewöhnlichen Ansatz: Zur Vorbereitung schaute er sich vor allem Pixar-Filme an – und ließ sich auch von „The Guest“ (Adam Wingard) und „Frailty“ (Bill Paxton) inspirieren, die im Horrorbereich abseitige Wege gegangen sind. Der Klassiker aus dem Jahre 1984 war vollgepackt mit Trauma, im Reboot von Nelson geht es allerdings viel süßer zu, ja fast besinnlich. Die Liebesgeschichte von Billy und Pam weckt sogar Erinnerungen an die eher mäßigen Hallmark-Fime aus dem US-Fernsehen.
Aber machen wir uns nichts vor: Vertrieben in den Vereinigten Staaten von Cineverse (dem Filmstudio hinter „Terrifier 2“ und „Terrifier 3“) und produziert u.a. von Sixth Dimension, dem neuen Genre-Label von StudioCanal, lässt dieser Neustart von SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT das Fest der Liebe unweigerlich im Wahnsinn versinken – und es wird so blutig, dass die Altersfreigabe ab 18 absolut gerechtfertigt ist! Das Filmplakat wirbt mit: „Santa kommt zu Dir“. Warst du artig?
Silent Night, Deadly Night (USA 2025)
96 Minuten
Horror / Thriller
Mike P. Nelson
Mike P. Nelson
Nick Junkersfeld
Rohan Campbell, Ruby Modine, David Lawrence Brown, David Tomlinson, Mark Acheson
Studiocanal GmbH