Und wieder einmal kämpft Jason Statham in SHELTER actionreich gegen das Böse. Dieses Mal irischen Schottland. Ja, genau, richtig gelesen…
Schon lange hat sich der Ex-Elite-Soldat Michael Mason (Jason Statham) auf eine einsame Insel der Äußeren Hebriden in Schottland zurückgezogen. Regelmässig wird der dort von einem ehemaligen Kollegen (Michael Shaeffer) mit Nahrungsmitteln versorgt. Als bei einer dieser Aktionen das Boot in einen Sturm gerät und sinkt, rettet Mason Jessie (Bodhi Rae Breathnach), die Nichte des Mannes, aus den Fluten. Doch damit setzt er eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Versteck genau den Leuten offenbaren, die es seit jeher auf ihn abgesehen haben. Wohl oder übel muss sich Mason zurück in die reale Welt begeben. Dort muss er nicht nur für das Überleben der Teenagerin sorgen, sondern sich auch mit den Dämonen seiner Vergangenheit auseinandersetzen…
„Dieser Film hat gute Chancen, der beste Action-Film zu werden, der in Stornoway spielt – in diesem Jahr.“ So kommentierte es mein geschätzter Kollege Ross Maclean von BBC Radio Scotland bei Letterboxd. Damit sollte er gar nicht so unrecht haben, schließlich werden in der 8.000 Einwohner großen schottischen Ortschaft auf der Insel Harris & Lewis selten bis gar keine Filme gedreht. Für mich als Schottland-Liebhaber war eine Sichtung von SHELTER dadurch aber gesetzt. Doch was sollten meine Augen bei einem Drohnenshot sehen, als Jason Stathams Figur Mason das erste Mal seine Insel verlässt: eine riesige Guinness-Werbung über einem Pub. „Das ist nicht Schottland“, war mein erster Gedanke – und ich sollte Recht behalten.
Gedreht wurde SHELTER nämlich in Irland, genauer gesagt in Wicklow an der irischen See. Als „einsame“ Insel musste der Travelahawk Beach herhalten. Dort baute Regisseur Ric Roman Waugh mal eben kurz einen Leuchtturm samt Baracke auf. Teile des Sets sind in Google Maps übrigens immer noch in den Bildern des Travelahawk Beach zu sehen. Im Film sieht das Ganze tatsächlich ziemlich überzeugend aus. Niemand hätte hier wohl vermutet, dass direkt dahinter die Stadt Wicklow liegt. Da haben die SFX-Techniker wirklich eindrucksvoll abgeliefert. Im Hintergrund sieht man hin und wieder auch noch die Ruinen des Black Castle direkt nebenan. Ach, und für die Luftaufnahmen in SHELTER entschied man sich für die kleine, unbewohnte Insel Lamb Island im Firth of Forth. Die liegt dann immerhin doch in Schottland, allerdings auf der entgegengesetzten Seite nordöstlich von Edinburgh.
Das alles ändert aber nichts daran, dass Regisseur Ric Roman Waugh („Angel Has Fallen“, „Greenland“), sein Kameramann Martin Ahlgreen („House of Cards“, „Daredevil“, „Greenland 2“) und der Production Designer Tim Blake („Rocketman“, „Last Night in Soho“) erstklassige Arbeit abgeliefert haben. Im Gegensatz zu den bisherigen Statham-Filmen gibt es in SHELTER sogar etwas, das man durchaus als Handlung bezeichnen könnte. Allerdings wird der Actionstar hier von Bodhi Rae Breathnach immer wieder komplett in den Schatten gestellt. Die irische Nachwuchsdarstellerin, gerade noch als älteste Tochter in Chloe Zhaos „Hamnet“ zu sehen, stiehlt Statham so manches Mal die Show. Und den wie immer großartig aufspielenden Bill Nighy („Tatsächlich… Liebe“, „Living“) mal als Bösewicht zu sehen, erlebt man auch nicht alle Tage.
Natürlich darf man von einem Film dieses Genres nicht allzu viel erwarten. Aber in der Summe macht SHELTER tatsächlich weitaus mehr Spaß, als die bisherigen Statham-Filme.
Shelter (Großbritannien 2026)
108 Minuten
Action / Thriller
Ric Roman Waugh
Ward Parry
Martin Ahlgren, ASC
Jason Statham, Bodhi Rae Breathnach, Bill Nighy, Harriet Walter, Naomi Ackie, Daniel Mays, Bryan Vigier, Michael Shaeffer, Bally Gill
Tobis Film GmbH & Co. KG