#SchwarzeSchafe

17.07.2025

Fast zwei Jahrzehnte ist es her, dass der Schweizer Regisseur Oliver Rihs mit seiner Komödie „Schwarze Schafe“ für einen Instant-Klassiker sorgte. Jetzt folgt mit #SCHWARZESCHAFE die Fortsetzung…

Ein Clanchef (Yasin El Harrouk), der seinen C02-Fußabdruck verringern möchte, eine Genderpuppen-Erfinderin (Jella Haase), die plötzlich mit Pistole, einer geklauten Kreditkarte und einer neuen Freundin (Jule Böwe) über die Stränge schlägt, ein Hobby-Imker (Frederick Lau), dessen Bienen auf Speed sind und ein Kleinkrimineller (Marc Hosemann), der deswegen nicht an sein im Bienenkasten verstecktes Koks kommt. Und irgendwo dazwischen ein Fischer (Milan Peschel), der aus invasiven Sumpfkrabben nachhaltige Snacks herstellen möchte. Alle eint die brütende Hitze Berlins und das Warten auf Regen…

Wenn man einen Film mit Geldern der vielen Filmförderungsanstalten dieses Landes finanzieren will, dann muss man als Filmemacher immer wieder Kompromisse eingehen. Das wollte der Schweizer Regisseur Oliver Rihs unter keinen Umständen, schließlich lebte bereits der Vorgänger „Schwarze Schafe“, der ebenfalls ohne Fördergelder entstand, von seinem anarchischen Humor. Allerdings hatte Rihs 2006 das Glück, viele große Namen als Darsteller gewinnen zu können, die seinerzeit aber noch weit von ihrem Zenit entfernt waren. Das sieht heute mit #SCHWARZESCHAFE ein wenig anders aus, denn Jella Haase, Frederick Lau, Marc Hosemann und Milan Peschel sind aus der deutschen Filmbranche nicht mehr wegzudenken.

Auch #SCHWARZESCHAFE ist ohne Fördergelder entstanden und wurde komplett von der Port au Prince Film & Kultur Produktion finanziert. Solch einen Mut muss man auf jeden Fall begrüßen, kommt er doch in der Filmbranche leider viel zu selten vor. Das Ergebnis ist dann aber doch durchwachsen. Leider.

Zugegeben, #SCHWARZESCHAFE hat einen verdammt derben Humor, der meistens genau ins Schwarze trifft. Damit muss man umgehen können, sonst kann der Kinobesuch schnell unerträglich werden. Hin und wieder greift der Film dann aber doch daneben – insbesondere ein geschmackloser Auschwitz-Gag sorgt für ein unerträgliches Fremdschäm-Gefühl. Sorry, aber so etwas ist ein absolutes No-Go!

Oliver Rihs, der zusammen mit Ana Cristina Tarpo, Daniel Young, Ziska Riemann, Melanie Möglich und Oliver Keidel auch das Drehbuch geschrieben hat, macht mit #SCHWARZESCHAFE zwar vieles richtig, irgendwann wird diese übertriebene Anarchie aber auch redundant – und das trotz einer Lauflänge von gerade mal 90 Minuten. Ich glaube, das hier ist ein Film, den man entweder abfeiert oder gnadenlos hassen wird. Ich bewege mich irgendwo dazwischen, allerdings mit Tendenz nach oben…

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab16

Originaltitel

#SchwarzeSchafe (Deutschland 2025)

Länge

99 Minuten

Genre

Komödie

Regie

Oliver Rihs

Drehbuch

Oliver Rihs, Ana Cristina Tarpo, Daniel Young, Ziska Riemann, Melanie Möglich, Oliver Keidel

Kamera / Bildgestaltung

Felix von Muralt, Philip Peschlow

Darsteller

Yasin El Harrouk, Martin Brambach, Jule Böwe, Jella Haase, Frederick Lau, Marc Hosemann, Milan Peschel, Alexander Schubert, Markus Schleinzer, Jan Henrik Stahlberg, Ben Mood, Adrian Kourosh, Amer El-Erwadi, Narges Rashidi, Norah Estelle Martha Malachowski, Bruno Bandelier, Tamer Yigit, Robert Lohr

Verleih

Port au Prince Pictures GmbH

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