In ROSEBUSH PRUNING zeigt uns Karim Aïnouz anhand einer dekadenten Familie, wie großer Reichtum zu geistiger Verarmung führt…
Unter der grellen katalanischen Sonne lebt eine reiche, amerikanische Familie in hedonistischer Isolation in einer Luxusvilla. Abgeschottet vom Rest der Welt haben sich die Geschwister Ed (Callum Turner), Anna (Riley Keough), Jack (Jamie Bell) und, Robert (Lucas Gage) gemeinsam mit ihrem erblindeten Vater (Tracy Letts) eingerichtet, schließlich spielt Geld durch diverse Erbschaften hier keine Rolle. Ihre Mutter (Pamela Anderson) wurde angeblich vor einiger Zeit in den umliegenden Wäldern von Wölfen zerfleischt, daher bringt die Familie den Wölfen als eine Art Opfergabe jeden Monat ein Lamm.
Die oberflächlichen Gespräche beim Essen drehen sich in erster Linie nur um die Luxusklamotten, die alle am Leib tragen – tiefgründige Konversationen sucht man hier vergeblich. Auch sonst haben die fünf im Laufe der Jahre seltsame Rituale entwickelt, die unter anderem Sperma, Zahnbürsten und Menstruationsblut beinhalten. Als Jack eines Tages seine neue Freundin Martha (Elle Fanning) mit nach Hause bringt, bringt das die Dynamik im Haus gefährlich durcheinander…
Mit ROSEBUSH PRUNING legt der brasilianische Regisseur Karim Aïnouz („Motel Destino“) einen Film vor, der nur ein einziges Ziel verfolgt: Provokation um jeden Preis. Sicherlich möchte er zeigen, wozu übermässiger Reichtum führt, nämlich zu seelischer und intellektueller Verarmung, für diese Erkenntnis muss ich aber nicht 95 Minuten einer widerwärtigen Familie zusehen, die auch am Ende nichts dazulernt. Reine und ausschließliche Provokation ist da in meinen Augen einfach zu wenig.
Auf der diesjährigen Berlinale lief ROSEBUSH PRUNING im Wettbewerb um den goldenen Bären, wurde aber – vermutlich aus den o.a. Argumenten – von der Presse nicht allzu gut aufgenommen. Im Jury-Grid des Branchenmagazins „Screen Daily“ landete der Film auf dem zweitletzten Platz von 22 Filmen.
Nein, ROSEBUSH PRUNING ist ein Film, den ich am liebsten frühzeitig verlassen hätte – und es im Nachblick auch hätte tun sollen.
Rosebush Pruning (Großbritannien / Italien / Spanien / Deutschland 2026)
95 Minuten
Drama
Karim Aïnouz
Efthimis Filippou
Hélène Louvart
Callum Turner, Riley Keough, Jamie Bell, Lukas Gage, Elena Anaya, Tracy Letts, Elle Fanning, Pamela Anderson
MUBI