Pillion

26.03.2026

Romantic Comedies kennen wir bereits zur Genüge, doch jetzt kommt mit PILLION zur Abwechslung mal eine „DomCom“ in die Kinos. Warum sich der Blick über den Tellerrand lohnt…

Das Leben von Colin (Harry Melling) ist recht eintönig. Er wohnt mit seinen 30+ Jahren immer noch bei seinen Eltern, und als einzige Freizeitbeschäftigung singt er mit seinem Vater und seinem Bruder in einer Barbershop-Band. Als er eines Abends auf den imposanten und attraktiven Biker Ray (Alexander Skarsgård) trifft, ist es um ihn geschehen. Niemals im Leben hätte er sich vorstellen können, dass ein solcher Typ ihn überhaupt beachten würde. Doch Ray wählt ihn als seinen Partner aus – wobei der Begriff „Partner“ vielleicht nicht gänzlich zutrifft. Denn Ray verlangt die totale Unterwerfung und Colin nimmt diese Position bedingungslos an. Er putzt, kocht, kauft ein und schläft anstandslos auf dem Bettvorleger. Dafür öffnet ihm Ray die Tür zu einer Welt voll wilder Ekstasen und hemmungslosem Sex. Das geht nicht spurlos an Colins Eltern vorbei, die langsam beginnen, sich Sorgen zu machen. Und langsam aber sicher entwickelt Colin eine Sehnsucht nach etwas, das ihm Ray vermutlich niemals geben kann: echte Liebe und Zuneigung…

Filme über Menschen in einer dominanten Beziehung gab es in letzter Zeit öfter, man denke nur an die „Fifty Shades of Grey„-Reihe oder „Babygirl“ mit Nicole Kidman. Der Regisseur Harry Lighton hebt das „DomCom“-Genre mit PILLION jetzt jedoch auf ein neues Level – und das nicht nur durch explizite Sex-Szenen, die einige zartbesaitete Zuschauer eventuell verstören könnten. Nein, Lighton gelingt es, uns in eine vollkommen unbekannte Welt zu entführen, in der Dinge selbstverständlich sind, die in der „normalen“ Welt als unaussprechbar gelten. Trotzdem gibt uns der Film immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte in der realen Welt verankert ist.

Dass mich der Film als heterosexueller Mensch ohne jeglich Berührungspunkte zur Sado-Maso-Welt trotzdem beeindruckt hat, sollte eigentlich bereits als Pro-Argument ausreichen. Denn letztendlich unterscheidet sich PILLION nur durch Ort und sexueller Ausrichtung von all den Liebeskomödien, die in unserer Welt existieren. Auch dieses Werk handelt letztendlich nur von einem Menschen, der sich nach Liebe sehnt. Nicht mehr und nicht weniger.

Mit PILLION bezeichnet man in der Bikerwelt übrigens einen Beifahrer, und unter schwulen Motorradfahrern hat der Begriff zusätzlich noch eine unterwürfige Konnotation. In der Tat ist die von Harry Malling („Harry Potter“, „Macbeth“, „Please Baby Please“) dargestellte Figur des Colin in seiner Welt nur ein Beifahrer, bei dem jedoch langsam aber sicher das Verlangen nach dem Fahrersitz erwacht.

Drehbuchautor und Regisseur Harry Lighton, der sein Script auf dem Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones aufgebaut hat, gelingt es mit seinem Langfilm-Debüt PILLION, einen sehr spezifischen Film zu drehen, der sich trotz des Settings als Crowd-Pleaser entpuppt. Dieser Spagat gelingt beileibe nicht jedem.

Trailer

ab16

Originaltitel

Pillion (Irland / Großbritannien 2025)

Länge

107 Minuten

Genre

Drama / Erotik / Komödie

Regie

Harry Lighton

Drehbuch

Harry Lighton, basierend auf dem Roman von Adam Mars-Jones

Kamera / Bildgestaltung

Nick Morris

Darsteller

Harry Melling, Alexander Skarsgård, Douglas Hodge, Lesley Sharp, Jake Shears, Mat Hill, Nick Figgis, Zoe Engerer, Jake Sharp, Jacob Carter, Christina Carty, Zamir Mesiti, Rosie Sheehy, Miranda Bell, Monica Purcell, Anthony Welsh

Verleih

Weltkino Filmverleih GmbH

Filmwebsite

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