Murina (FFHH21)

FSK noch unbekannt OT: Murina (Kroatien / Brasilien / Slowenien / USA 2021)
Länge: 92 Minuten
Genre: Drama
Regie: Antoneta Alamat Kusijanović
Drehbuch: Antoneta Alamat Kusijanović, Frank Graziano
Darsteller: Gracija Filipović, Danica Čurčić, Leon Lučev, Cliff Curtis

Die Kroatin Antoneta Alamat Kusijanovic (Jahrgang 1985) studierte in Zagreb und New York Film und Theater. Für ihr Spielfilmdebüt MURINA wurde sie in Cannes mit der „Caméra d’Or“ ausgezeichnet. Bravo! 

Der weibliche Teenager Julija (Gracija Filipovic) lebt mit ihren Eltern, die eine kleine Pension betreiben, an einer idyllischen Bucht Dalmatiens. Jeden Morgen taucht sie mit ihrem Vater mit Schnorchel und Harpune, um Muränen (Titel!) zu fangen. Doch sie hat nur ein Ziel: Sie will weg – weg von ihrem herrischen Vater und ihrer devoten Mutter. Als Javier (Neuseelands Superstar Cliff Curtis), ein steinreicher alter Freund der Familie auftaucht, sieht sie ihre Chance gekommen. Aber Javier verweigert sich ihren offensichtlichen Avancen. Sie will in den USA studieren, doch Javier stellt sich stur: Julija ist noch minderjährig, und er sorgt sich um seinen Ruf.

Wie in einem klassischen Bergman-Melodram entfaltet sich eine mitreißende Handlung, die auf eine Tragödie hinzulaufen scheint. Ständig erwarten wir, dass etwas Schreckliches passiert. Auch Antoneta Alamat Kusijanovic kennt ihren Hitchcock. Blauer Himmel, blaue Adria – und unterschwelliger Horror! Ein tolles Debüt!

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Weitere Beiträge in dieser Kategorie

Große Freiheit

Albert Wiederspiel, der Leiter des Filmfestes Hamburg, hatte ganz bewusst ein Zeichen gesetzt, das diesjährige Festival mit dem aufwühlenden Drama GROSSE FREIHEIT von Sebastian Meise zu eröffnen. In Zeiten, wo bestimmte gesellschaftliche Gruppen immer noch (!) gnadenlos ausgegrenzt werden, ist der Film ein visuelles und politisches Mahnmal für menschliche Selbstbestimmung. Weiterlesen

Niemand ist bei den Kälbern (FFHH21)

In ihrem zweiten Spielfilm NIEMAND IST BEI DEN KÄLBERN entführt uns Sabrina Sarabi in die Welt der ländlichen Provinz und erzählt mit einer unfassbar starken Saskia Rosendahl von einer jungen Frau, die ausbrechen will – aber nicht weiß, wohin.  Weiterlesen

France (FFHH21)

Nichts weniger als eine aberwitzige Mediensatire schwebte dem französischen Regisseur Bruno Dumont vor, als er FRANCE in Angriff nahm. Mit absurdem Witz stellt er hier die Auswüchse der weltweiten TV-Landschaft bloß – samt der Unsitte der „Fake News“. Als Hauptdarstellerin glänzt Léa Seydoux, die gleich mit drei Filmen in Hamburg vertreten war.  Weiterlesen

Lingui (FFHH21)

Es ist nur ein Zufall, dass zwei extrem wichtige Filme beim Festival in Hamburg das gleiche Thema behandeln: eine Abtreibung, die entweder aus religiösen oder gesetzlichen Gründen verboten ist oder war. Für „Das Ereignis“ erhielt Audrey Diwan in Venedig den Goldenen Löwen, LINGUI aus dem Tschad bekam den Hamburger Produzentenpreis in der Sektion „Internationale Kino-Koproduktionen“ […] Weiterlesen

La Civil (FFHH21)

Wie kommt eine rumänische Regisseurin dazu, in Mexiko einen typisch mittelamerikanischen Polit-Thriller zu drehen? In der „Veto!“-Reihe beim Filmfest Hamburg wurde LA CIVIL von Teodora Ana Mihai von der Jury als „Bester politischer Film“ ausgezeichnet. (Ich hätte den Preis eher dem ukrainischen Film „Spiegelung“ gegeben, aber sei’s drum!) Auch LA CIVIL verdient die Ehrung!  Weiterlesen

Die Geschichte meiner Frau

Die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi ist keine Unbekannte. Für „Mein 20. Jahrhundert“ erhielt sie 1989 in Cannes die „Camera d’Or“ für den besten Debütfilm, für „Körper und Seele“ bei der Berlinale 2017 den Goldenen Bären. Mit DIE GESCHICHTE MEINER FRAU hat sie einen der – in ihren Augen – wichtigsten ungarischen Romane des 20. Jahrhunderts […] Weiterlesen

Wo in Paris die Sonne aufgeht (FFHH21)

Mit WO IN PARIS DIE SONNE AUFGEHT legt der französische Regisseur Jacques Audiard wieder einmal ein kleines Meisterwerk vor – und damit den perfekten Abschlussfilm des Filmfests Hamburg.  Weiterlesen

A Tale of Love and Desire (FFHH21)

Die tunesische Regisseurin Leyla Bouzid dreht in A TALE OF LOVE AND DESIRE die übliche Geschichte einfach um. Beide Protagonisten kommen aus Nordafrika und landen in einer Banlieue in der Nähe von Paris. Der 18-jährige Ahmed ist ein islamisch geprägter, tief in seinen arabischen Wurzeln beheimateter junger Mann. Die aufgeweckte Tunesierin Farah ist so ganz […] Weiterlesen

Die Rache ist mein, alle anderen zahlen bar (FFHH21)

Der Goldene Leopard beim diesjährigen Filmfestival von Locarno war eine Überraschung. Die Jury hatte viel Mut bewiesen, diesem extremen Film aus Indonesien den Hauptpreis zu geben. Manchen meiner Kollegen war DIE RACHE IST MEIN, ALLE ANDEREN ZAHLEN BAR von Edwin (ein Mann ohne Nachname!) zu schrill und zu schräg. Doch ein Merkmal ist seit einigen […] Weiterlesen

Mirakel (FFHH21)

Möglicherweise geht dieser Film in die Geschichte ein! Wann erlebt es ein Kinozuschauer schon mal, dass die entscheidenden Pointe nur ein paar Sekunden (!) dauert? Wer in diesem Moment kurz die Augen geschlossen hatte, verpasst den Höhepunkt! Hier in MIRAKEL hat der rumänische Regisseur Bogdan George Apetri viel gewagt – und alles gewonnen! Der nur […] Weiterlesen