Mother‘s Baby

15.01.2026

Mit MOTHER‘S BABY bewegt sich die Regisseurin Johanna Moder souverän zwischen den Genres, kann sich aber am Ende nicht wirklich entscheiden…

Schon lange wünschen sich Julia (Marie Leuenberger) und Georg (Hans Löw) nichts sehnlicher als ein Kind, doch bislang waren alle Versuche erfolglos. Jetzt gibt ihnen eine neue Methode in der Klinik von Dr. Vilfort (Claes Bang) Hoffnung, und tatsächlich ist die Behandlung erfolgreich. Doch direkt nach der Geburt wird das Kind aus dem Kreißsaal in eine andere Klinik gebracht und das Paar im Ungewissen gelassen. Erst später erfahren sie, dass sich die Nabelschnur bei der Geburt um den Hals gelegt hat und für einen kurzzeitigen Abbruch der Sauerstoffzufuhr gesorgt hat. Es wird ihnen jedoch versichert, dass jetzt alles in Ordnung sei. Doch als die frischgebackene Mutter ihr Kind im Arm hält, verspürt sie eine seltsame Distanz. Und warum schreit das Baby so gut wie überhaupt nicht? Warum verspürt es offenbar so gut wie niemals Hunger? Irgendetwas scheint hier nicht zu stimmen…

Postnatale Depression ist etwas, das bei weitaus mehr Schwangerschaften auftritt, als man glauben mag. Eigentlich sagt man, dass eine Mutter nach der Geburt des Kindes umgehend eine Verbindung eingeht, doch in vielen Fällen ist das nicht so. Die Regisseurin Johanna Moder, die zusammen mit Arne Kohlweyer auch das Drehbuch geschrieben hat, zeigt uns eine Frau, die zwischen Mutterglück und Angst hin- und hergerissen ist. Als Zuschauer sind wir auf ihrer Seite, da wir die Ungereimtheiten und mysteriösen Vorfälle selbst miterleben. Allerdings fühlen sich einige Teile von MOTHER‘S BABY seltsam an, so dass ich während der Sichtung immer wieder an „The Father“ denken musste, in dem es dem Autor und Regisseur Florian Zeller gelang, uns Zuschauer durch verwirrende Figurenkonstellationen glaubhaft zu vermitteln, wie sich eine Demenz für den Erkrankten anfühlen muss. Wollte uns Johanna Moder hier vielleicht auch in die Lage ihrer Protagonistin versetzen?

Oder gehen hier in der Klinik tatsächlich mysteriöse Dinge vor sich? Darauf deutet vor allem die Besetzung des überaus freundlichen Arztes durch Claes Bang, der immer wieder in dubiösen und zwiespältigen Rollen zu sehen ist. Und eigentlich sind die Merkwürdigkeiten zu deutlich, als das sie ausschließlich den Gedankengängen der Protagonistin entspringen würden. Dann stellt sich aber unweigerlich die Frage, warum die restlichen Figuren diese geflissentlich ignorieren.

Am Ende kann sich Moder dann irgendwie nicht so recht entscheiden, in welchem Genre MOTHER‘S BABY nun eigentlich sein möchte. Bis dahin liefert Marie Leuenberger als Julia zwar eine eindrucksvolle Leistung ab, kann aber dann doch nicht davon ablenken, dass der Film keine wirklich zufrieden stellende Auflösung liefert. Dafür bleibt MOTHER‘S BABY dann doch zu ambivalent.

Trailer

ab12

Originaltitel

Mother's Baby (Österreich / Schweiz/ Deutschland 2025)

Länge

108 Minuten

Genre

Drama / Thriller

Regie

Johanna Moder

Drehbuch

Johanna Moder, Arne Kohlweyer

Kamera / Bildgestaltung

Robert Oberrainer

Darsteller

Marie Leuenberger, Hans Löw, Claes Bang, Julia Franz Richter

Verleih

jip film & verleih GbR

Filmwebsite

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