Fünf Jahre nach dem Reboot kommt jetzt mit MORTAL KOMBAT II die Fortsetzung der Videospiel-Verfilmung in die Kinos – und macht, wenn man den Film in seinem Genre betrachtet, verdammt viel Spaß!
Am Ende von „Mortal Kombat“ (2021) sehen wir Cole Young, wie er sich auf den Weg nach Hollywood macht, um den Actionfilm-Star Johnny Cage (Karl Urban) zu finden. MORTAL KOMBAT II setzt direkt daran an und zeigt uns, wie Johnny Cage von seinem wahren Schicksal erfährt: Er soll sich einer Gruppe von Kämpfern anschließen, um an einem Turnier teilzunehmen, das tödlicher ist als alles, was wer bisher gesehen hat. Widerwillig lässt sich Cage auf die Sache ein und und erfährt er spät, dass es dabei um nichts weniger geht als die Zukunft des Earthrealm, also der Welt, in der Cage und wir alle leben…
1992 brachte das Spielestudio Midway Games das erste Mortal-Kombat-Spiel heraus. Es galt als Gegenentwurf zu „Streetfighter II“ und wollte sich durch eine düstere Atmosphäre und realistischere Grafik abheben. Dazu setzte man erstmals auf digitalisierte Schauspieler statt gezeichneter Pixel. Als Besonderheit setzte das Spiel auf besonders brutale Endkämpfe, bei denen man seinen Gegner auf spektakuläre Art und Weise erledigen konnte. Mit mehr als 20 Titeln und über 80 Millionen verkaufter Eyemplare zählt „Mortal Kombat“ zu den erfolgreichsten „Prügel-Spielen“.
Bereits 1995 und 1997 gab es zwei erfolgreiche Verfilmungen, bis die Reihe vor fünf Jahren einem Reboot unterzogen wurde. Bedingt durch die Corona-Pandemie blieb die Kino-Auswertung zwar hinter den Erwartungen zurück, sorgte aber mit einem Einspiel-Ergebnis von 84,4 Millionen US-Dollar und etwa 55 Millionen US-Dollar Produktionskosten zumindest dafür, dass eine Fortsetzung nicht gänzlich vom Tisch war. Der eigentliche Erfolg fand allerdings auf dem Streamingdienst HBO Max statt. Dort war Mortal Kombat der erfolgreichste Filmstart des Jahres 2021 und übertraf sogar Blockbuster wie „Godzilla vs. Kong“ oder „Dune“ mit etwa 3,8 Millionen Zuschauerhaushalten am ersten Wochenende.
Computerspiel-Verfilmungen stehen selten unter einem guten Stern. Meist ist die Handlung arg reduziert oder gar nicht vorhanden, während das Augenmerk eher auf das Bedienen der Fankultur abzielt. Sicherlich ist das bei MORTAL KOMBAT II nicht anders, trotzdem können Menschen wie der Schreiber dieser Zeilen, der noch nie ein einziges Spiel dieser Reihe inspiziert hat, auf ihre Kosten kommen. Ja, die Handlung lässt sich in anderthalb Sätzen zusammenfassen, aber dass das Ganze für Nicht-Spieler*innen trotzdem interessant ist, liegt vor allem an den gelungenen Dialogen. Besonders Karl Urban als abgehalfterter Ex-Action-Star darf so viele One-Liner in die Kamera sprechen, dass sich das Publikum immer wieder lauthals amüsiert. Manchmal braucht es eben keine tiefgreifende Geschichte, sondern einfach nur starke Dialoge, erstklassige Special Effects und gute Darsteller, die beim Dreh offenbar jede Mange Spaß hatten.
Ob ich MORTAL KOMBAT II so schnell noch ein zweites Mal sehen möchte? Vermutlich nicht so schnell. Ob ich trotzdem 116 Minuten lang richtig Spaß hatte? Auf jeden Fall! Und manchmal ist das verdammt noch mal genug!
Mortal Kombat 2 (USA 2025)
116 Minuten
Abenteuer / Action
Simon McQuoid
Jeremy Slater, basierend auf dem Videospiel von Ed Boon und John Tobias
Stephen F. Windon
Karl Urban, Adeline Rudolph, Jessica McNamee, Josh Lawson, Ludi Lin, Mehcad Brooks, Tati Gabrielle, Lewis Tan, Damon Herriman, Chin Han, Tadanobu Asano, Joe Taslim, Hiroyuki Sanada
Warner Bros. Entertainment GmbH