Molly’s Game – Alles auf eine Karte

Kinostart: 08.03.2018

OT: Molly's Game (USA 2018)
Länge: 140 Minuten
Genre: Drama / Biographie
Regie: Aaron Sorkin
Drehbuch: Aaron Sorkin
Darsteller: Jessica Chastain, Idris Elba, Kevin Costner, Michael Cera, Jeremy Strong, Chris O'Dowd, Bill Camp, Brian D'Arcy James
Verleih: SquareOne Entertainment GmbH

Molly Bloom (Jessica Chastain), eine junge, charismatische Skifahrerin und frühere US-Olympiahoffnung muss ihre Karriere nach einer schweren Verletzung aufgeben. Sie legt danach auch ihr Jurastudium auf Eis und kommt über einen Aushilfsjob in Kontakt mit einer Welt, die von reichen und mächtigen Männern dominiert wird: Der Underground-Poker-Szene Hollywoods. Als Molly erkennt, dass sie dank ihrer Intelligenz und Disziplin wie geschaffen ist für die Organisation solcher Veranstaltungen, setzt sie alles auf eine Karte: Sie veranstaltet das weltweit exklusivste und riskanteste Pokerturnier für die Reichen und Mächtigen von Los Angeles – mit schwindelerregend hohen Einsätzen. Die vollen Konten der VIPs aus Sport, Business und Entertainment bescheren ihr ein Jahrzehnt voller Glamour und Erfolg.

Doch eines Tages erregt Mollys Glückssträhne unerwünschte Aufmerksamkeit, als sie versehentlich Mitglieder der russischen Mafia an ihren Spieltisch holt. Schon bald danach wird sie mitten in der Nacht von 17 schwer bewaffneten FBI-Agenten verhaftet und unter Anklage gestellt. In ihrem Anwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) findet Molly ihren einzigen Verbündeten. Doch um sie zu verteidigen, muss Charlie hundertprozentig von ihrer Unschuld überzeugt sein: Wie viel wusste sie wirklich über illegaleMachenschaften hinter den Kulissen ihrer Pokernächte? Und warum besteht sie darauf, die Namen ihrer prominenten Kunden zu verschweigen? Welches Spiel spielt Molly Bloom wirklich?

Kritik

Mit dem eindrucksvollen Poker-Drama MOLLY’S GAME wagt der bekannte Drehbuchautor Aaron Sorkin endlich den Sprung auf den Regiestuhl – und wir fragen uns: Warum erst jetzt?

Als Autor durfte Sorkin bereits viele Erfolge feiern. So stammen aus seiner Feder u.a. die Drehbücher zu EINE FRAGE DER EHRE, THE SOCIAL NETWORK, MONEYBALL – DIE KUNST ZU GEWINNEN und STEVE JOBS. Mit MOLLY’S GAME kam aber nun endlich der richtige Stoff um die Ecke und Sorkin übernahm die Regie. 

Herausgekommen ist ein eine eindrucksvolle Mischung aus Biopic und Drama. Und selbst wenn man vom Pokerspielen überhaupt keine Ahnung hat, spielt das keine Rolle, denn man hat trotz diverser Fachbegriffe immer das Gefühl, das Spiel zumindest so weit zu verstehen, um der Handlung problemlos folgen zu können. 

Zu Beginn allerdings zögerte Sorkin ein wenig, um die Geschichte der Molly Bloom zu verfilmen. Zwar nannte sie keinerlei Namen, um die Privatsphäre der Beteiligten zu wahren, doch Sorkin war klar, dass er die Menschen kannte. Mit einigen hatte er bereits gearbeitet und mit anderen würde er gerne noch antworten. Kein leichtes Unterfangen also, denn einen Film mit Klatschgeschichten über diese Menschen wollte er auf gar keinen Fall drehen. 

Das Ergebnis sehen wir jetzt auf der großen Leinwand. Denn zum Glück hat Sorkin nicht einfach Blooms Buch verfilmt, sondern gezielt die Geschichten zwischen den Zeilen gesucht. Ein ganzes Jahr schrieb er am Drehbuch und erfuhr während dieser Zeit immer mehr Stories, die Bloom in ihrem Buch ausgespart hatte. Er verzichtete auf einer chronologisch-lineare Struktur und fokussierte die Story neu. Dabei legte er großen Wert darauf, sämtliche Nebenfiguren zu fiktionalisieren, denn er wollte vermeiden, dass die Zuschauer in einen Detektivmodus verfallen, um herauszufinden, welche Prominenten jeweils gemeint sind könnten. Schließlich geht es hier ja eigentlich um eine real existierende Geschichte. 

All diese Bemühungen, die Sorkin MOLLY’S GAME gesteckt hat, sieht man dem Film deutlich an. Er ist atmosphärisch extrem dicht, verdammt spannend und dank seiner eindrucksvollen Darstellerriege natürlich exzellent gespielt. Eigentlich müssten sich jetzt alle Produzenten um Aaron Sorkin als Regisseur reißen, denn ein solch starkes Regiedebut hat selten jemand abgeliefert. 

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Filmplakat

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