Masters of the Universe

04.06.2026

Mit MASTERS OF THE UNIVERSE bringt Sony Pictures eines der größten Popkultur-Franchises der 1980er-Jahre zurück auf die Kinoleinwand. Die Verfilmung von Mattels legendärer He-Man-Marke soll nicht nur Nostalgiker abholen, sondern auch eine neue Generation für Eternia begeistern.

Travis Knight, der Regisseur hinter dem magischen Stop-Motion-Animationshit „Kubo – Der tapfere Samurai“ (2016) und dem gemeinhin besten Live-Action-Transformers „Bumblebee“ (2018), wagt sich an einen Realfilm zum ultimativen 80s-Kulturerbe „Masters of the Universe“ (MotU).

Jede Generation hatte ihre prägenden Familienblockbuster, angefangen bei George Lucas‘ Space Opera „Krieg der Sterne“ (1978) über Peter Jacksons „Herr der Ringe“ (2001) und sogar „Guardians of the Galaxy“ (2014) von James Gunn. Es waren immer Werke, die altersübergreifend begeistern konnten. Werden die Kinder von heute, wie bei diesen Meisterwerken, in die Welt von MASTERS OF THE UNIVERSE eintauchen wollen?

Der 170 bis 200 Millionen US-Dollar teure Genrehybrid erzählt uns die Geschichte von Prinz Adam (Nicholas Galitzine, „Bottoms“), der als Kind nach einem Angriff von Skeletor (Jared Leto, „Requiem for a Dream“) samt Schwert der Macht von seinem Heimatplaneten Eternia auf die Erde geschickt wird. Dort wächst Adam heran, immerwährend auf der Suche nach dem verloren gegangenen Schwert, um zurück nach Hause zu gelangen und sein Schicksal als Held seines Planeten zu erfüllen.

Als er endlich das Schwert in seinen Händen hält, geht es auch schon Schlag auf Schlag, und mit tatkräftiger Unterstützung seiner Kindheitsfreundin Teela (Camila Mendes, „Palm Springs“) befindet er sich wieder auf Eternia, und das Abenteuer beginnt.

Bevor ich gleich zur absoluten Lobhudelei aushole und euch erzähle, warum ein Ü40-Kerl 141 Minuten zwischen Gänsehaut, Lachen und Tränen konstant hin und her switchte und ich trotzdem glaube, dass der Film auch in der Jetzt-Zeit für die Kids funktioniert, hier noch drei Dinge, die nicht zu 100 % funktionieren.

Trotz vieler On-Camera-Aufnahmen bleibt es bei einer fiktiven Welt mit unzähligen Monstern, Kreaturen und Mutanten nicht aus, einiges mit CGI darzustellen. So wird Cringer/Battle Cat, der sprechende grüne Tiger, am Rechner erzeugt, was in ein paar Szenen nicht ganz so geglückt ist wie der Rest der farbenfrohen Welt von Eternia. Außerdem dient der gesamte Part auf der Erde bis zur ersten Actionsequenz allein einigen kleinen Lachern und nimmt Gott sei Dank nur einen geringen Teil der Laufzeit ein. Zudem sind alle Charaktere der Erdlinge austauschbare Pointengeber – da war sogar die 1987er-Trashperle mit Dolph Lundgren mehr an den menschlichen Figuren interessiert.

Damals in Schlüppi und mit Plastik-Power-Sword vor der Röhre sitzend haben mich die Folgen der Zeichentrickserie „He-Man and the Masters of the Universe“ nachhaltig geprägt und mich als eingefleischten He-Man-Fanboy gebrandmarkt.

Vielleicht auch gerade deshalb war es ein Fest, die unzähligen Figuren und Hauptorte, die sonst in meinem Kinderzimmer unordentlich verteilt waren, auf der Leinwand zu bestaunen. Travis Knight hat gerade bei den Charakteren nicht gespart, jedes Fanherz wird vor Freude schmelzen. Genauso sieht es mit Easter Eggs rund um das Franchise aus, damit ist der Rewatch-Value gesichert. Keine Sorge, es verkommt nicht zur puren Member-Berries-Schlacht, Knight beweist ein feines Gespür für den genau richtigen Einsatz an Fanpleasing.

Anstatt nur auf epische Fantasieaction zu setzen und die Fights auf einem Level zu heroisieren, welches man sonst nur aus indischen Actionkrachern kennt, versteht es Knight, nuanciert Familiendrama mit einzubetten. Die Vater-Sohn-Dynamik zwischen König Randor (James Purefoy, „Ritter aus Leidenschaft“) und Prinz Adam ist quasi der Antrieb für unseren Protagonisten, dazu gesellen sich Vater-Tochter-Probleme zwischen Duncan/Man-at-Arms (Idris Elba, „Thor“) und Teela. Angekratzt werden die Themen Verlust, Versagensängste und viele weitere.

Wer bei „Ich habe die Macht!“ plus dem phänomenalen Score keine Gänsehaut verspürt, sollte seinen Puls überprüfen. Der Humor ist von zotigem „Fisto, weil er Leute fistet“ bis zu allgemeingültigen Slapstickeinlagen oder gar einer infantilen Kotzeinlage breit gestreut. Es wurde an alle gedacht, an die kleinen und großen Kinobesucher, jeder bekommt seine Momente.

Klasse choreografierte Schwertkämpfe, spannende Verfolgungsjagden mit Raumschiffen und – in der heutigen Zeit vielleicht wichtiger denn je – eine waschechte Heldenreise mit eindeutigem Duell Gut gegen Böse. Es scheint so simpel, doch manchmal braucht es nicht mehr als eine tolle Welt und eine einfache Geschichte. Besser hätte man MASTERS OF THE UNIVERSE nicht in die Neuzeit holen können.

Travis Knight liefert einen spektakulären High-Fantasy-Blockbuster, der die Herzen langjähriger He-Man-Fans höherschlagen lässt und gleichzeitig das Potenzial besitzt, eine neue Generation für Eternia zu begeistern. Der Sommer-Familien-Blockbuster des Jahres, extrem gut ausbalanciert und mit Liebe für das Kulturgut MotU. Für alle von sechs bis 99+ Jahren startet MASTERS OF THE UNIVERSE am 04.06.2026 in den deutschen Kinos.

Trailer

ab12

Originaltitel

Masters of the Universe (USA 2026)

Länge

142 Minuten

Genre

Action / Fantasy

Regie

Travis Knight

Drehbuch

Chris Butler, Aaron Nee, Adam Nee, Dave Callaham

Story

Aaron Nee, Adam Nee, Alex Litvak, Michael Finch

Kamera / Bildgestaltung

Fabian Wagner

Darsteller

Nicholas Galitzine, Jared Leto, Idris Elba, Camila Mendes, Alison Brie, James Purefoy, Morena Baccarin, Jóhannes Haukur Jóhannesson, Charlotte Riley, Kristen Wiig

Verleih

Sony Pictures Releasing GmbH

Filmwebsite

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