Maria Stuart, Königin von Schottland

Kinostart: 17.01.2019

ab12 OT: Mary, Queen of Scots (Großbritannien 2018)
Länge: 125 Minuten
Genre: Drama / Historie
Regie: Josie Rourke
Drehbuch: Beau Willimon
Darsteller: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Jack Lowden, James McArdle, Guy Pearce, Ian Hart, Adrian Lester, Ismael Cruz Cordova, Eileen O'Higgins, Martin Compston, David Tennant
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Maria Stuart (Saoirse Ronan), die bereits im Alter von nur neun Monaten zur Königin von Schottland gekrönt wurde, kehrt mit 18 Jahren nach dem Tod ihres jungen Ehemannes von Frankreich nach Schottland zurück, um rechtmäßig den Thron zu beanspruchen. Dadurch tritt sie in einen Machtkampf mit Königin Elisabeth I., die bis dahin Alleinherrscherin über das englische Königreich ist. Maria Stuart erkennt Elisabeth nicht als rechtmäßige Königin von England und Schottland an. Elisabeth, die ebenfalls keine Nebenbuhlerin akzeptiert, wird in ihrem Machtanspruch herausgefordert. Aufstände, Verschwörungen und Betrug bedrohen den Thron beider Königinnen, die trotz ihrer Rivalität voneinander fasziniert sind. Als junge, selbstbewusste Regentinnen streiten sie um die Krone, um Liebe und um Macht in einer männerdominierten Welt, wodurch sich das Schicksal ihres Landes für immer verändern wird.

Kritik

Wenn es um Schottland geht, bin ich durch meine Liebe zu diesem Land natürlich vorbelastet. Entsprechend habe ich mich auf MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND gefreut…

Eigentlich versuche ich meine Euphorie vor der Sichtung eines Filmes immer möglichst im Zaum zu halten, wobei mir das bei einem Schottland-Bezug wirklich schwer fällt. Da zudem Saoirse Ronan auch noch zu meinen liebsten Schauspielerinnen gehört, war das hier besonders schwierig. Doch zum Glück sollten sich alle Erwartungen erfüllen, denn MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND zählt wirklich zu den eindrucksvollsten Filmen, die sich mit der Geschichte des Landes befassen.

Nicht nur Saoirse Ronan, sondern auch Margot Robbie spielen hier in absoluter Höchstform. Und die Theatermacherin Josie Burke, die hier ihr Regiedebut gibt, setzt alles daran, uns einen spannenden um eindrucksvollen Film abzuliefern. Basierend auf dem Buch „Queen of Scots: The True Life of Mary Stuart“ von Dr. John Guy hat Burke einen Kostümfilm im modernen Gewand gedreht, der auf zwei starken Frauen aufbaut, die zwar Verständnis füreinander hatten und die voneinander gefesselt waren, die sich aber gegenseitig nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Zudem räumt der Film mit den Vorurteilen über Maria als schwache und sexuell ausschweifende Monarchin auf. Stattdessen konzentriert sich der Film auf den Betrug und die Rebellion an Marias Hofe, an dem die Männer niemals aufhörten, ihren Sturz zu planen.

Doch was wäre ein Film über die Geschichte Schottlands ohne die wunderschönen Landschaften. Im Gegensatz zu „Braveheart“, der damals nicht in Schottland gedreht wurde, war den Produzenten schnell klar, dass sie das auf keinen Fall wollten. Sie bestanden darauf, Maria Stuart möglichst häufig in der eindrucksvollen Landschaft Schottlands zu zeigen. Unter den Drehorten waren einige berühmte Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Gloucester Cathedral, wo die Klosterszenen und die Szenen in den Korridoren von Hampton Court entstanden sind. Die Krypta der Kathedrale stellt im Film die Zelle dar, in der Mary vor ihrer Hinrichtung gefangen gehalten wurde. So stellten die Produzenten sicher, dass der Film „geographisch und emotional den Geist Schottlands beinhaltet“. Das ist ihnen durchaus gelungen, so dass MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND durchaus auch als Liebesbrief an dieses wunderschöne Land zu sehen ist.

In der Originalversion – die ich jedem Kinogänger wärmstens ans Herz legen möchte – gibt es zudem noch eine weitere Besonderheit: die Sprache. Genau genommen sind es sogar fünf Sprachen, die hier gesprochen werden. Am englischen Hof ist das natürlich Englisch, allerdings mit einem Upper-Class-Akzent. Maria Stuart hingegen spricht Englisch mit einem schottischen Akzent (Lowlands Scot) und Französisch als eine Art intime Privatsprache. Saoirse Ronan musste sich als Irin also nicht nur den schottischen Akzent antrainieren, sondern zudem auch noch Französisch lernen. Was für ein Aufwand für eine Rolle, der natürlich in der deutschen Fassung leider verloren geht. Die beiden restlichen Sprachen sind Latein (Gebet Marias zu Beginn und am Ende des Films, sowie ein italienischer Satz, den Rizzio in seiner Heimatsprache spricht. Zusätzlich ist auch noch das schottische Gälisch eines jungen Soldaten zu hören.

MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND ist ganz großes Kostüm-Kino, das einer Legende ein neues, zeitgemässes Kleid verpasst. Ein wahres Fest für die Sinne.

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Filmplakat

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