Leonora im Morgenlicht

17.07.2025

Wir hatten Kirk Douglas als Vincent van Gogh, Salma Hayek als Frida Kahlo und vor kurzem die Bonnards. Demnächst erleben wir Claude Monet und sein berühmtestes Gemälde im Kino: Biopics über bekannte Malerinnen und Maler ziehen sich durch die ganze Filmgeschichte. In LEONORA IM MORGENLICHT von Thor Klein und Lena Vurma tauchen wir ein in das aufregende Leben der surrealistischen Malerin und Bildhauerin Leonora Carrington (1917-2011).

Der Prolog des Films ist voller Magie: In Mexiko reist Leonora (Olivia Vinall) durch unwegsames Gelände zu ihrer neuen Wirkungsstätte. Der britische Kunstsammler Edward James (Ryan Gage), einer ihrer wichtigsten Unterstützer, möchte der Künstlerin ein Refugium bieten. Im Regenwald hat der exzentrische Multimillionär einen dschungelähnlichen, surrealistischen Skulpturengarten errichtet, der Leonora als Inspiration dienen soll.

Und hier im Tropenparadies setzen Leonoras Erinnerungen ein. Sie wächst in einem schlossähnlichen Herrenhaus in England auf und wird zwischen ihrem dominanten Vater und ihrem liebevollen Kindermädchen, das sie für die Märchen- und Geisterwelt begeistert, aufgerieben. (In einer Traumsequenz à la Buñuel sieht sie, wie ihr Vater von einer Hyäne zerfleischt wird.)

Im Paris der 1930er-Jahre gerät sie in den surrealistischen Kreis rund um Salvador Dalí und lernt dabei den 26 Jahre älteren Max Ernst (Alexander Scheer) kennen und lieben. Mit ihm zieht sie in ein Dorf in Südfrankreich und verlebt mit dem unglücklich Verheirateten unbeschwerte und künstlerisch inspirierende Tage. Doch bei Kriegsbeginn wird Ernst als „feindlicher Deutscher“ von der französischen Polizei verhaftet, und Leonora erleidet einen psychischen Zusammenbuch.

Sie flieht nach Spanien und landet in einer psychiatrischen Klinik, wo sie mit Elektroschocks behandelt wird. Ihr gelingt die Flucht nach Mexiko, sie heiratet den ungarischen Fotografen Emericko „Chiki“ Weisz (István Téglás) und macht als Künstlerin Karriere…

Thor Klein und Lena Vurma haben gemeinsam Regie geführt und das Drehbuch geschrieben. Ihr Ziel war es, den europäischen Surrealismus und den „Magischen Realismus“ Lateinamerikas auf wundersame Weise zu verbinden. Der Verzicht auf eine lineare, chronologische Erzählweise verstärkt dabei den poetischen Zauber von LEONORA IM MORGENLICHT. Dass das Symbolhafte der Geschichte gelegentlich allzu überfrachtet wirkt, ist den beiden zu verzeihen. Und die grandiose Olivia Vinall als Leonora Carrington ist eine Nummer für sich. Ein Kinofest für die Sinne!

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab12

Originaltitel

Leonora in the Morning Light (Deutschland / Mexiko / Rumänien / Großbritannien)

Länge

103 Minuten

Genre

Biographie / Drama

Regie

Thor Klein, Lena Vurma

Drehbuch

Thor Klein, Lena Vurma

Darsteller

Olivia Vinall, Alexander Scheer, Ryan Gage, Luis Gerardo Méndez, István Téglás, Cassandra Ciangherotti, Wren Stembridge

Verleih

Alamode Filmdistribution OHG

Filmwebsite

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