Leibniz

Chronik eines verschollenen Bildes

18.09.2025

Am 1. November wird er 93 – der durch seine „Heimat“-Filmreihe (1981-2012) zu Weltruhm erlangte Regisseur Edgar Reitz. Jetzt hat er sich noch einmal auf den Regiestuhl gesetzt und präsentiert uns den philosophischen Essayfilm LEIBNIZ – CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES. Im Zentrum steht Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker und politischer Berater der frühen Aufklärung. Ein dialoglastiger Film über einen Philosophen – kann das gut gehen? Ja!

1704. Königin Sophie Charlotte von Preußen (Antonia Bill) vermisst ihren einstigen Lehrer Gottfried Wilhelm Leibniz (Edgar Selge). Weil er ihr im Schloss Lietzenburg nicht mehr persönlich mit seinen weisen Antworten auf die großen Fragen des Lebens zur Verfügung stehen kann, lässt sie ein Gemälde von ihm in Auftrag geben. Leibniz will ihr gern den Wunsch erfüllen, doch die Porträtsitzungen werden für ihn zur großen Herausforderung.

Fürstin Sophie von Hannover (Barbara Sukowa), die Mutter der Königin, stellt Leibniz, der am Hofe der Fürstin lebt, ein Atelier für die Sitzungen zur Verfügung. Doch der erste Kandidat, der arrogante und geschwätzige Hofmaler Delalandre (Lars Eidinger), fällt schnell in Ungnade. Erst die junge Malerin Aaltje van de Meer (Aenne Schwarz) vermag es, Leibniz auf Augenhöhe zu begegnen. Bald entspinnt sich zwischen ihr und dem Philosophen ein leidenschaftlicher Austausch über das Verhältnis von Kunst und Realität…

Zugegeben, der Anfang des Films wirkt reichlich spröde und filmisch eher steif. Da gehen Leibniz und die Fürstin stundenlang durch den Park in Hannover. Doch bei den gedankenschweren und klugen Dialogen voller Esprit zwischen Leibniz und der Malerin zieht der Film im Rhythmus deutlich an. Jetzt macht es Spaß zuzuhören.

Edgar Reitz und sein Co-Regisseur Anatol Schuster haben mit LEIBNIZ – CHRONIK EINES VERSCHOLLENEN BILDES bewiesen, dass es nicht viel braucht, um einen guten, schlüssigen Film zu drehen. Reitz und sein Co-Autor Gert Heidenreich spielen in ihrem Drehbuch natürlich mit dem Klischee vom „Land der Dichter und Denker“. Und es ist immer wieder eine Freude, Edgar Selge beim Spielen zuzuschauen.

Trailer

Im Rahmen der Berichterstattung
ab6

Originaltitel

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes (Deutschland 2025)

Länge

103 Minuten

Genre

Drama / Historie

Regie

Edgar Reitz, Anatol Schuster

Drehbuch

Gert Heidenreich, Edgar Reitz

Kamera / Bildgestaltung

Matthias Grunsky

Darsteller

Edgar Selge, Aenne Schwarz, Lars Eidinger, Barbara Sukowa, Antonia Bill, Michael Kranz

Verleih

Weltkino Filmverleih GmbH

Filmwebsite

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