Als der Musiker Jeff Buckley 1997 im Alter von gerade einmal 30 Jahren ertrank, stand er gerade erst am Anfang seiner Karriere. DIe Filmemacherin Amy Berg zeichnet in IT‘S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY nun seinen Werdegang nach.
Er war eines dieser ganz besonderen Ausnahmetalente, ein Musiker aus ganzem Herzen, der in seinen Kompositionen völlig aufging und den Ruhm, der zwangsläufig hinzukommt, wenn man so dermaßen talentiert ist, schon immer befremdlich fand. 1966 als Sohn des Jazz- und Experimentalmusikers Tim Buckley und der Pianistin Mary Guibert geboren, verließ der Vater die Familie sehr schnell. Lediglich im Alter acht Jahren sah ihn Jeff spielen und durfte daraufhin eine ganze Woche mit ihm verbringen. Aber auch danach meldete sich der Vater bis zu seinem Tod 1975 nie wieder bei seinem seinem Sohn.
In IT‘S NEVER OVER, JEFF BUCKLEY sucht die Dokumentarfilmerin Amy Berg („Deliver Us From Evil“, „Janis: Little Girl Blue“, „West of Memphis“) nach Spuren dieses kurzen, aber dennoch intensiven Lebens. In dieser Zeit brachte Jeff Buckley mit „Grace“ nur ein einziges Album heraus, das aber von Kritikern als eines der besten jemals produzierten Alben bezeichnet wird. Kurz vor der Aufnahme zum zweiten Album ertrank Jeff Buckley in Memphis, ohne das dabei Drogen oder Alkohol im Spiel waren. Ironischerweise ist der Song, den die meisten Menschen mit Jeff Buckley in Verbindung bringen, ein Coversong. Der Rolling Stone bezeichnet Buckleys Version von Leonard Cohens „Hallelujah“ als einen der besten 500 Songs der Musikgeschichte.
Amy Berg hatte schon mehrfach versucht, Buckleys Mutter Mary von einer Dokumentation über ihren Sohn zu überzeugen, doch sie lehnte immer wieder ab, schließlich schwebte ihr eher ein Spielfilm vor. Doch aufgrund der riesigen Menge an Archivmaterial konnte Berg sie letztendlich überzeugen.
Ich konnte Jeffs letzte Voicemail an seine Mutter jahrelang nicht aus dem Kopf bekommen. Sie hat mich oft zu Tränen gerührt, so wie es wahrscheinlich auch bei den Zuschauern sein wird.
Regisseurin Amy Berg über ihren Film
Amy Berg lässt diverse Menschen aus Jeff Buckleys engstem Umfeld zu Wort kommen: seine Mutter Mary Guibert, die ehemaligen Partnerinnen Rebecca Moore und Joan Wasser, Jeffs ehemalige Bandkollegen, darunter Michael Tighe und Parker Kindred, sowie weitere musikalische Größen wie Ben Harper und Aimee Mann. Und genau an dieser Stelle folgt auch gleich meine Kritik: Die Einblendung der Namen lässt mitunter sehr lange auf sich warten und/oder ist so kurz, dass man es kaum schafft, diese überhaupt lesen zu können – vor allem, wenn zusätzlich auch noch Untertitel darüber liegen. Aber zum Glück ist die Anzahl der Talking Heads überschaubar, so dass man irgendwann weiß, wer wer ist.
Ich muss zugeben, dass mir Jeff Buckley bislang musikalisch nie über den Weg gelaufen ist, obwohl uns gerade einmal sieben Jahre trennen. Umso schöner empfand ich es, dass ich diese Lücke endlich einmal schließen konnte. Die Musik von Jeff Buckley wird auch knapp 30 Jahre nach seinem Tod noch weiterleben.
It's Never Over, Jeff Buckley (USA 2025)
110 Minuten
Dokumentation
Amy Berg
Alex Takats, Curren Sheldon, Wolfgang Held, Jenna Rosher
Piece of Magic Entertainment