How to Make A Killing

Todsicheres Erbe

09.04.2026

Geld ist nicht alles, aber viel Geld kann durchaus helfen. In HOW TO MAKE A KILLING versucht Glen Powell an die Millionen zu gelangen, von denen er meint, sie würden ihm zustehen…

Witz, Stil, Bildung, Charme – mit all diesen Eigenschaften könnte Becket Redfellow (Glen Powell) eigentlich ein zufriedenes Leben führen, wären da nicht die 28 Millionen Dollar Erbe, die ihm seiner Meinung nach eigentlich zustehen. Denn einst wurde seine Mutter Mary Redfellow (Nell Williams) vor eine Wahl gestellt, als sie ihrer Familie von ihrer ungeplanten Schwangerschaft erzählte. Entweder abtreiben oder die Familie verlassen – das waren die harschen Worte ihre Vaters und Familien-Oberhaupts Whitelaw Redfellow (Ed Harris). Mary entschied sich zu gehen und lebte fortan ein Leben in Armut. Auf ihrem Todesbett erinnerte sie ihren Sohn noch einmal daran, sich das zu holen, was ihm rechtmässig zustehen würde.

Jetzt ist der charismatische und nach Höherem strebende Becket fest entschlossen, seinen Rang in der Erbfolge zu verbessern. Einziges Problem sind die sieben Personen, die zwischen ihm und dem Familienbesitz stehen. Nach und nach kommen immer mehr von ihnen durch amüsante „Unfälle“ ums Leben und Becket somit seinem Ziel Stück für Stück – oder vielmehr Leiche für Leiche – näher. Gleichzeitig muss Becket aber auch den Ansprüchen seiner neuen Freundin Ruth (Jessica Henwick) gerecht werden. Und was haben die gefährlich koketten Avancen seiner Jugendliebe Julia (Margaret Qualley) eigentlich zu bedeuten?

Natürlich ist die Geschichte von HOW TO MAKE A KILLING, die Regisseur John Patton Ford („Emily the Criminal“) hier erzählt, nicht wirklich neu. 1949 hatte Robert Hamber sie bereits als „Adel verpflichtet“ verfilmt. 77 Jahre später versucht Ford nun, die auf dem Roman „Israel Rank“ von Roy Horniman basierende Geschichte erneut auf die Leinwand zu bringen, verzichtet aber bewusst auf eine Sache: Im Original wurden gleich acht der Erben von Alex Guinness gespielt. Das ist hier nicht mehr der Fall, aber ein Glen Powell reicht hier auch vollkommen.

John Patton Ford, der auch das Drehbuch zu HOW TO MAKE A KILLING verfasst hat, hat die Handlung aus dem ländlichen England in die USA verlegt und aus dem britischen Adel eine unverschämt reiche Familiendynastie gemacht. Er beginnt zudem mit einer Szene, die impliziert, dass Beckets Plan nicht aufgegangen ist, er nun in einer Todeszelle sitzt und einem Priester seine Geschichte erzählt. Wir wissen also gleich zu Beginn, dass sein Vorhaben, alle vor ihm stehenden Erben zu beseitigen, scheitern wird. Da stellt sich ganz selbstverständlich die Frage, wo denn da die Spannung bleiben soll. Und in der Tat nimmt das reichlich Fahrt aus der Geschichte. Zwar wartet HOW TO MAKE A KILLING noch mit dem einen oder anderen Twist auf, seinen Fokus legt er aber deutlich auf den Humor und versucht gar nicht erst, ein Thriller zu sein. In der Summe wirkt das dann wie eine Autofahrt in der 30er-Zone, aber mit angezogener Handbremse.

Ja, HOW TO MAKE A KILLING macht tatsächlich trotzdem immer mal wieder Spaß – vor allem wenn die Familienmitglieder ein solches Moraldefizit aufweisen, dass man als Zuschauer beinahe schon die Legitimation der Morde in Erwägung zieht. Am Ende bleibt dann aber leider doch nur eine durchschnittliche Thriller-Komödie übrig…

Trailer

ab12

Originaltitel

How to Make A Killing (Großbritannien 2026)

Länge

106 Minuten

Genre

Komödie / Thriller

Regie

John Patton Ford

Drehbuch

John Patton Ford

Kamera / Bildgestaltung

Todd Banhazl, ASC

Darsteller

Glen Powell, Margaret Qualley, Jessica Henwick, Bill Camp, Zack Woods, Topher Grace, Ed Harris, Raff Law, Nell Williams, Alexander Hanson, James Frecheville

Verleih

Studiocanal GmbH

Filmwebsite

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