Greenland

Kinostart: 22.10.2020

ab12 OT: Greenland (USA 2020)
Länge: 120 Minuten
Genre: Thriller / Katastrophenfilm
Regie: Ric Roman Waugh
Drehbuch: Chris Sparling
Darsteller: Gerard Butler, Morena Baccarin, David Denman, Hope Davis, Roger Dale Floyd, Holt McCallany, Scott Glenn
Verleih: Tobis Film GmbH & Co. KG

Darauf mussten die Action- und Blockbuster-Fans lange warten: endlich mal wieder einen soliden Katastrophen-Film auf der großen Leinwand zu erleben. Vielen war Christopher Nolans „Tenet“ zu intellektuell und zu verworren, „Greenland“ von Ric Roman Waugh („Angel Has Fallen“) verspricht dagegen unkompliziertes Action-Kino. 

Bedrohungen aus dem Weltall sind im Science-fiction-Genre seit den 1950-Jahren gang und gäbe, man denke nur an die unzähligen Alien-Filme und die Gefahren durch Meteoriten und Kometen („Independence Day“, „Armageddon“) – nicht zu vergessen die Selbstzerstörung der Erde (Emmerichs „2012“).

John Garrity (Gerard Butler) ist ein erfolgreicher Bauingenieur in Atlanta. Nach einem Seitensprung hat ihn seine Frau Allison (Morena Baccarin) aus der gemeinsamen Villa rausgeschmissen, seinen Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) sieht er nur selten. Als ein erst vor wenigen Wochen entdeckter Komet die Erde bedroht, ändert sich alles. John erhält eine persönliche SMS des US-Präsidenten, sich umgehend auf einem Militär-Flughafen einzufinden, um zu einem sicheren Bunker ausgeflogen zu werden. Als die ersten Brocken des Kometen auf der Erde landen und eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, greift sich John Frau und Sohn, um den Flugplatz zu erreichen. Doch da Nathan an Diabetes leidet, wird er an der Kontrolle abgewiesen.

Ab hier verzettelt sich der Film in unglaubwürdigen Nebenhandlungen. Nathan wird von einem Fanatiker entführt, Alison an einem Highway ausgesetzt, John bei einer Prügelei auf einem Truck schwer verletzt. Dass sich die Drei auf der Farm von Allisons Vater (Scott Glenn) in Kentucky wiedersehen, grenzt an ein Wunder. Ihr Ziel ist immer noch ein Bunker in der Nähe des US-Stützpunktes Thule in Nord-Grönland (deshalb der Titel „Greenland“), während des Kalten Krieges errichtet.

Dass dem Regisseur nur 35 Millionen Dollar zur Verfügung standen, sieht man dem Film an. Waugh verzichtet bewusst auf spektakuläre Special-Effects, die Kometen-Einschläge werden eher dezent inszeniert, im Zentrum steht ein Mann, der seine Familie retten will – koste es, was es wolle: eine ideale Rolle für Gerard Butler. Als sich nach neun Monaten das Bunkertor öffnet, fliegen zwei Vögel vorbei. Die Erde lebt noch – doch dieser Kitsch hätte nicht nötig getan.

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