Green Book – Eine besondere Freundschaft

Kinostart: 31.01.2019

ab6 OT: Green Book (USA 2018)
Länge: 131 Minuten
Genre: Drama
Regie: Peter Farrelly
Drehbuch: Peter Farrelly, Nick Vallelonga
Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini, Sebastian Maniscalco, Dimiter B. Marinov, P.J. Byrne
Verleih: Entertainment One Germany GmbH

Der begnadete Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) geht 1962 auf eine Konzert-Tournee von New York bis in die Südstaaten. Sein Fahrer ist der Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), ein einfacher Mann aus der Arbeiterklasse, der seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und als Türsteher verdient. Der Gegensatz zwischen den beiden könnte nicht größer sein. Dennoch entwickelt sich eine enge Freundschaft. Gemeinsam erleben sie eine Zeit, die von wahrer Menschlichkeit, aber auch Gewalt und Rassentrennung geprägt ist. So müssen sie ihre Reise nach dem „Negro Motorist Green Book“ planen, einem Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.

Kritik

Auch wenn GREEN BOOK auf den ersten Blick mit einer klassischen Rassenhass-Geschichte daher kommt, weiß der Film mehr als nur zu überzeugen.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass es Dinge aus der Zeit der US-amerikanischen Rassentrennung gibt, die uns Europäern gänzlich unbekannt sind. So wie das „The Negro Motorist Green Book“, das diesem Film seinen Namen gibt. Dabei handelte es sich um einen Reiseführer, der von 1936 bis 1966 jährlich neu veröffentlicht wurde und in dem Läden, Restaurants und Hotels gelistet waren, in denen schwarze Kunden willkommen waren. „The Green Book“, wie es gemeinhin genannt wurde, geht zurück auf einen New Yorker Postboten namens Victor Hugo Green und entwickelte sich zu einem unverzichtbaren Reiseutensil für Afroamerikaner, die mit dem Auto durch die USA fuhren.

Doch im Film geht es natürlich nicht nur um diesen Reiseführer, sondern vielmehr um zwei Menschen, die auf einer gemeinsamen Reise durch das Land zueinander finden und ein gewisses Verständnis dem anderen gegenüber aufbringen. Da wäre auf der einen Seite Mahershala Ali, der durch die eloquente Portraitierung seiner Figur überzeugt und eigentlich nur Klavier spielen möchte. Ärger will er um jeden Preis vermeiden und so fügt er sich seinem Schicksal, während Viggo Mortensens Charakter das genaue Gegenteil zu sein scheint. Er ist aufbrausend und stellt sich jedem Kampf, egal wie aussichtslos der auch zu sein scheint. Zwei Menschen, die sich gegenseitig etwas beizubringen haben, so dass die Grenzen zwischen Lehrer und Schüler oftmals verwischen. 

Natürlich greift GREEN BOOK auf so manches Klischee zurück, aber der Film behält dabei immer seine Contenance. Und am Ende wird deutlich, was auch in der heutigen Zeit noch Gültigkeit besitzt: Statt auf Vorurteile zu setzen, sollten wir uns viel häufiger mit den Menschen austauschen, die wir meinen, bekämpfen zu müssen. Denn oftmals sind wir uns ähnlicher, als wir denken. Wir sollten aufhören, nach den Dingen zu suchen, die uns unterscheiden und uns stattdessen lieber darauf konzentrieren, was uns verbindet. Damals, wie auch heute. 

Bildergalerie

Trailer

Comments Closed

Kommentare sind geschlossen.

Filmplakat

Neustarts am 31.01.2019

Weightless

Der introvertierte Joel (Alessandro Nivola) arbeitet auf der Müllhalde in Fulton County, von wo er hin und wieder eine Glasflasche mit nach Hause nimmt. Ansonsten ist sein Leben nicht besonders aufregend. Als seine Exfrau spurlos verschwindet, muss sich der Eigenbrödler plötzlich um den gemeinsamen Sohn Will (Eli Haley, 10 Jahre, 125 kg) kümmern, den er Weiterlesen

Plötzlich Familie

Pete (Mark Wahlberg) und Ellie (Rose Byrne) entschließen sich, endlich eine eigene Familie zu gründen, und beschäftigen sich deshalb erstmalig mit dem Thema Adoption. Ergriffen von den treuen Kinderaugen auf der Website einer Agentur sind sie sich schnell einig, dass sie einem Kind ein neues Zuhause geben wollen. Als sie ein Geschwistertrio, darunter auch die Weiterlesen

Das letzte Mahl

Am Tag der Machtergreifung Hitlers kommt die jüdische Familie Glickstein in Berlin zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Dabei tun sich überraschende Gräben auf: Während die neunzehnjährige Leah ihren Eltern eröffnet, dass sie nach Palästina gehen wird, möchte ihr achtzehnjähriger Bruder mit seinen Freunden zum Fackelzug der Nazis, um der neuen Zeit zu huldigen.