Mit GRAND PRIX OF EUROPE schickt der Europa-Park in Rust seine beiden Maskottchen Ed & Edda auf große Rennsport-Tour durch Europa. Kann das gut gehen?
Gemeinsam mit ihrem Vater betreibt Edda einen Jahrmarkt, der mehr und mehr ums Überleben kämpft. Doch eigentlich lebt Edda nur für ihren großen Traum: Die Teilnahme am GRAND PRIX OF EUROPE, einer der größten Rennsport-Serien. Kein Wunder also, dass sie beim Mixen von Milchshakes oder bei kleinen Rennen mit den Gästen nicht so ganz bei der Sache ist. Stattdessen steckt sie mit Kopf und Herz im Cockpit ihres größten Idols, dem Rennfahrer Ed, der kurz vor seinem fünften Sieg beim Grand Prix steht. Durch einen Zufall – an dem Edda aber gar nicht so unbeteiligt ist, erhält sie die Möglichkeit, ihren Helden zu treffen. Doch dieser stellt sich als ziemlich arrogant heraus. In einem unbeobachteten Moment setzt sie sich in Eds Rennwagen und rauscht davon. Beim Versuch, die halsbrecherische Fahrt zu stoppen, verletzt sich Ed jedoch. Wie soll er jetzt bloß die letzten Rennen der Saison fahren? Edda hat da eine Idee…
Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass meine Erwartungshaltung bei diesem Film relativ gering war. Die Haupt-Werbe-Figuren eines Freizeitparks in einem Animationsfilm, der vom Park selbst produziert wird? Kommt dabei am Ende nicht nur ein überlanger Werbetrailer für eben diesen Erlebnispark heraus? Pustekuchen! GRAND PRIX OF EUROPE ist durchaus gelungen, und besonders die kleinen Gäste unserer Pressevorführung hatten einen Heidenspaß!
Klar, die Geschichte haben wir so oder so ähnlich schon etliche Male gesehen und tatsächlich bedient sich die Geschichte, an der insgesamt elf (!) Autoren geschrieben haben, bei zahlreichen anderen Vertretern des Genres. Clevere Ideen oder außergewöhnliche Perspektiven wie wir sie beispielsweise aus Pixar-Filmen kennen, sucht man hier zwar vergeblich, in der Summe kann die Story aber dennoch überzeugen. Denn eines macht GRAND PRIX OF EUROPE richtig: Der Film trägt sein Herz am rechten Fleck und liefert gerade den jüngeren Zuschauern eine starke Botschaft.
Was mich jedoch am meisten überrascht hat, war die Qualität der Animation, denn die muss sich vor den Animationsstudios in Hollywood überhaupt nicht verstecken. Auf so hohem Niveau habe ich eine deutsche Produktion bislang noch nicht gesehen. Beeindruckende Farben, detailreiche Landschaften und ein Stil, bei dem der aufmerksame Zuschauer noch viel mehr entdecken kann.
Wenn es um Achterbahnen und Freitparks geht, war die Familie Mack schon immer am Start. 1957 entwickelte man beispielsweise den Prototyp der „Wilden Maus“, die heutzutage auf kaum einem Jahrmarkt fehlt. Für das Storytelling und die Entwicklung der Charakter-Motive gründete Michael Mack, der die Unternehmensgruppe der Familie Mack bereits in der achten Generation führt, das Animationsstudio „Mack Magic“. Auch der Regisseur Waldemar Fast war bereits bei früheren Animationsfilmen des Studios als Animator tätig, u.a. bei „Happy Family“.
GRAND PRIX OF EUROPE erfindet das Rad des Animationsfilms sicherlich nicht neu. Aber das muss er auch nicht. Manchmal reicht es, eine einfache Story gut zu erzählen. Und wenn dann auch noch der Look stimmt, dann steht dem Kinospaß nichts mehr entgegen.
Grand Prix of Europe (Deutschland / Großbritannien 2025)
98 Minuten
Abenteuer / Animation / Familie
Waldemar Fast
Kirstie Falkous, Jeffrey Hylton, John T. Reynolds, Ben-Alexander Safier, Joe Vitale, David Ginnuttis, Greg Grabianski, Benedikt Niemann, Mark Oswin, Aydria Walden, Mike de Seve
Gemma Arterton, Thomas Brodie-Sangster, Hayley Atwell, Lenny Henry, Rob Beckett, Colin McFarlane, David Menkin, Ayesha Antoine, Guillaume Laroche, Joseph Balderrama, Petra Letang, Adam El Hagar
Jan Delay, DJ Bobo
Warner Bros. Entertainment GmbH