Free Guy

Kinostart: 12.08.2021

ab12 OT: Free Guy (USA 2021)
Länge: 115 Minuten
Genre: Action / Abenteuer / Komödie
Regie: Shawn Levy
Drehbuch: Matt Lieberman, Zak Penn
Darsteller: Ryan Reynolds, Jodie Comer, Joe Keery, Lil Rel Howery, Utkarsh Ambudkar, Taika Waititi.
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

In seinem neuesten Film FREE GUY spielt Ryan Reynolds einen NPC (Non-Playable Character) in einem riesigen Computerspiel, der endlich auch mal ein Held sein möchte. Entstanden mitten in der Übernahmephase von 20th Century (Fox) Studios, immer wieder pandemiebedingt verschoben, kommt dieses abgefahrene Stückchen Film nun endlich in unsere Kinos – und überzeugt auf ganzer Linie. 

Guy (Ryan Reynolds) arbeitet als Kassierer in der Free City Bank. Jeden Morgen durchlebt er die gleiche Routine: aufwachen, den Goldfisch begrüßen und zur Arbeit gehen. Auf dem Weg dorthin gibt es noch einen Milchkaffee mit zwei Stücken Zucker und kurz nach Öffnung der Bank wird diese regelmässig überfallen. Für Guy gehört das zu seiner Normalität und so behält er dabei auch stets seinen optimistischen Humor. Doch eines Tages ist irgendetwas anders. Guy muss erkennen dass er lediglich eine Randfigur des  Open-World-Videospiels „Free City“ ist, ein sogenannter NPC, der nicht von einem Spieler übernommen werden kann, sondern lediglich im Hintergrund agiert. 

In dem Spiel, dass vom Studio „Soonami“ und seinem gierigen Boss Antwan (grandios überzogen: Taika Waititi) auf den Markt gebracht wurde, kennen die Spieler keinerlei Hemmungen und leben ihre Gewalt- und Zerstörungsfantasien vollends aus. Als Guy auf das überaus attraktive Molotovgirl (Jodie Comer) trifft, ist es um ihn geschehen. Fortan vernachlässigt er seine Rolle in dem Spiel und lässt damit die Spieleentwickler wahnsinnig werden. Molotovgirl hingegen hilft ihm, sich in dem Game zurechtzufinden und damit klarzukommen, dass sein Leben nicht real ist. 

Aber Molotovgirl, das im reellen Leben Millie heißt (ebenfalls: Jodie Comer), hat selbst noch ein Hühnchen mit der Spielefirma zu rupfen. Sie ist nämlich der festen Überzeugung, dass Antwan die Codes von ihrem eigenen Spiel, das sie gemeinsam mit dem Programmierer Keys (Joe Keery) an ihn verkauft haben, gestohlen hat. Und der Beweis befindet sich irgendwo tief in Free City selbst…

Ryan Reynolds spielt die Figur des Guy mit soviel Herzblut und übertriebener Komik, dass man sich als Zuschauer keinen anderen Darsteller in der Rolle vorstellen kann. Alles, aber auch wirklich alles in dieser Stadt ist übertrieben, extrem brutal und schier unvorstellbar. Dennoch bewegt sich Guy darin, als wäre es das Normalste der Welt. Und wenn Reynolds dann den Sinn des Spiels ins Gegenteil verkehrt und den Bösen ihre Waffen abnimmt oder sie für ihre „Taten“ bestraft, dann zeigt der Film so verdammt viel Herz, wie man es selten in einem Blockbuster gesehen hat. Außerdem verbeugt sich der Film vor diversen Vertretern der Filmgeschichte, sei es „Die Truman Show“, „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder „Ready Player One“.

FREE GUY ist ein überbordender Spaß, der immer wieder seine Grenzen austestet, dabei aber niemals langweilig oder gar banal wirkt. Ein Blockbuster, der das Herz am richtigen Fleck trägt und dabei eine positive Botschaft aussendet. Was wollen wir noch mehr? 

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